Mit EZB-Bilanzchecks Bankkäufern Arbeit abgenommen

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Helmut Ettl, Chef der FMA
Helmut Ettl, Chef der FMA
Beim Stresstest 2014 wurden Lehren aus den vorherigen Banken-Belastungstests gezogen, finden die Chefs der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA), Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller. “Es sind die härtesten Szenarien, die jemals gerechnet wurden.” Die Aufseher glauben, dass es im nächsten dreiviertel Jahr problemlos möglich ist, die in Europas Banksektor fehlenden Kapitalmilliarden aufzustellen.


Von den knapp 25 Milliarden, die den durchgefallenen Banken im Schockszenario fehlten, sei schon mehr als die Hälfte im heurigen Jahr aufgebracht worden, so die FMA. “Und das auch in einer Phase, wo das Umfeld eher unsicher war”.

Sind die Banken jetzt krisenfest? “Krisenfester, ja”, sagt FMA-Vorstand Ettl. Neues Kapital aufstellen bzw. freischaufeln können Kreditinstitute in den nächsten Monaten voraussichtlich auch durch einen entspannteren Markt für Banken an sich. Im Vorfeld des fast einjährigen Stresstests hatten sich alle zurückgehalten. Nach dem Test jetzt sollte sich der Markt für Banken-Assets entspannen, Bankentöcher oder Sparten wieder leichter verkäuflich sein, meinen die Experten. “Es ist Transparenz da”.

Die großen Player waren bei Zukäufen viele Monate vorsichtig. Sie hätten nun jedenfalls mehr Sicherheit. “Es wurden ja alle wesentlichen Banken gecheckt, sie können davon ausgehen, dass die Portfolien auch der Nachbarbanken durchgeschaut wurden”, meint man in der Aufsicht.

Kumpfmüller: Potenziellen Käufern sei damit de facto auch ein Teil von Due-Diligence-Prüfungen abgenommen worden. Außerdem wisse jetzt jeder, wieviel Spielraum er selber auch unter schärferen Bedingungen habe und wie ein Kaufobjekt beisammen sei.

In Europa seien durch die Checks der Bankenbilanzen noch nie so viele Zahlen über einzelne Institute veröffentlicht worden wie jetzt. Es seien “keine Black-Box-Stresstests” so wie die in den USA. “In Europa kann jeder diesen Stresstest selber nachrechnen”, so Ettl zur APA.

Die Übung habe gewirkt, ist die FMA überzeigt, die Institute hätten sich besser aufgestellt und es sei noch vieles an Umstrukturierungen in den Pipelines. Am Ende sei man aber noch nicht. Es müsse ein weiterer Kapitalaufbau erfolgen. Vor allem mit Blick auf die finalen Kapitalvorgaben 2023, wo alle Übergangsregeln auslaufen und dann nicht mehr geltende Kapitalbestandteile ersetzt sein müssen.

Die Großen in Österreich seien dem Stresstest nach ganz gut aufgestellt, resümiert die FMA. Schon die Ausgangs-Kapitalisierung war aber knapp unter dem europäischen Durchschnitt.

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