Müll auf den Bergen: “Vielen ist gar nicht klar, was sie mit einer Bananenschale anrichten”

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Saubere Wanderwege sind keine Selbstverständlichkeit. (Symbolbild)
Saubere Wanderwege sind keine Selbstverständlichkeit. (Symbolbild) - © dpa/Marc Müller/Archiv
“Was man hinaufträgt, nimmt man auch wieder mit ins Tal” – So lautet die Devise vieler Bergsteiger, aber scheinbar nicht aller, wie ein viraler Facebook-Post des Stüdlhütten-Wirts am Großglockner zeigt. Brigitte Slupetzky vom Salzburger Alpenverein appelliert im Gespräch mit SALZBURG24 an die Wanderer und klärt auf.




“Zwei Mal täglich sieht unsere Hütte so aus”, schreibt der Pächter der Stüdlhütte zu vier Bildern, die er am Sonntag auf seiner Facbook-Seite postete. Zu sehen sind verdreckte Zimmer und Müll am Boden. Dosen, Plastiksackerl, auch Brot. “Täglich müssen wir ca. 300 Liter Müll […] zusammenklauben”, führt er aus. Auch am nahen Gletscher kämen jeden Tag an die 150 Liter Abfall hinzu. Die Stüdlhütte liegt auf der Osttiroler Seite des Großglockners auf 2.801 Meter Seehöhe.

Müllsack-Spender gegen achtlos weggeworfenen Abfall

Knapp 500 Meter darunter, auf 2.330 Meter Seehöhe, bewirtschaften Barbara und Hannes Kogler in Krimml (Pinzgau) seit nunmehr zwölf Jahren die Zittauerhütte. Ein so drastisches Bild wie sein Kollege von der Stüdlhütte kann Hüttenwirt Kogler glücklicherweise nicht zeichnen. Jedoch ist auch im Wildgerlostal der ein oder andere Abfall entlang des Weges zu finden. “Ganz vermeiden lässt sich das leider nie”, gibt er zu bedenken, “wir können nur unsere Gäste darauf aufmerksam machen und mit bestem Beispiel vorangehen.” Der Müll, der durch den Hüttenbetrieb entsteht, werde am Berg feinsäuberlich getrennt und zur Entsorgung ins Tal gebracht. Für die Wanderer gibt es einen Müllsack-Spender.

Salzburger Alpenverein appelliert an Wanderer

Bewusstseinsbildung will man auch beim Salzburger Alpenverein betreiben, sagt Brigitte Slupetzky, Vorsitzende des Landesverbandes. Bereits seit 1970 gibt es die Aktion “Saubere Berge”. “Vielen ist gar nicht klar, was sie beispielsweise mit einer weggeworfenen Bananenschale anrichten”, ist sie überzeugt.

Bis eine Bananen- oder Orangenschale verrottet, vergehen bis zu drei Jahre. Bei Papiertaschentüchern und Kaugummis sind es gar bis zu fünf Jahren. Zigarettenstummel brauchen bis zu sieben Jahre, daneben geben sie Chemikalien und Schwermetalle an die Natur ab.

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