30. Mai 2012 07:24; Akt.: 30.05.2012 11:42

Mit Homöopathie gegen Homosexualität?

Homosexualität sei die Folge „epigenetischer Vererbung von syphilitischer Belastung“, „keine Krankheit im negativen Sinn“ und psychotherapeutisch sowie homöopathisch therapierbar: Das sind nur einige Punkte, die die Gemüter erregen. Homosexualität sei die Folge „epigenetischer Vererbung von syphilitischer Belastung“, „keine Krankheit im negativen Sinn“ und psychotherapeutisch sowie homöopathisch therapierbar: Das sind nur einige Punkte, die die Gemüter erregen. - © EPA
von Wann&Wo/Harald Küng -
Schwarzach – Ein Schreiben des „Bundes Katholischer Ärzte“ (BKÄ) schlägt derzeit im deutschsprachigen Raum hohe Wellen – nicht nur in der Gay-Community.

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Die Ansichten des BKÄ unter der Federführung des deutschen Arztes Dr. Gero Winkelmann zum Thema Homosexualität lassen sich schon fast als mittelalterlich bezeichnen: „Homosexualität ist die Folge epigenetischer (Epigenese = Veränderung der Chromosome) Vererbung von syphilitischer (Syphilis-krank) Belastung“ steht auf dem, vom BKÄ vor wenigen Tagen auf dem Katholikentag in Mannheim verteilten Flugblatt. Und weiter: „Homosexualität ist homöopathisch therapierbar“. Emanuel Wiehl, Ko-Organisator des Pride Lake Festivals 2012, zeigt sich über derartige Meinungen im 21. Jahrhundert entrüstet: „Seit 1992 gilt Homosexualität laut WHO offiziell nicht mehr als Krankheit – spät, aber doch. Von Liebe ist noch keiner krank geworden – Männer, die Männer und Frauen, die Frauen lieben, leiden viel mehr unter einem intoleranten Umfeld, das sie für ihre Liebe zueinander bestraft bzw. sie zwingt, ihre Liebe zu verheimlichen und zu unterdrücken. Intoleranz und Unterdrückung machen die Menschen krank – Liebe jedoch niemals!“ Entrüstet zeigen sich auch die mittlerweile rund 5000 Mitglieder der vom Berliner Model und bekennenden Homosexuellen Benjamin Franklin Andre gegründeten Facebook-Gruppe „Gay Revolution gegen Diskriminierung durch Gero Winkelmann“, die fortlaufend neue Mitglieder gewinnt – auch in Vorarlberg. 

Heftige Kritik auch durch katholische Kirche

Kritik hagelt es auch seitens des Katholikentages, der in einer Stellungnahme angekündigt hat, künftig die Aussagen und Vorhaben des BKÄ genauer unter die Lupe nehmen zu wollen, wie auch von der Katholischen Kirche Vorarlberg. „Die katholischen Ärzte haben keinerlei Verbindung zur Katholischen Kirche Vorarlbergs, die sich klar von dem Schreiben des BKÄ distanziert. Die Katholische Kirche verurteilt jedes Unrecht, das homosexuell empfindenden Menschen zugefügt wird, wie auch dem Amtsblatt der Österreichischen Bischofskonferenz zu entnehmen ist“, teilt Veronika Fehle, Pressesprecherin der Diözese Feldkirch mit. Die Würde jedes Menschen müsse respektiert werden, sowohl in Wort, Tat als auch in der Gesetzgebung. Solche Aussagen würden einen Mangel an Achtung gegenüber Menschen bekunden, der die elementaren Grundsätze verletzt, auf denen ein gesundes staatliches Zusammenleben fußt. Eine Anfrage zu einer Stellungnahme des „Bunds Katholischer Ärzte“ blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.



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