Nach Felsstürzen im Pinzgau: Salzburgs Berge offenbar in Bewegung

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Drei Kubikmeter Gestein lösten sich in Taxenbach.
Drei Kubikmeter Gestein lösten sich in Taxenbach. - © Freiwillige Feuerwehr LZ Högmoos
Nach dem massiven Felssturz am Osterwochenende in Taxenbach (Pinzgau) sind die Aufräumarbeiten am Mittwoch nahezu abgeschlossen. Akute Gefahr drohe hier nicht mehr, wie Bezirkshauptmann Bernhard Gratz im Gespräch mit SALZBURG24 sagt. Allerdings bereite ein Abhang im Fuscher Ortsteil Perleben neuerdings Sorgen.




Rund 300 Kubikmeter Gestein sind am Sonntagabend aus einem Felsen gegenüber des Gasthauses Kitzloch in Taxenbach herausgebrochen. Vier Fahrzeuge wurden dabei beschädigt, verletzt wurde aber niemand. Am Mittwochmittag waren die Aufräumarbeiten größtenteils abgeschlossen, wie Gratz berichtet. “Die Zufahrtsstraße zur Kitzlochklamm ist nun wieder gefahrlos befahrbar”, versichert er.

Sicherungsarbeiten seien in diesem Bereich derzeit nicht notwendig. Es bestehe keine akute Gefahr, so der Bezirkshauptmann. Der Hang stehe allerdings unter regelmäßiger Beobachtung.

Erneuter Felssturz droht in Fusch

Einen Anlassfall gebe es aber aktuell in der Pinzgauer Gemeinde Fusch. Im Ortsteil Perleben – hier kam es zuletzt im Februar dieses Jahres zu einem massiven Felssturz – würden erneute Gesteinsbewegungen drohen. An dem Hang hat sich bereits im Jahr 1972 der erste Felssturz ereignet. 2004 hat es erneut ein derartiges Ereignis gegeben, seit damals dürfen die beiden Wohnhäuser nicht mehr dauerhaft bewohnt werden.

Gratz hofft nun auf nicht allzu starke Niederschläge in den kommenden Wochen. Sonst könnten sich auch an den Seitenhängen von Bächen rasch Muren entwickeln. Diese Gefahr sieht auch der Salzburger Landesgeologe Rainer Braunstingl.

Wie der Experte im ORF-Interview sagt, sei mit weiteren Felsstürzen und Hangrutschungen zu rechnen. Salzburgs Berge sind demnach in Bewegung. Die tiefen Temperaturen dieses Winters sorgten für Instabilität in den Gesteinsschichten. Umwelteinflüsse – wie etwa starker Regen – könnten schnell zu einem Problem führen.

“Die letzte Eiszeit ist erst kaum 20.000 Jahre her. Durch das Abschmelzen der Gletscher vor etwa 18.000 Jahren sind sehr steile Hänge entstanden, die sich im – geologisch betrachtet – vergleichsweise kurzen Zeitraum von wenigen tausend Jahren noch nicht stabilisieren konnten”, erklärt er. Es könne noch Jahrhunderte dauern, bis sie sich halbwegs gefestigt hätten, prognostiziert Braunstingl. Nicht nur im Pinzgau, sondern im gesamten Bundesland würden Experten gefährdete Felsen und Hänge beobachten.

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