11. Oktober 2012 14:25; Akt.: 11.10.2012 14:25

Nahe Supererde besteht vielleicht zu einem Drittel aus Diamant

Supererden, hier jene mit dem klingenden Namen GJ1214b, faszinieren die Forscher. Supererden, hier jene mit dem klingenden Namen GJ1214b, faszinieren die Forscher. - © AP
Eine nur 41 Lichtjahre entfernte Supererde könnte mindestens zu einem Drittel aus Diamant bestehen. Der Planet 55 Cancri e ist rund zwei Mal so groß wie die Erde, weist aber eine fundamental andere chemische Zusammensetzung als diese auf. Das hat ein internationales Astronomenteam anhand neuer Beobachtungen herausgefunden.

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“Die Oberfläche dieses Planeten ist wahrscheinlich mit Grafit und Diamant bedeckt statt mit Granit und Wasser wie die Erde”, erklärte Erstautor Nikku Madhusudhan von der Yale University in New Haven. 55 Cancri e eröffne damit eine geochemisch und geophysikalisch ganz neue Klasse von Gesteinsplaneten, berichten die Forscher in der Studie, die demnächst im Fachmagazin “Astrophysical Journal Letters” veröffentlicht wird.

Diamant-Planet ist rasend schnell

Im vergangenen Jahr hatte ein Forscherteam bereits einen mutmaßlichen Diamantplaneten in der Milchstraße entdeckt, dieser umkreist aber einen Pulsar und damit einen sehr speziellen, exotischen Sternentyp. 55 Cancri e sei nun der erste bekannte Diamantplanet um einen sonnenähnlichen Stern, sagen die Astronomen.

55 Cancri e ist einer von fünf Planeten, die den sonnenähnlichen Stern 55 Cancri umkreisen. 55 Cancri e hat die achtfache Masse der Erde und umrundet seinen Stern mit rasender Geschwindigkeit: Für einen Umlauf benötigt er nur 18 Tage. Wegen seiner Nähe zu seiner Sonne ist er zudem extrem heiß, an seiner Oberfläche herrschen mehr als 2.100 Grad Celsius.

Supererde fasziniert die Forscher

Der Fund einer kohlenstoffreichen Supererde werfe ein völlig neues Licht auf die Vielfalt fremder Planeten, sagte Madhusudhan. Denn jetzt könne man nicht länger davon ausgehen, dass ferne Gesteinsplaneten der Erde in Bezug auf ihre Zusammensetzung und auch die auf ihnen ablaufenden Prozesse ähnlich sein müssen.

Wenn ein Planet zum großen Teil aus dem gut wärmeleitenden Kohlenstoff bestehe, beeinflusse dies auch geologische Prozesse wie die Plattentektonik, Vulkane, Erdbeben und die Bildung von Gebirgen. “Sterne sind einfach. Kennt man ihr Alter und ihre Masse, kann man daraus auf Struktur und Geschichte schließen, kommentierte David Spergel von der Princeton University die Studie seiner Kollegen. Planeten seien dagegen weitaus komplexer. “Diese diamantenreiche Supererde ist nur ein Beispiel für die vielen weiteren Entdeckungen, die uns noch bei der Suche nach fremden Planeten erwarten”, sagte der Astronom.

(APA)



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