Murray und Ferrer steuern auf Traum-Finale zu

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Kohlschreiber gewann gegen Landsmann
Kohlschreiber gewann gegen Landsmann
Andy Murray hat am Freitag in der Wiener Stadthalle auch sein zweites Match gewonnen und steht im Halbfinale des Erste Bank Open. Der als Nummer zwei gesetzte Olympiasieger aus Großbritannien besiegte den deutschen Außenseiter Jan-Lennard Struff in 86 Minuten mit 6:2,7:5. Murray trifft nun am Samstag auf den serbischen Qualifikanten Viktor Troicki.


Der 28-jährige Troicki rang den Brasilianer Thomaz Bellucci, der im Achtelfinale Feliciano Lopez (ESP) besiegt hatte, in 2:27 Stunden mit 7:6(4),6:7(2),6:2 nieder. Weiter gekommen ist auch Philipp Kohlschreiber. Die Nummer vier des Turniers setzte sich einen Tag nach seinem 30. Geburtstag im rein deutschen Duell mit Benjamin Becker mit 6:4,7:6(3) durch. Er trifft nun auf den topgesetzten David Ferrer. Der Spanier gewann gegen den Serben Ivo Karlovic mit 7:6(5),6:4. “Das war ein sehr schwieriges Match, weil Karlovic einer der stärksten Aufschläger auf der Tour ist”, lautete Ferrers Kommentar. “Ich bin sehr happy, dass ich hier im Semifinale stehe.”

Murray war mit seinem Auftritt vor rund 8.000 Zuschauern recht zufrieden. “Ich bin ziemlich gut ins Match gestartet und hatte im ersten Satz eine Phase, wo ich 12, 13 Punkte in Folge gemacht habe”, erklärte der 27-jährige Schotte. “Im zweiten Durchgang ist er dann besser geworden. Er ist ein großer Spieler mit einem guten Aufschlag, der sehr aggressiv spielt. Auf einem schnellen Indoor-Court ist das immer ein schwieriges Match”, sagte Murray.

Murray spielt nun am Samstag (14.00 Uhr) gegen Troicki, gegen den er eine ausgezeichnete Bilanz aufweist. Alle bisherigen fünf Begegnungen mit dem Serben hat der Schotte für sich entschieden. Nur einmal (2011 in Roland Garros) stand er nach einem 0:2-Satzrückstand vor einer Niederlage, sonst war Murray stets überlegen. “Ja, ich habe in der Vergangenheit gut gegen ihn gespielt. Er ist ein sehr guter Athlet und bewegt sich extrem gut.”

Troicki, derzeit Weltranglisten-127., ist erst vor drei Monaten nach einer zwölfmonatigen Sperre wegen einer nicht abgegebenen Blutprobe wieder auf die Tour zurückgekehrt. Nun steht er erstmals seit Moskau 2011 (Finale) wieder in einem Semifinale auf der Tour.

Nach nunmehr sechs Siegen en suite in der Stadthalle sieht sich Troicki auf einem guten Weg, sein Ziel, so schnell wie möglich in die Top 100 zurückzukehren, zu erreichen. “Der Wien-Trip ist bisher recht erfolgreich verlaufen. Ich glaube, wenn ich noch ein Match gewinne, dann habe ich es geschafft.” Im Juli kehrte Troicki dank einer Wildcard in Gstaad auf die Tour zurück und besiegte gleich in seinem ersten Match Dominic Thiem. “Ich hatte damals nur noch 20 Punkte übrig.”

Der Blick zurück auf die tennislose Zeit berührt Troicki immer noch. Er war sich zu dem Zeitpunkt der nicht gegebenen Blutprobe sicher, dass er nichts falsch gemacht hat. “Ich habe das Problem, wenn ich Blut gebe, dass ich ohnmächtig werden kann. Ich habe den Urintest gemacht, und habe ihr (der Ärztin) gesagt, dass ich mich nicht wohlfühle. Sie hat gesagt, ja ich kann sehen, dass sie sich nicht gut fühlen.” Troicki habe gefragt, ob es eine Chance gebe, den Test nicht am gleichen Tag zu machen. “Sie hat es mir erlaubt und mir gesagt, ich solle einen Brief schreiben.”

Der am nächsten Tag vollzogene Test sei negativ gewesen, dennoch habe er gegen die Regeln verstoßen. Positiv an der erzwungenen Auszeit seien nur wenige Dinge gewesen: Das Wissen, wer seine wirklichen Freunde sind, die Unterstützung seiner Teamkollegen, allen voran Novak Djokovic und das Kennenlernen seiner Freundin Sofia. “Novak war ein echter Freund, er hat mich am Beginn öffentlich unterstützt und dafür auch Probleme bekommen.”

Mit frischem Geist und dem Wissen, wie sehr er Tennis vermisst hat, ist Troicki nun bereit – und kämpft am Samstag um das erste Endspiel seit drei Jahren. “In mir weiß ich, dass ich clean war. Ich habe nie betrügen wollen. Es war Pech, was passiert ist, aber jetzt fühle ich, dass ich wieder zurückkommen kann.” Für ihn sei die ganze Affäre, die schmerzvollste Erfahrung gewesen. “Hätte ich wirklich etwas genommen und wäre überführt worden, wäre meine Sperre kürzer gewesen als sie jetzt war”, sei ihm erzählt worden.

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