18. November 2008 13:34; Akt.: 18.11.2008 13:34

Neuartiges Simulationstraining für ÖSV-Ärzte in Salzburg

Neuartiges Simulationstraining für ÖSV-Ärzte in Salzburg © Salzburg24

Salzburg – Zum ersten Mal in Österreich fand am Dienstag im Simulations-Center in der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) der Kurs “Notfallmedizin für Ärzte des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV)” statt.

“Es ist notwendig, dass das Ärzteteam bestens für den Ernstfall ausgebildet ist”, erklärte Hans Pum, Sportdirektor des ÖSV, bei einem Pressegespräch.

Die Ärzte haben erstmals die Möglichkeit, am Patientensimulator Ernstfälle zu trainieren. Der Simulator, genannt “iStan” von der amerikanischen Firma METI wurde auf Basis anatomischer Grundlagen für die Armee entwickelt und hebt das Simulationstraining auf eine neue Ebene. Die Puppe arbeitete elektronisch und kann so sämtliche Körperfunktionen simulieren, wie zum Beispiel den Blutdruck abfallen lassen oder Pupillen erweitern. Der Simulator gibt auch Informationen über den Schmerzort, so wird gleichzeitig der Patientenumgang geübt.

“Hier handelt es sich um elektronisches Material, das uns reale Bedingungen vorspielt. Die ÖSV-Ärzte müssen unter extremen Bedingungen wie Kälte, Eis und steilem Gelände arbeiten. So haben sie die Möglichkeit, ihre Ausbildung aufzufrischen und sich zu verbessern,” erklärte Herbert Resch, Rektor der PMU und Primar in der Unfallchirurgie.

Nikolaus Hofmann, Anästhesist und Intensivmediziner an den Salzburger Landeskliniken, freute sich, die PMU als strategischen Partner gefunden zu haben und so das erste Simulationszentrum in Österreich aufbauen zu können: “Die ÖSV-Ärzte sind an uns heran getreten, um zu erfahren, wie wir bestimmte Situationen regeln. Wir haben kurz überlegt, was man da machen könnte, um auch deren Ausbildung zu verbessern. Durch die Simulation haben wir nun die Möglichkeit, medizinische Dinge zu simulieren, trainieren und schlussendlich zu optimieren.”

Matthias Lanzinger, Ex-Skirennläufer, verlor durch einen Unfall seinen Unterschenkel. Er betonte, wie wichtig es ist, sich auf das Rettungssystem verlassen zu können: “Der Sportler muss sich konzentrieren und muss sich verlassen können, dass im Fall des Falles alles getan wird. Das Österreichisches Rettungssystem funktioniert hervorragend, so sollte es auch in der ganzen Welt sein. Ich freue mich, dass versucht wird, sich in allen Bereichen zu verbessern.”

Das ÖSV-Ärtzeteam besteht aus circa 80 Ärzten, die ab sofort mindestens einmal im Jahr den eintägigen Kurs besuchen sollen. Das Programm besteht aus Vorträgen über Atemwegssicherung, Schmerztherapie und Logistik. Der praktische Teil beinhaltet die Simulation und auch die Atemwegssicherung bei “iStan”, wo man unter anderem auch die Verabreichung von Schmerzmitteln in Echtzeit trainieren kann. Der Simulator wird auch bereits in der Notfallmedizinischen Ausbildung eingesetzt.


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