Murray nach Thriller Sieger über Nishikori bei ATP-Finals

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Murray hatte hart zu kämpfen
Murray hatte hart zu kämpfen - © APA (AFP)
Andy Murray und Kei Nishikori haben am Mittwoch bei den mit 7,5 Mio. Dollar dotierten ATP-Finals in London ein Stück Tennis-Geschichte geschrieben. Im bisher längsten, auf zwei Gewinnsätze ausgetragenen Match der Turniergeschichte setzte sich der topgesetzte Brite nach nicht weniger als 3:20 Stunden mit 6:7(9),6:4,6:4 durch und trifft am Freitag im Spitzenduell auf Stan Wawrinka.

Murray hat sich für die bittere Fünfsatz-Niederlage im Viertelfinale bei den US Open in New York an dem Weltranglisten-Fünften revanchiert. Auch in der ersten Davis-Cup-Runde Anfang März in Birmingham hatten sich Murray und Nishikori einen erbitterten Kampf geliefert, ehe Murray nach 4:54 Stunden und fünf Sätzen die uneinholbare 3:1-Führung der Briten gegen Japan erspielt hatte.

Einen Kampf auf Biegen und Brechen erlebten auch die Zuschauer in der O2-Arena. Murray hatte im ersten Satz zwei Bälle zur 1:0-Führung vergeben, ehe Nishikori seinen fünften Satzball zum 11:9 im Tiebreak nützte. Allein der erste Satz dauerte 85 Minuten. Im zweiten Durchgang führte Murray schon 2:0 und 4:2, Nishikori schaffte mit einem Rebreak das 4:4, musste dann aber selbst den Aufschlag wieder abgeben. Auch im dritten Durchgang holte der Asiate ein 2:5 fast noch auf, bei 5:4 servierte Murray dann aber aus. Es war das bisher beste Match des laufenden Turniers.

Murray, der sich für die obligatorische Pressekonferenz erst zwei Stunden nach dem Match zur Verfügung stellen wollte, meinte noch auf dem Platz: “Ich habe wirklich hart gefightet. Kei hat mich sehr viel laufen lassen und hat viele Punkte diktiert.” Er habe dann ein paar freie Punkte bei seinem Aufschlag mehr bekommen. “Ich habe ihn dann härter arbeiten lassen bei seinem Aufschlag und genug Breaks gemacht, um zu gewinnen.”

Seine aktuelle Siegesserie erhöhte Murray nun schon auf 21:0-Siege und er wird auch am Freitag gegen Wawrinka Favorit sein. “Dafür arbeitet man, für diese Momente, große Matches, an Schauplätzen wie hier und bei toller Atmosphäre.” Murray fühlt sich nach den Strapazen des Tages und der letzten Wochen “okay”. “Es sind jetzt hoffentlich noch drei Tage in dieser Saison, und ich werde mein Bestes geben, noch so viele Matches zu gewinnen wie ich kann”, versprach der zweifache Olympiasieger.

Sein großer Konkurrent um den Tennis-Thron, Novak Djokovic, hatte sich in Gruppe “Ivan Lendl” schon am Dienstag seinen Halbfinal-Platz gesichert. Am Donnerstag (21.00 Uhr MEZ) kämpft Österreichs Aufsteiger Dominic Thiem im direkten Duell mit Milos Raonic (CAN-4) um den Halbfinal-Einzug.

Gael Monfils, der am Dienstag bei den ATP-Finals in London Dominic Thiem im zweiten Match der Gruppe “Ivan Lendl” unterlegen war, sagte unterdessen am Mittwochabend wegen einer bereits länger bestehenden Rippenverletzung für sein letztes Spiel gegen Djokovic ab. Der Franzose wird durch Ersatzmann David Goffin aus Belgien ersetzt.

“Ich kann morgen nicht spielen, weil meine Rippenverletzung immer schlimmer wird”, sagte Monfils, der sich die Blessur schon beim Turnier in Stockholm zugezogen hatte. Das letzte Gruppenmatch gegen Djokovic wäre für ihn allerdings auch sportlich relativ bedeutungslos gewesen, da er keine Aufstiegschance mehr gehabt hätte. “Ich habe alles versucht, aber es ist mir nicht wirklich gelungen.”

Am Mittwochabend hat Stan Wawrinka seine Aufstiegs-Chancen in der Gruppe “John McEnroe” bewahrt. Der US-Open-Sieger besiegte den als Geheimfavoriten in die ATP-Finals gestarteten Marin Cilic (CRO-7) nach 1:58 Stunden mit 7:6(3),7:6(3) und trifft nun im Schlager am Freitag auf den topgesetzten Andy Murray.

Cilic ist hingegen überraschend bereits ausgeschieden. Der Kroate hatte sich mit einem starken Herbstfinish noch für den mit 7,5 Mio. Dollar dotierten Showdown qualifiziert, und hat nun in zwei von drei Spielen noch keinen Satz gewonnen. Zudem ist durch diese Niederlage auch Murray noch nicht sicher im Halbfinale.

“Das war ein tolles Level, ein tolles Match. Ich bin wirklich glücklich. Es ist das letzte Turnier des Jahres und es ist ein Traum hier zu spielen. Ich kämpfe so hart ich nur kann, um einige Matches zu gewinnen”, freute sich “Stan the man” wie der Schweizer genannt wird.

(APA)

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