Muti vor Comeback in Mailand

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Muti inzwischen 75 Jahre alt
Muti inzwischen 75 Jahre alt - © APA (Archiv)
Mailand fiebert dem Comeback von Riccardo Muti an der Scala fast zwölf Jahre nach seinem Abschied entgegen. Der 75-Jährige wird am 20. und 21. Jänner zwei Konzerte seines Chicago Symphony Orchestra dirigieren. “Es ist, als hätte ich die Scala nie verlassen” sagte Muti im Interview mit der römischen Tageszeitung “La Repubblica” am Samstag.

2005 war Muti nach fast 20 Jahren als Musikdirektor im Streit mit dem damaligen Intendanten Carlo Fontana geschieden. Seitdem hatte er nicht mehr an der Scala dirigiert. “Wenige Monate davor hatte ich mit dem Scala-Orchester eine wunderbare Tournee in Japan und Korea unternommen. Das Orchester war auf einem außerordentlichen Niveau. Ich hatte kein Gefühl einer Krise. Alles hat sich schnell und auf komplizierte Weise verstrickt”, erinnert sich Muti zurück. Mit einigen Mitgliedern des Scala-Orchesters sei er in all diesen Jahren in Verbindung geblieben.

“Als Musikdirektor der Scala habe ich wesentliche Jahre meines Lebens verbracht. Doch alles geht zu Ende”, kommentierte Muti. Mit seinem Chicago Symphony Orchestra hat der Dirigent am Freitag in Paris seine Europa-Tournee begonnen, die er am heutigen Samstag und am Sonntag in der kürzlich eröffneten Elbphilharmonie in Hamburg fortsetzt. Neben den beiden Konzerten an der Scala sind weiters auch Auftritte in Wien, Baden-Baden und Frankfurt geplant.

Muti arbeitet inzwischen mit der iranischen Regisseurin Shirin Neshat an der “Aida”, die er im Sommer 2017 bei den Salzburger Festspielen dirigieren wird. Anna Netrebko singt die Titelrolle. Weitere Hauptrollen übernehmen die Italiener Francesco Meli und Luca Salsi. “Mit Shirin Neshat teilen wir die Idee, dass es sich bei der ‘Aida’ um eine intime Oper über die Verschiedenheit von Rassen und Kultur handelt, die auf zwei Frauen – Aida und Amneris – konzentriert ist”, so Muti.

In seiner Karriere habe er mit vielen namhaften Regisseuren zusammengearbeitet, er sei von einigen von ihnen auch enttäuscht worden. “Es geht nicht um Antike gegen Moderne, es ist eine Frage von einer intelligenten oder einer idiotischen Regie. Es geht darum, etwas aufzuführen, oder nur Chaos zu machen”, kommentierte Muti.

(APA)

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