Naturkatastrophen stürzen Millionen Menschen in Armut

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Zerstörungen durch den Zyklon Nargis in Myanmar
Zerstörungen durch den Zyklon Nargis in Myanmar - © APA (AFP/Hla Hla Htay)
Die finanziellen Schäden durch Naturkatastrophen sind nach neuen Berechnungen deutlich höher als angenommen. Laut Weltbank treiben Naturkatastrophen jährlich mindestens 26 Millionen Menschen in die Armut und verursachen durch entgangenen Konsum Verluste von mehr als 500 Milliarden Dollar. Die Zahlen dürften in den kommenden Jahren weiter steigen, warnte ein am Montag veröffentlichter Bericht.

Der 190-seitige Weltbank-Bericht wurde bei der UNO-Klimakonferenz in Marrakesch präsentiert. Demnach wurden die reellen Kosten der Naturkatastrophen bisher erheblich unterschätzt. In einer erst vor kurzem veröffentlichten Studie, die 117 arme und reiche Länder weltweit umfasste, schätzten die Vereinten Nationen den weltweiten Vermögensverlust auf 327 Milliarden Dollar (304 Milliarden Euro).

Der Weltbank zufolge beträgt der finanzielle Verlust in Wirklichkeit rund 520 Milliarden Euro jährlich, wenn auch entgangener Konsum mitberechnet wird – wenn Menschen beispielsweise durch Naturkatastrophen so arm werden, dass sie kein Geld mehr haben für Ausbildung oder dringend benötigte Medikamente.

Als Beispiel nannte sie die Verheerungen durch den Zyklon “Nargis” im Jahr 2008 in Myanmar, dem rund 140.000 Menschen zum Opfer fielen. Die UNO schätzt die Schäden auf vier Milliarden Dollar. Laut Weltbank liegen die Kosten jedoch viel höher, da etwa die Hälfte der armen Bauern Land und anderes Eigentum verkaufen mussten, um ihre Schulden infolge von “Nargis” zu begleichen – und damit noch tiefer ins Elend rutschten.

Der Klimawandel werde die zerstörerische Kraft der Natur weiter verschärfen, warnte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Die Gefahr sei groß, dass dadurch “Jahrzehnte des Fortschritts im Kampf gegen Armut zurückgedreht” würden. Umso wichtiger sei es, die künftigen Schutzmaßnahmen danach auszurichten, dass vor allem die Armen Naturkatastrophen besser widerstehen können.

(APA/ag.)

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