MSF kritisiert Lage der Flüchtlinge auf griechischen Inseln

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Dünne Sommerzelte schützen kaum vor Winterkälte
Dünne Sommerzelte schützen kaum vor Winterkälte - © APA (AFP)
Angesichts der tausenden Flüchtlinge, die ohne ausreichende Hilfen über den Winter auf den griechischen Inseln ausharren, warnt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) vor einer humanitären Katastrophe. Die Menschen müssten aufs Festland gebracht werden, anstatt sie auf den Inseln festzuhalten, so die Forderung laut einer Aussendung vom Mittwoch.

“Ganze Familien, die kürzlich aus Ländern wie Syrien, Afghanistan oder dem Irak geflüchtet sind, sind in kleinen Sommerzelten untergebracht. Aufgrund der aktuell herrschenden niedrigen Temperaturen und des Regens können sie sich kaum trocken und warm halten”, sagte Aria Danika, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen auf Lesbos. Der psychische Zustand der Menschen sei erschreckend. Viele versuchten sich selbst zu verletzten oder Selbstmord zu begehen.

“Die Situation auf der Insel war zuvor schon schrecklich, nun sind die Menschen schlicht verzweifelt”, so Danika. Auch die hygienischen Bedingungen in den Camps auf Lesbos oder Samos seien äußerst schlecht. Die “schrecklichen Lebensbedingungen” stellten eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit der Menschen und eine reale Bedrohung für ihr Leben dar. Die “untragbare” Situation führe zudem zu Auseinandersetzungen zwischen den Bewohner der Camps und mit Anrainern und Behörden.

Die Geflüchteten dürfen aufgrund der Beschränkungen durch den EU-Türkei-Deal die griechischen Inseln nicht verlassen, sondern müssen die Entscheidungen der Asylrichter dort abwarten. Das Lager in Moria auf Lesbos ist deswegen “gefährlich überfüllt”, warnte Ärzte ohne Grenzen. Täglich würden im Durchschnitt 70 Menschen aus der Türkei in Lesbos ankommen.

“Es ist an der Zeit, die Politik der Eindämmung auf den Inseln zu beenden und den Menschen zu erlauben, dorthin zu gehen, wo ihre humanitären Bedürfnisse und ihr Bedürfnis nach Schutz auf menschliche Art und Weise gedeckt werden”, so Emilie Rouvroy, Einsatzleiterin von Ärzte ohne Grenzen in Griechenland.

Aber auch in Deutschland wird die Lage der Flüchtlingsunterkünfte kritisiert. Für viele nach Deutschland geflüchtete Menschen sei das Leben durch mangelhafte Hygiene und fehlende Privatsphäre in Erstaufnahmeeinrichtungen gekennzeichnet, heißt es in einem am Dienstag durch das Deutsche Institut für Menschenrechte veröffentlichten Bericht. Viele Flüchtlinge litten außerdem unter der Aussetzung des Familiennachzugs und hätten nur eingeschränkten Zugang zu Sprachkursen. Die Integration werde dadurch behindert, erklärte das Berliner Institut.

(APA)

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