Nach Landtagswahl in Salzburg: Zwei Parteien vor dem Ende

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Hans Mayr steht vor dem Ende seiner politischen Karriere.
Hans Mayr steht vor dem Ende seiner politischen Karriere. - © APA/NEUMAYR/LEO
Die Landtagswahl am Sonntag in Salzburg dürfte das Ende zweier politischer Karrieren und mit ihnen wohl auch derer Parteien eingeläutet haben: Der frühere Langzeitobmann der FPÖ, Karl Schnell, mit seiner Freien Partei Salzburg (FPS) und der ehemalige Team-Stronach-Landesrat Hans Mayr mit seiner Salzburger Bürgergemeinschaft (SBG) spielen in der Landespolitik künftig keine Rolle mehr.


Vor allem Schnell hat es auch über die Grenzen des Bundeslandes zu Bekanntheit gebracht, und das erstmals gleich am Anfang: Sein Einstieg in die Politik erfolgte nämlich 1991 auf Bundesebene, als der damalige FPÖ-Chef Jörg Haider seinen Wahlkampf-Helikopterpiloten zum Generalsekretär der aufstrebenden Freiheitlichen machte. Nur ein Jahr später hievte ihn Haider an die Spitze der Landespartei, wo er den zu wenig angriffigen Volker Winkler ablöste und auch dessen Job als Landesrat übernahm.

Schnell fliegt aus Landesregierung

Für Aufsehen sorgte dann 1997 sein Rauswurf aus der Landesregierung: Der Landtag sprach ihm als Folge der sogenannten “Datenklau-Affäre” das Misstrauen aus. Schnell war damit auch der Wegbereiter für die Abschaffung des Proporzes in der Landesregierung, denn ÖVP und SPÖ war es schon länger ein Dorn im Auge, dass der FPÖ-Politiker von der Regierungsbank aus Oppositionspolitik betrieben hatte. Später überstand Schnell einen innerparteilichen Machtkampf, 2015 kam es dann aber zum Zerwürfnis mit der Bundespartei, das im Rauswurf des Langzeit-Parteichefs in Salzburg durch Bundesobmann Heinz-Christian Strache gipfelte.

Schnell verfehlt Einzug in Landtag nur knapp

Schnell scharte seine Anhänger um sich und startete mit der neu gegründeten FPS noch einmal durch. Der erste Versuch bei der Nationalratswahl im vergangenen Oktober endete allerdings mit einem totalen Rohrkrepierer. Bei der Landtagswahl sorgte seine Partei aber für eine Überraschung. Die FPS lag mit fast 4,6 Prozent deutlich über den Prognosen und schrammte nur knapp am Einzug in den Landtag vorbei. Für Schnell ist aber nun trotzdem Schluss. Er lässt die Periode als Vizebürgermeister in Saalbach-Hinterglemm bis zum kommenden Frühling noch auslaufen und tritt dann den politischen Ruhestand an.

Mayr mit nur 1,8 Prozent

Deutlich klarer kam die Abfuhr gestern für Hans Mayr und die SBG, die nicht ganz 1,8 Prozent der Stimmen erhielt. Mayr war von 2008 bis 2013 Bürgermeister von Goldegg. Als ihm dann die ÖVP einen innerparteilichen Aufstieg verwehrte, heuerte er beim Team Stronach an und schaffte es als Landesrat in die Regierung. Während der Periode trat er aus der Partei aus und gründete die SBG.

SBG verschiebt Sitzung

Die SBG hat die für den Montagabend angesetzte Sitzung der Parteigremien verschoben. “Wir wollen uns bewusst ein paar Tage Zeit lassen, um nicht überhastet Entscheidung zu treffen”, sagte Mayr im Gespräch mit der APA. Man wolle sich zunächst einigen internen und organisatorischen Angelegenheiten widmen, bevor über die Zukunft der im April 2016 gegründeten Partei entschieden werde. Für den Freitag ist ein Treffen des dreiköpfigen Parteipräsidiums geplant, im größeren Kreis werde man sich am Mittwoch nächster Woche treffen.

Mayr nach schlechtem Abschneiden enttäuscht

Mayr zeigte sich am Montag gegenüber der APA vom schlechten Abschneiden der Partei enttäuscht. “Wir haben alles auf eine Karte gesetzt und waren guter Dinge, weil wir so viele positive Rückmeldungen bekommen haben.”

(APA)

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