Neue Machtverhältnisse bei “Kronen-Zeitung”

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Verhältnis der Eigentümer gilt als zerrüttet
Verhältnis der Eigentümer gilt als zerrüttet
Bei der “Kronen-Zeitung” verschieben sich die Gewichte zwischen den Gesellschaftern. Das berichtet das “Handelsblatt”. Die “Kronen-Zeitung” gehört jeweils zur Hälfte der österreichischen Verlegerfamilie Dichand und der Essener Funke Mediengruppe (“WAZ”, “Hamburger Abendblatt”). Durch die Kündigung der Sonderrechte dürfte der Anteil der Deutschen erheblich an Wert gewonnen haben.


Keinerlei Machtverschiebung zwischen den Gesellschaftern der “Kronen Zeitung” sieht man bei der Verlegerfamilie Dichand. Einen entsprechenden Bericht analysiert man am “Krone”-Sitz in der Wiener Muthgasse gelassen. Offizielle werde es kein Statement geben, hinter vorgehaltener Hand war aber zu hören, dass von einer Machtverschiebung hin zur WAZ keine Rede sein könne.

Das “Handelsblatt” berichtete am Montag, dass die Funke-Mediengruppe, zu der unter anderem “WAZ” und “Hamburger Abendblatt” gehören und die neben den Dichands 50 Prozent an der “Kronen Zeitung” hält, “wenig Freude” mit ihrer Beteiligung an Österreichs größter Tageszeitung hat. Grund dafür sei die in Essen als “extrem schwierig” eingestufte Verlegerfamilie Dichand. Vor allem die Sonderrechte der Dichands, ein jährlich garantierter Vorabgewinn sowie das Zugeständnis der verlegerischen Führung des Blattes, sind den Funke-Managern ein Dorn im Auge. “Das ist so etwas wie eine ewige, wertgesicherte Rente auf höchstem Niveau”, zitiert das “Handelsblatt” einen verärgerten Funke-Manager zum garantierten Vorabgewinn, der pro Jahr an die neun Millionen Euro betragen soll.

Die Deutschen hätten diese Sonderrechte nun aufgekündigt, berichtet das “Handelsblatt”. Jene Teile der Verträge mit den Dichands, in denen die Sonderrechte festgeschrieben sind, seien demnach nach Ablauf von 28, spätestens aber nach 30 Jahren kündbar. Die Funke-Mediengruppe stieg, damals noch unter dem Namen WAZ-Gruppe, 1987 bei der “Krone” ein. Laut “Handelsblatt” wurden die Syndikatsverträge zum 30. Juni 2015 beziehungsweise zum nächstmöglichen Termin, spätestens aber zum 30. Juni 2017 gekündigt.

“Wenn es so einfach wäre, die Verträge zu kündigen, hätten sie es ja schon vor zehn Jahren machen können”, hieß es dazu am Montag aus der “Kronen Zeitung”. Die Verträge zwischen Dichands und Funke seien demnach “nicht so einfach einseitig kündbar”. Die Causa dürfte wohl ein weiterer Fall für ein Schiedsgericht werden und dieses die nächsten Jahre beschäftigen, so die Sichtweise der Verlegerfamilie Dichand. Das Verhältnis zwischen den “Krone”-Hälfteeigentümern gilt seit über einem Jahrzehnt als zerrüttet. Immer wieder wurden Streitpunkte zwischen den Gesellschaftern vor einem Schweizer Schiedsgericht verhandelt.

In Wien vermutet man, die deutschen Partner versuchten durch ein mögliches Ende der Dichand-Sonderrechte den Wert ihrer Anteile an der “Krone” zu erhöhen. Laut “Handelsblatt” bemühte sich Funke wiederholt darum, den eigenen “Krone”-Anteil an die Dichands, die über ein Vorkaufsrecht verfügen, zu veräußern. Zuletzt wollten die Österreicher den Deutschen dafür nur einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag bezahlen, Funkes Preisvorstellungen sollen dagegen im Bereich von 150 Millionen gelegen haben. Ohne die Sonderrechte der Dichands sei der “Krone”-Anteil der Essener jedenfalls gleich viel wertvoller, so das “Handelsblatt”.

“Die brauchen Geld und versuchen die Braut aufzuschmücken”, heißt es auf Dichand-Seite in Wien. Über Verkaufsdruck bei der Funke-Mediengruppe wurde auch in Deutschland immer wieder spekuliert. Zum einen hatte Eigentümerin Petra Grotkamp die Brost-Familie bei der WAZ um kolportierte 500 Millionen Euro ausgekauft, zum anderen hat das Medienunternehmen im Vorjahr die Springer-Regionalmedien um 920 Millionen Euro übernommen. Die Funke-Mediengruppe sei dadurch hoch verschuldet.

Bei der Funke-Gruppe selbst wollte man die jüngsten Entwicklungen am Montag nicht kommentieren: “Dazu gibt’s gerade keine Stellungnahme von uns. Außer der, die wir ja schon dem ‘Handelsblatt’ gegeben hatten, dass wir nämlich im Moment keine Verkaufsgespräche führen.”

Der Konflikt zwischen den Gesellschaftern der “Kronen Zeitung” geht also in die nächste Runde.

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