Moser-Pröll zu sexuellem Missbrauch im Skisport: “Hätte mich zu wehren gewusst”

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In der Diskussion um die Missbrauchsvorwürfe der ehemaligen Skirennläuferin Nicola Werdenigg hat sich am Dienstag in den Abendnachrichten von ServusTV auch Skilegende Annemarie Moser-Pröll zu Wort gemeldet. Österreichs Jahrhundert-Sportlerin, eine Teamkollegin von Werdenigg, bedauerte den Vorfall, meinte aber auch: “Ich hätte mich zu wehren gewusst”.


“Es tut mir leid für Trainer und Betreuer und Serviceleute. Die alles gegeben haben und nun in ein schlechtes Licht gerückt werden”, sagte die Salzburgerin Moser-Pröll.

Moser-Pröll: Nichts von Missbrauch mitbekommen

Nicht im TV-Interview zu hören, aber laut Vorab-Presseaussendung von ServusTV habe Moser-Pröll in ihrer Karriere nichts von sexuellem Missbrauch mitbekommen. “Solange ich im aktiven Rennsport mit dabei war, hat sich bei uns überhaupt nichts zugetragen, nicht das Geringste”, wurde Moser-Pröll zitiert. Sie verbindet die Missbrauchsvorwürfe mit normalen Pärchen: „Da gehören immer zwei dazu.”

Werdenigg: “Man hat sich bedient”

Nicola Werdenigg unterstrich in den Servus Nachrichten ihre Vorwürfe: „Es war eine Zeit, in der junge Frauen nicht wirklich ernst genommen worden sind. Es war Sexismus pur. (…) Man hat seine Machtgelüste ausgelassen und sich bedient.“

Vorwürfe zweiter Skifahrerin: “Wir waren Freiwild”

Unterdessen berichtete nach Nicola Werdenigg eine zweite ehemalige österreichische Skirennläuferin gegenüber der Tageszeitung “Der Standard” (Mittwoch-Ausgabe) von sexuellen Übergriffen in den 70er-Jahren. “Wir waren ja Freiwild”, sagte die Sportlerin, die anonym bleiben will.

“Damals ist jeder irgendetwas passiert”, sagte die ehemalige ÖSV-Sportlerin, die erklärte, sie habe “wirklich darum kämpfen müssen, dass mir nichts Schlimmes passiert”. Sie beschrieb dem “Standard” eine versuchte Vergewaltigung in einem Hotel: Sie sei “von einem Trainer gepackt und in ein Zimmer gezerrt” worden. “Er sagte, ich sei heute dran.” Dabei sei noch ein weiterer Mann gewesen. “Sie waren betrunken, es war ganz brutal.” Der versuchten Vergewaltigung sei sie mit Not entgangen.

Heftige Kritik äußerte die ehemalige Skiläuferin an einem damaligen Trainer. Es habe “einen Trainer gegeben, der die Frauen im Team als seine Mädchen ansah. Der hat sich einfach alle Rechte herausgenommen. Das hatte sozusagen Tradition.” Oft sei dabei Alkohol im Spiel gewesen.

(APA/S24)

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