“MyMicroBalance”: App aus Salzburg ist Download-Hit im Google Play Store

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Thomas Meike beim Interview mit S24-Chefredakteurin Nicole Schuchter.
Thomas Meike beim Interview mit S24-Chefredakteurin Nicole Schuchter. - © SALZBURG24/Berger
Eine App aus Salzburg ist derzeit der Renner im Google Play Store. Innerhalb von knapp zwei Monaten wurde die Applikation für Android-Geräte, die ein Haushaltsbuch simuliert, schon fast 10.000 Mal heruntergeladen. Was hat die App, was andere nicht haben? Wir haben direkt bei den Entwicklern aus Henndorf (Flachgau) nachgefragt.




„Mit diesem Haushaltsbuch erfassen Sie die Ausgaben dort, wo sie entstehen. Egal ob auf der Couch, in der Mittagspause, im Büro, in der Schule oder sogar am WC, ein kurzer Finanzcheck und ein Update Ihrer Daten hält Sie immer auf dem Laufenden“, so lautet die App-eigene Beschreibung im Google Store. Eigentlich ja nichts Neues. Doch bei genauerem Hinschauen merken wir, das mobile Haushaltsbuch des Flachgauer Brüderpaares hat gegenüber anderen Anbietern einen entscheidenden Vorteil: Die Nutzer können die Daten sharen, also mit anderen Usern ganz einfach teilen. „Mit diesem Feature sind wir einzigartig“, zeigt sich Thomas Meike im Interview mit SALZBURG24 stolz.

Idee entstand vor zehn Jahren

Der 43-jährige Software-Entwickler hat gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Michael mit dem Programmieren der App begonnen. Doch ihren Ursprung fand das digitale Haushaltsbuch schon vor zehn Jahren, verrät uns Meike: „Mein Bruder wollte damals seine privaten Finanzen selbst verwalten. Er fand aber kein geeignetes Programm. Also setzte sich Michael – er ist auch Software-Entwickler – kurzerhand einfach selbst hin und programmierte MyMicroBalance (MMB) für den Computer. Das stellte er dann gratis zum Download zur Verfügung“, schildert Meike.

Haushalts-App aus Henndorf zum Download

Seitdem wurde MMB von den Meikes neben ihren Hauptjobs stetig betreut, verwaltet und weiterentwickelt. Nachdem vor ein paar Jahren die Nutzung des Programms am PC – bei einer stolzen Zahl von einer halben Million Geräte – stagnierte, mussten die Brüder umdenken. Das Smartphone hatte sich mittlerweile als stetiger Begleiter etabliert und so war es naheliegend, dass eine App her musste. Zweieinhalb Jahre lang haben Michael und Thomas Meike programmiert, entwickelt und getestet, bis sie selbst mit ihrem Produkt 100 Prozent zufrieden waren. Am 17. Dezember 2016 stellten sie ihr „Baby“ dann zum Download in den Google Play Store. „Wir sprechen Leute an, die den Überblick über ihre Finanzen nicht verlieren wollen. Als Nutzer will ich etwas Praktisches in der Hand. Über die App kann ich Monat für Monat und egal wo ich gerade bin, sehen, wie hoch meine Ausgaben zum Beispiel im Lebensmittelbereich, fürs Tanken sind oder wie viel Geld ich für Freizeitaktivitäten ausgebe“, erklärt Meike die Funktionen. Mit der App wollen die Henndorfer vor allem Familien und Vereine ansprechen, bei denen mehrere Personen ein gemeinsames Haushaltsbudget oder Konto verwalten.

Screenshots der App./MyMicrobalance Screenshots der App./MyMicrobalance ©

Share-Funktion macht Salzburger-App einzigartig

Die Share-Funktion überhaupt erst möglich macht eine Cloud, in der die Finanzdaten gespeichert werden – im Gegensatz zu den anderen verfügbaren Budget-Apps, bei denen Daten lokal am Handy liegen. Ein Alleinstellungsmerkmal, das gleichzeitig das Thema Datensicherheit in den Mittelpunkt rückt. „Wir wollen auf die Einzigartigkeit der App keinesfalls verzichten und dementsprechend brauchen wir die Cloud. Das Thema Datenschutz ist zum Glück ein Thema, das die Leute sehr beschäftigt. Wir können darauf nur mit möglichst viel Transparenz reagieren“, so Meike.

Dementsprechend veröffentlichen die Brüder für alle Interessierten im Impressum auch wie die Datenübertragung funktioniert, wo die Informationen liegen, welche Cloud verwendet wird und welche Daten gespeichert werden.

“Ein Geschäftsmodell ist Garant für Weiterentwicklung”

Die Henndorfer Haushalts-App ist grundsätzlich zwar gratis, ein Geschäftsmodell gibt es trotzdem. Nämlich sogenannte In-App-Produkte wie Statistiken, Auswertungsmöglichkeiten und Funktionsfeatures. Die kann man ab 0,99 Cent einzeln dazukaufen. Wer alles will, zahlt einmalig zehn Euro. Und etwas Werbung wird auch geschaltet. Reich werden die Salzburger mit ihrer App wohl nicht, das Geschäftsmodell sehen sie dennoch für essentiell an. „Für viele User sind Apps, die völlig gratis sind selbstverständlich. Doch wenn ein Unternehmenskonzept dahinter steht, kann das von den Nutzern als Garant dafür gesehen werden, dass die Entwickler den Service langfristig betreiben wollen. Ich glaube, es gibt nichts Ärgerlicheres wenn man einen Service ein oder zwei Jahre akribisch nutzt und dann wird der Betrieb eingestellt oder die App nicht mehr gewartet“, so Meike.

Einem Verkauf der App sind die Brüder grundsätzlich nicht abgeneigt, sofern der Service für die User in dieser oder noch besserer Form bestehen bliebe, sagt Meike. Davor wollen sich die Brüder aber erst einmal noch einen anderen Traum erfüllen. Nämlich die Neuentwicklung ihrer App unter dem Apple-Betriebssystem iOS. „Das wäre wunderbar, wenn wir das mal schaffen. Wir wünschen es uns sehr und auch die Nachfrage ist da“. Einen Zeitplan dafür gibt es allerdings noch nicht.

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