Mordprozess im Fall Roland K.: Mitangeklagte (21) beteuerte Unschuld

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Die ebenfalls wegen Mordes an dem vermögenden Salzburger Roland K. angeklagte Ex-Freundin des Hauptbeschuldigten Musikers hat am Dienstagnachmittag beim Prozess in Salzburg ihre Unschuld beteuert. Warum sie von dem Musiker belastet werde, könne sie nicht sagen. Vielleicht stehe Eifersucht dahinter, “dass ich keinen anderen Mann kennenlerne”, sagte die Angeklagte.

Bereits am Vormittag wurde der angeklagte Musiker einvernommen.

Ihre bisherigen Angaben im Ermittlungsverfahren würden stimmen, sagte die 21-Jährige mit zittriger Stimme zum vorsitzenden Richter Christian Ureutz. Sie äußerte die Vermutung, dass der Abend am 19. Juli 2016 – laut Anklage wurde damals K. ermordet – ein ganz normaler Abend und Roland K. nicht zum Abendessen in der Wohnung des Musikers zu Besuch gewesen sei, in der auch sie großteils wohnte.

“Hatte keinen Bezug zu dem Mann”

Vermutlich habe sie mit dem Musiker und K. an einem anderen Abend in der Wohnung des Musikers “Salat mit Garnelen” gegessen. Sie habe jedenfalls mit der Tat nichts zu tun, beteuerte die junge Frau. Sie sei auch nur einmal in der Villa von Roland K. in der Stadt Salzburg gewesen, in Anwesenheit von K., aber sie habe kaum mit ihm etwas geredet. “Ich hatte keinen Bezug zu dem älteren Mann, mehr als ein Small-talk war da nicht.” Vom Tod des K. habe sie erst erfahren, als sich der Musiker in U-Haft befunden habe.

Wollte Roland K. Musiker adoptieren?

Der Vorsitzende beleuchtete das Thema Schlaftabletten, welche die Angeklagte und der Musiker laut Anklage in Pralinen gemischt haben, um Roland K. zu betäuben. Eigenartig sei, dass genau jenes Medikament, nämlich Noctamid, auf ihrem Handy gegoogelt wurde, bevor noch am Nachmittag des 19. Juli eine Ärztin in der Christian-Doppler-Klinik (CDK) laut der Beschuldigten das Noctamid ihr als eines von vier Medikamenten gegen Schlafstörungen vorgeschlagen habe, sagte der Richter. Die 21-Jährige hatte zuvor geschildert, sie habe sich das Noctamid nach ihrem Aufenthalt in der CDK von ihrer Hausärztin verschreiben lassen. Laut Auswertung der Handy-Daten habe sie sich allerdings nur fünf Minuten auf dem CDK-Gelände aufgehalten, gab eine besitzende Richterin zu bedenken. Die Angeklagte meinte, sie sei eine halbe Stunde dort gewesen.

Die 21-Jährige beteuerte, dass sie es jedenfalls nicht gewesen sei, die am 19. Juli am Handy in Zusammenhang mit Noctamid den Suchbegriff “Überdosis” eingeben habe. Auch habe ihr damaliger Freund den Pincode ihres Handys gewusst und ihr im Streit manchmal das Handy weggenommen. Sie habe ihm das Handy auch freiwillig überlassen, und zwar dann, wenn er im Internet etwas googeln habe wollen. Sie habe auch nicht gewusst, dass Roland K. ihren Freund offenbar adoptieren oder ihm etwas vererben wollte, sagte die Flachgauerin.

Beschuldigte bricht in Tränen aus

Als ihr Verteidiger Kurt Jelinek einige Fragen über ihre Beziehung zu dem Musiker stellte, brach die Beschuldigte in Tränen aus. Er habe sie oft an seinem Leben nicht teilhaben lassen und ihr auch nicht vertraut. Sie habe häufig am Ende von Streitigkeiten die Schuld auf sich genommen, “damit er eine Ruhe gibt”.

Der vorsitzende Richter hatte am frühen Nachmittag den erstangeklagten Musiker noch mit jenem Brief konfrontiert, den der Angeklagte aus der U-Haft an die 21-Jährige schicken und über einen Mithäftling aus dem Gefängnis schmuggeln lassen wollte. Das Schreiben wurde aber abgefangen und der Polizei übergeben, daraufhin wurde über die 21-Jährige die U-Haft verhängt.

In dem Brief habe er seine Freundin zu beruhigen versucht und ihr vergewissern wollen, dass er sie nach wie vor liebe, sagte der Musiker. Dass er es darauf abgesehen habe, dass der Brief in die Hände der Justiz gerät und seine Freundin belastet wird, stimme nicht, beteuerte der 24-Jährige. Er habe ihr in einem zweiten Brief noch erklären wollen, wie sie aussagen soll, sagte der Musiker. Aber dazu sei es nicht mehr gekommen.

Bei nachbohrenden Fragen des Vorsitzenden antwortete der Musiker oft mit “das weiß ich nicht mehr”. “Das ist ihre Standardantwort”, stellte Ureutz fest. Morgen, Mittwoch, wird der Prozess mit der Einvernahme des Gastronomen fortgesetzt.

(APA)

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