Nach Anschlag in London: Polizei nimmt Verdächtigen fest

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Eine selbstgebastelte Bombe explodierte in der U-Bahn
Eine selbstgebastelte Bombe explodierte in der U-Bahn - © APA (AFP/Twittr,@sylvainpennec)
Die Polizei in London hat nach dem Anschlag eine “bedeutende Festnahme” gemacht. Laut Polizei ist im Zuge der Ermittlungen ein 18-Jähriger festgenommen worden. Nach dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn hat die britische Regierung die Sicherheitsvorkehrungen im Land verschärft. In Großbritannien gilt inzwischen die höchste Terrorwarnstufe.

Wie die Londoner Polizei bekannt gibt, ist in Verbindung mit dem Terror-Anschlag am Freitag auf eine U-Bahn in London ein 18-Jähriger festgenommen worden. “Wir haben eine bedeutsame Festnahme in unseren Ermittlungen gemacht. Die Ermittlungen werden aber weiter fortgesetzt, die Terrorwarnstufe bleibt kritisch”, erklärt Anti-Terror-Ermittler Neil Basu.

Festnahme in Dover

Die Festnahme sei am Samstag in der Früh im Hafenviertel der südenglischen Stadt Dover erfolgt, teilte die Polizei mit. Dover liegt am Ärmelkanal, von dort starten Fähren und Züge nach Frankreich. Der 18-Jährige sei in einer örtlichen Polizeiwache und werde “zu gegebener Zeit” in eine Polizeiwache im Süden Londons verlegt, hieß es weiter. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte die Polizei vorerst keine weiteren Angaben zu dem Verdächtigen machen.

Die Festnahme von Samstag früh werde “zu mehr Aktivitäten unserer Beamten führen”. Die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Chefermittler Mark Rowley hob jedoch hervor, die Fahndung nach dem Täter und möglichen Komplizen werde ergebnisoffen geführt.

Weitere Hausdurchsuchungen in Südengland

Die britischen Sicherheitskräfte haben in Südengland ein Gebäude durchsucht. Aus Sicherheitsgründen seien umliegende Häuser evakuiert worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Die Aktion in Sunbury in der Grafschaft Surrey hänge mit dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn am Freitag sowie der Festnahme eines Verdächtigen am Samstagmorgen zusammen. Surrey grenzt im Südwesten an den Großraum London.

Terrorwarnstufe fünf aktiv

Die Warnstufe fünf bedeutet, dass die britischen Behörden einen unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag für möglich halten. Bei der Explosion einer selbst gebauten Bombe in einer voll besetzten U-Bahn nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green waren am Freitag mindestens 29 Menschen verletzt worden. Die Haltestelle wurde am frühen Samstagmorgen wieder für den Betrieb freigegeben.

Polizei: “Jagd auf Verdächtige”

Die Polizei fahndete mit Hochdruck nach dem Täter oder den Tätern. Es werde “Jagd auf Verdächtige” gemacht, sagte Scotland Yards Anti- Terror-Chef Mark Rowley. “Unsere Ermittlungen schreiten mit großer Geschwindigkeit voran.” Einzelheiten zu den Verdächtigen oder der Bombe wollte Rowley aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Nach einem Bericht des “Guardian” wurden bereits Video-Aufzeichnungen aus Überwachungskameras ausgewertet, auf denen zu sehen ist, wie der Bombenleger mit dem Sprengsatz in die U-Bahn einsteigt.

IS reklamiert Anschlag für sich

Die IS-Terrormiliz reklamierte den Anschlag für sich. Ein Kämpfer des Islamischen Staates habe die Tat ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Freitagabend im Internet. In einer weiteren Nachricht hieß es, dass es “Soldaten des Kalifats” gelungen sei, mehrere Sprengsätze zu platzieren, von denen einer 30 Menschen getroffen habe. Das Schlimmste komme jedoch noch, hieß es über die üblichen Kanäle, über die der IS auch in der Vergangenheit schon Anschläge für sich reklamiert hatte.

Augenzeugen berichten von “Feuerwand”

Die Bombe in London explodierte gegen 08.20 Uhr mitten im morgendlichen Berufsverkehr. Die Station Parsons Green liegt im westlichen Zentrum der Millionenmetropole, nahe dem Stadion des Fußballclubs FC Chelsea. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall und einer “Feuerwand” beziehungsweise einem “Feuerball” in der Bahn.

Großbritannien ist damit bereits zum fünften Mal in diesem Jahr Ziel eines Anschlags geworden. Bei vier früheren Anschlägen in London und Manchester in diesem Jahr waren insgesamt 36 Menschen ums Leben gekommen, drei der Attacken gingen auf das Konto von Islamisten.

Höchste Terrorstufe zuletzt nach Attentat in Manchester

Die höchste Terrorwarnstufe war zuletzt im Mai nach einem Bombenattentat auf die Besucher eines Konzerts in Manchester ausgerufen worden. Dort waren 22 Menschen getötet worden.

Im März war ein Attentäter auf der Londoner Westminster-Brücke mit einem Auto gezielt in Fußgänger gerast, bevor er einen Polizisten auf dem Gelände des Parlaments niederstach. Fünf Menschen starben. Acht Menschen kamen bei einem Angriff auf das Londoner Ausgehviertel Borough Market und die London-Bridge ums Leben. Ein Mann starb bei einem Angriff auf Moscheebesucher Ende Juni in London.

(APA/dpa)

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