Mühlbach am Hochkönig: Forstweg mitten im Schutzgebiet, und das legal

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Mühlbach am Hochkönig: Forstweg mitten im Schutzgebiet, und das legal
Die Stürme “Emma” und “Paula” haben in Mühlbach am Hochkönig (Pongau) im Jahr 2008 gewütet, der Wald oberhalb der Riedingalm hat gelitten. Dann kam noch der Borkenkäfer, die Schutzfunktion des Waldes im Lawinengebiet war genauso in Gefahr wie die Alm selbst. Um das zu verhindern, wurde im Europaschutzgebiet Kalkhochalpen oberhalb von Mühlbach ein Forstweg gebaut – mit Augenmaß.

Es ist eine Seltenheit, aber hier absolut notwendig. Windwurf und Borkenkäfer setzten dem Schutzwald oberhalb der Riedingalm zu, erst der neue Forstweg machte eine professionelle und schnelle Aufarbeitung der Schäden möglich.

Schwaiger: “Wald hätte seine Schutzfunktion verloren”

“Der Wald hätte hier seine Schutzfunktion verloren, wenn wir nichts unternommen hätten. In enger Abstimmung mit dem Naturschutz und unter strengen Auflagen wurde die 1,2 Kilometer lange Lebensader errichtet, um zwölf Hektar Schutzwald zu bewahren”, erklärt Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP). Und die für den Naturschutz zuständige Amtskollegin Maria Hutter (ÖVP) ergänzt: “Der Weg wurde mit geringster Beeinträchtigung für Flora und Fauna gebaut. Als Ausgleichsmaßnahme wurde unter anderem ein Amphibientümpel im Almbereich angelegt.”

hutterschwaiger2 Ohne den Forstweg hätte der Wald seine Schutzfunktion verloren, sind Maria Hutter und Josef Schwaiger einig. /Neumayr ©

Hutter: Ausgleichmaßnahmen für Wegebau

Und es gibt noch eine besondere Maßnahme als Ausgleich für den Wegebau: “Im Auslaufbereich der ehemaligen Josef ‘Bubi’ Bradl Schanzenanlage in Mühlbach – dort machte der berühmteste Sohn des Ortes seine ersten großen Sprünge – wurden alte Entwässerungsrohre entfernt”, erklärt Landesrätin Maria Hutter

Riedingalm von Lawinen bedroht

Das öffentliche Interesse hat im Fall der bei Wanderern beliebten Riedingalm überwogen, denn sie steht im Europaschutzgebiet Kalkhochalpen und im Landschaftsschutzgebiet Göll-Hagengebirge-Hochkönig-Steinernes Meer. “Die Hütte wurde schon einmal von einer Lawine mitgerissen, an anderer Stelle wieder aufgebaut, die Gefahr ist also alles andere als theoretisch”, sind sich Schwaiger und Hutter einig.

Hüttenwirt: “Mir hat das Herz geblutet”

Die Hütten- und Landwirte Anni und Rupert Bergmüller sind jedenfalls erleichtert, dass nun ihr Weg fertig ist. “Vor den großen Windwürfen ging die Waldarbeit noch mit der Hand, aber dann wurden die Schadholzmengen so groß, das konnten wir nicht mehr bewältigen. Mir hat das Herz geblutet, als der Schutzwald immer mehr zerfallen ist”, erzählt Rupert Bergmüller, der heuer seinen 42. Almsommer hier verbringt. Jetzt sei die Arbeit wieder machbar, die Schutzfunktion intakt, die Riedingalm sicher vor den drohenden Schneemassen.

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