Neue Kampagne und neues Personal bei den NEOS

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NEOS-Obmann Matthias Strolz hat Großes vor
NEOS-Obmann Matthias Strolz hat Großes vor - © APA
Alles neu macht der Herbst: Die NEOS haben bei ihrer Mitgliederversammlung am Samstag in Graz eine neue Kampagnenoffensive vorgestellt. Zudem gibt es neues Personal an den Schalthebeln der Partei: Feri Thierry legte seine Funktion als NEOS-Bundesgeschäftsführer zurück. Seine Nachfolge tritt der bisherige Klubdirektor im Nationalrat, Stefan Egger, an. Auch einen Generalsekretär bekommen die NEOS.

Thierry wird den NEOS nicht zur Gänze den Rücken kehren. Er soll die Oppositionspartei weiterhin beraten und unterstützen, kündigte Parteichef Matthias Strolz gegenüber der APA an. “Ich glaube an dieses Projekt, ich glaube an die Erneuerung des Landes”, sagte der scheidende Bundesgeschäftsführer bei der Bekanntgabe seines Rückzugs.

Wechsel an der NEOS-Spitze am 1. November

Konkret wird der Wechsel an der NEOS-Spitze mit 1. November erfolgen, ab dann wird Stefan Egger die Bundesgeschäftsführung übernehmen. Vonseiten der Oppositionspartei hieß es, dass der Wechsel seit längerem geplant gewesen sei. Thierry war drei Jahre lang Bundesgeschäftsführer. Egger als Klubdirektor im Parlament folgt der politische Direktor der Partei, Michael Schiebel. Neu bei den NEOS ist auch die Funktion des Generalsekretärs. Dieser soll noch am Samstag von Strolz vorgeschlagen und bei einer der kommenden Vorstandssitzungen installiert werden.

Heidemarie Z. on Twitter

Neos ist weder links noch rechts. Wer uns sucht, der findet uns vorne. MV in Graz. Starke Worte. DANKE @matstrolz

Eine neue Kampagne soll die NEOS indes bei Wahlen in Richtung Zweistelligkeit führen. Obmann und Gründer Matthias Strolz gab in Graz unter anderem das Motto aus: “Österreich geht anders.” Zur Parteifarbe Pink gesellt sich nun die Farbe Gelb. Auch ein Leitantrag zur ORF-Reform inklusive Abschaffung der Gebühren stand auf der Tagesordnung.

“Größte Kampagne, die wir jemals gemacht haben”

Wie vom NEOS-Chef gewohnt gab es bei seiner Eröffnung nicht nur einen Leitsatz. “Wir bohren harte Bretter, wir bohren stark, wir bohren mit Leidenschaft, und jedes Brett ist irgendwann durch”, lautete eine weitere Durchhalteparole bis zur nächsten Wahl. Dass auch die Pinken mit einem vorzeitigen Ende der Legislaturperiode rechnen, legt die Präsentation einer Plakat- und Postkartenserie nahe. Strolz: “Wir werden hier die größte Kampagne losfahren, die wir jemals als Bürgerbewegung gemacht haben.”

Zweistelligkeit gab Strolz auch erneut als Ziel aus. Wie die NEOS das erreichen wollen: Mit Slogans wie “Mein Land macht Reformen statt Schulden”, “Ich bremse nicht für Bürokraten” und “Voll dabei statt voll daneben”. Verantwortlich für die Slogans ist die Österreich-Tochter der Berliner Agentur “heimat”, die in Deutschland vor allem Kampagnen der FDP betreut hat. Die “Sonnenfarbe” Gelb soll das Pink allerdings nicht zur Gänze vertreiben – wie es auch die kurze Einspielung des Aerosmith-Songs “Pink” bei der Mitgliederversammlung deutlich machte.

NEOS wollen “Zuschauersessel” verlassen

“Wir werden ein kräftiges Lebenszeichen geben, auch in diesem Vorwahlkampf”, versuchte Strolz die mehr als 200 Mitglieder auf dem Grazer Schloßberg zu motivieren. Dementsprechend lautete ein weiteres Motto: “Wir verlassen die Zuschauersessel.” Dennoch gab es viel Lob für, so Strolz, den “besten Parlamentsklub des Kontinents”. Und auch die von der Regierung präsentierte Bildungsreform basiere weitgehend auf den Vorschlägen der NEOS. “Ja, das ist ein Durchbruch”, sah sich Strolz in seiner Rede dementsprechend bestätigt.

Demonstrativ enttäuscht zeigte sich Strolz vom derzeitigen österreichischen Standpunkt zum Freihandelsabkommen CETA der EU mit Kanada. “Die Luft ist voll und die Hauptstraßen sind voll mit Schwachsinn. Die sind echt vollgestopft mit einem dumpfen Populismus”, meinte der NEOS-Gründer dahin gehend. Nicht nur deswegen dürfe die Oppositionspartei nicht aufhören, harte Bretter zu bohren und die Zweistelligkeit anzustreben. Strolz: “NEOS ist nie Selbstzweck, NEOS ist Mittel zum Zweck.”

“Fernsehen geht anders”: ORF ins 21. Jahrhundert holen

Inhaltlich im Mittelpunkt stand bei der Mitgliederversammlung ein Leitantrag mit dem Titel: “Radio und Fernsehen geht anders. Holen wir den ORF ins 21. Jahrhundert”. Darin fordern die NEOS etwa die Abschaffung der “Zwangsgebühren”. Stattdessen soll der öffentlich-rechtliche Sender – gemeinsam mit privaten Medien – im Sinne einer “Inhalte-Förderung” aus dem Bundesbudget finanziert werden. Auch eine Gremienreform sowie eine Strukturreform sieht der Antrag vor. Strolz: “Wenn nicht, haben wir im ORF das Schicksal der Austrian Airlines.”

(APA)

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