Nach Schüssen in Wien: Opfer will Täter nicht gekannt haben

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Außenansicht des Tatorts in Wien-Meidling
Außenansicht des Tatorts in Wien-Meidling - © APA
Nach den Schüssen auf einen 37-Jährigen am Samstagmittag vor seiner Wohnung in Wien-Meidling hat die Befragung des Opfers im Krankenhaus offenbar wenig Licht in den Fall gebracht. Der 37-Jährige gab laut Polizeisprecher Paul Eidenberger an, er kenne den Täter nicht und könne sich auch nicht erklären, warum dieser auf ihn geschossen habe. Die Polizei suchte damit weiter nach einem Unbekannten.

Zu der Bluttat war es am Samstag im Stiegenhaus eines Wohnhauses in der Krichbaumgasse gekommen. Nach ersten Erkenntnissen des Landeskriminalamtes läutete der Bewaffnete gegen 13.00 Uhr an der Wohnung des Tschetschenen. Dieser öffnete die Tür, woraufhin der Angreifer eintrat. In der Wohnung – dort befanden sich auch die schwangere Ehefrau und sechs Kinder – sprachen die Männer erst miteinander. Dem Opfer gelang es, den bewaffneten Täter hinauszudrängen.

Dort gab der Täter mit einer Pistole Kaliber 9 mm nach Zeugenangaben drei bis vier Schüsse auf den 37-Jährigen ab. Die Spurensicherung fand drei Hülsen. Das Opfer wurde einmal im rechten Knie getroffen. Am Sonntag ging es ihm den Umständen entsprechend relativ gut.

Was die Motivlage betrifft, dürften die Ermittler nicht zuletzt aufgrund der wenig aufschlussreichen Angaben des Verletzten noch ziemlich am Anfang ihrer Nachforschungen stehen. Eidenberger sagte, es gebe keine Anhaltspunkte, praktisch sei nichts auszuschließen. Ein politisches oder religiöses Motiv steht ebenso im Raum wie eine Familienfehde oder ein Streit um Geld. Der 37-Jährige hat nach Ablehnung seines Asylantrags den Status eines subsidiär Schutzberechtigten erhalten.

Die Angaben des 37-Jährigen widersprachen auch ersten Informationen der Kinder, die am Samstag den Polizisten gesagt hatten, die beiden Männer hätten miteinander tschetschenisch gesprochen und einander offenbar gekannt. Am Sonntag waren eingehendere Befragungen der Angehörigen im Gange. Unklar war aufgrund der Sprachbarriere auch, ob es tatsächlich zu einem Streit der beiden Männer gekommen war. Vom Tatbild her wurde auch eine Strafaktion nicht völlig ausgeschlossen.

(APA)

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