Mutter erwürgt: Fall so gut wie geklärt

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Der Fall einer 64-jährigen Mutter, die von ihrem Sohn Montagvormittag im Bezirk Braunau erwürgt worden ist, ist so gut wie geklärt. Der 28-jährige Verdächtige legte nach seiner Festnahme ein umfassendes Geständnis ab, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis Alois Ebner am Dienstag mit.

Der Sohn wurde eine Stunde nach der Tat in Bayern festgenommen. Bei der Kriminalpolizei Passau schilderte er den Tathergang. Demnach hatte der 28-Jährige, der in Nürnberg wohnt und Informatik studiert, seine Mutter im Innviertel besucht.

Sohn hatte Panikattacken und Angstzustände

Die Familie hatte sich nach dem Tod des deutschen Vaters geteilt. Die beiden Söhne blieben in Deutschland. Die Frau zog nach Oberösterreich und baute im Innviertel ein Haus. Die Familie bemerkte bei dem 28-Jährigen vor rund einem Jahr psychische Auffälligkeiten. Er fühlte sich von Arbeitskollegen und auch Sportfreunden verfolgt, hatte Panikattacken und Angstzustände und war deswegen auch in Behandlung.

Mutter mit Glasflasche auf Kopf geschlagen

Wegen dieser psychischen Probleme reiste er auch vor einigen Tagen zu seiner Mutter und wohnte dort im Gästezimmer. Am Montag kam es zwischen den beiden zu einer Auseinandersetzung. Der Sohn fürchtete, er werde im Haus eingesperrt. Deswegen schlug er mit einer Glasflasche auf den Hinterkopf der 64-Jährigen, um sie zu töten. Weil das nicht die beabsichtigte Wirkung zeigte, erwürgte er sie. Dann schleifte er die Leiche in das Bad und zog sie aus, um so einen tödlichen Sturz bei der Körperpflege vorzutäuschen. Zudem telefonierte er mehrmals mit seinem gleich hinter der nahen oberösterreichisch-bayerischen Grenze wohnenden Bruder und deutete ihm an, dass es der Mutter nicht gut gehe.

Bruder versuchte Mutter zu reanimieren

Dieser kam sofort und erkannte gleich, was passiert war. Er versuchte noch, die 64-Jährige zu reanimieren. Währenddessen schnappte sich der 28-Jährige den Schlüssel zum Auto des Bruders und fuhr damit in das nahegelegene Mühlheim am Inn. Er durchschwamm den Fluss und läutete im dortigen bayerischen Ort Malching bei einem Haus und bat völlig durchnässt um Hilfe. Wenig später nahm ihn die Polizei fest.

Ried stellte Auslieferungsantrag

Seine Angaben decken sich mit den Ergebnissen der Obduktion der getöteten Frau und den Angaben seines Bruders. Die aufgrund des Tatortes zuständige Staatsanwaltschaft Ried geht davon aus, dass der Verdächtige in Bayern in Untersuchungshaft genommen wird. Sie stellte umgehend ein Auslieferungsersuchen. Darüber müssen voraussichtlich die Staatsanwaltschaft Passau und die Oberstaatsanwaltschaft München entscheiden. Das kann etliche Tage dauern.

Sollte der 28-Jährige an Österreich übergeben werden, wird die Rieder Staatsanwaltschaft ein psychisches Gutachten in Auftrag geben. Es soll eine Geisteskrankheit und die Schuldfähigkeit prüfen. Danach wird entschieden, ob ein Strafverfahren eingeleitet oder ein Antrag auf Einweisung gestellt wird.

(APA)

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