Nach Urteil in der Schweiz: Tierschützer kämpfen gegen Hummerhaltung in Salzburger Restaurants

Akt.:
2Kommentare
Protestaktion vor einem Restaurant im Salzburger Flachgau.
Protestaktion vor einem Restaurant im Salzburger Flachgau. - © RespekTiere
Hummer dürfen in Schweizer Restaurants ab dem 1. März nicht mehr bei Bewusstsein in kochendes Wasser geworfen werden, die Krustentiere müssen vorher betäubt werden. Eine Regelung, die in Österreich schon seit Jahren gilt. Aber: Immer wieder findet man in Salzburg Restaurants, die diese lebende Meeresdelikatesse halten. Für den Tierschutzverein RespekTiere ist das Tierquälerei.




Tierschützer und Wissenschafter gehen davon aus, dass Hummer und andere Krustentiere hochentwickelte Nervensysteme besitzen – und deswegen Qualen erleiden, wenn sie lebendig in kochendes Wasser geworfen werden, wie es in der Spitzengastronomie üblich ist. Deshalb regelt die Schweiz ab 1. März, was in Österreich schon seit Jahren gilt: Hummer müssen in Restaurants vor dem Töten betäubt werden – etwa mit einem Elektroschocker. Weiters dürfen Krusten- und Schalentiere, außer Austern, nicht auf Eis aufbewahrt oder transportiert werden. Die detaillierte Verordnung für Österreich lest ihr HIER.

Lebende Hummer in Salzburger Restaurants

Für den Verein RespekTiere ist das aber zu wenig. Die Tierschützer kritisieren, dass trotz eindeutiger Vorgaben im Tierschutzgesetz, lebende Hummer in Salzburger Restaurants gehalten werden. „Das sind vor allem hochpreisige Restaurants, weil dort das Anbieten solcher Hummer eine Prestigesache ist“, so Thomas Putzgruber von RespekTiere im Gespräch mit SALZBURG24.

„Hummerhaltung ist Tierquälerei“

Gehe man nach dem derzeit geltenden Tierschutzgesetz, müssten die Restaurants den Verkauf von lebenden Krustentiere sofort einstellen, „weil die Haltung der Krustentiere nie der Tierhalteverordnung gerecht gehalten werden können.“ Beispielsweise seien Hummer Einzelgänger und würden sich gegenseitig verletzen oder töten. Um aber dennoch mehrere Hummer in ein Becken zu zwängen, würden den Tieren die Scheren zusammengebunden. Dadurch könnten sie weder essen, noch sich frei bewegen. Das Tier steht also unter schwerem Stress.

Putzgruber sieht hier aber in erster Linie die Behörden in der Verantwortung. Er sei überzeugt, „dass die allermeisten Gaststätten sich nicht im Klaren darüber sind, dass sie mit der Haltung von Hummern in ihren Räumlichkeiten eine strafbare Handlung begehen.“ Das könnte nur durch verstärkte Kontrollen in die Köpfe der Restaurantbetreiber“, so der Tierschützer.

Mehrere Hummer in einem Becken./RespekTiere Mehrere Hummer in einem Becken./RespekTiere ©

Tierschützer kritisieren Spar

Neben regelmäßigen Protesten vor den betreffenden Restaurants in Salzburg, führen die Tierschützer auch eine Kampagne gegen den Salzburger Lebensmittelkonzern Spar. So werden etwa bei Interspar in Kroatien noch immer lebende Hummer verkauft. Das stößt dem Tierschutzverein sauer auf. Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann bestätigt gegenüber SALZBURG24: „Ja, es stimmt, dass in Kroatien Hummer lebend verkauft werden – allerdings nur in zwei (von 100) Märkten“. Was Spar aus österreichischer Sicht für nicht richtig hält, sei im „Mittelmeerraum leider so üblich“. Spar Kroatien handle vollkommen eigenständig, auch gelte dort das kroatische Recht. „Uns gefällt das auch nicht, aber erzwingen kann man das leider nicht. Aber was wir machen können – und was wir auch tun – ist Bewusstseinsbildung bei den kroatischen Kollegen. Wir haben nun zum Beispiel erstmals einen internationalen Nachhaltigkeitsbericht herausgegeben und im Zuge dessen auch in Kroatien Kollegen engagiert, die sich um solche Themen annehmen“, kontert Berkmann.

Immer wieder kämpften und kämpfen Tierschützer gegen die Hummerhaltung und den Verkauf der Krustentiere. So wurde durch jahrelange Protestaktionen und einer Reihe an Anzeigen schließlich im Jahr 2010 ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs bewirkt, das Großhändler, wie etwa Metro, das Halten von Lebendhummern verbietet.

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Pflegeregress: 362 Mio. Euro M... +++ - Caritas: Salzburger Logistikze... +++ - Salzburg-Wahl: Mayr und Konrad... +++ - ÖVP-Haslauer: "Rauchverbot kom... +++ - Cannabis, Crystal-Meth, Ecstas... +++ - Breitband-Vollversorgung: Inve... +++ - Kältewelle lässt Salzburger Se... +++ - Salzburgs Kreative feiern "Nac... +++ - "Schatz" bzw. "Schatzi" belieb... +++ - So schützt ihr euch vor der ei... +++ - Österreichs bestes Hochzeitsvi... +++ - Bischofshofen: Vermummter über... +++ - Tipps für sicheres Fahren bei ... +++ - Polarluft: ÖAMTC gibt Kältetip... +++ - Ein Schwerverletzter bei Alkoc... +++
2Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel