Neuer Impfstoff gegen Meningokokken B zugelassen

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v. r.: Ernst Wenger (Impfreferent der Salzburger Ärztekammer), Kornelia Seiwald (Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer), LH-Stv. Christian Stöckl, Heidelinde Neumann (Landessanitätsdirektorin des Landes Salzburg) und Diemut Strasser (Vizepräsidentin der Salzburger Apothekerkammer).
v. r.: Ernst Wenger (Impfreferent der Salzburger Ärztekammer), Kornelia Seiwald (Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer), LH-Stv. Christian Stöckl, Heidelinde Neumann (Landessanitätsdirektorin des Landes Salzburg) und Diemut Strasser (Vizepräsidentin der Salzburger Apothekerkammer).
In Österreich erkranken jährlich rund 100 Menschen an Meningokokken. 50 bis 70 Prozent werden durch Meningokokken B ausgelöst. Gegen diesen gefährlichen B-Stamm gibt es seit heuer einen Impfstoff. Doch wie sieht es mit den Impfrisiken aus?

Nur eine Impfung schützt vor Tod oder lebenslangen Gesundheitsschäden. Bis dato gab es nur einen Impfstoff  beispielsweise gegen den Meningokokken C-Stamm. Damit wurden aber nur bis zu 20 bis 30 Prozent der Infektionen abgedeckt. Gegen den gefährlichen B-Stamm des Bakteriums, immerhin für 50 bis 70 Prozent der Erkrankungen „schuld“, hat es bis heuer kein Serum gegeben.

Seit 2014 ist der neue Impfstoff gegen Meningokokken B nach mehr als 25 Jahren Forschungstätigkeit zugelassen und wird über eine Impfaktion bundesweit bis Ende Oktober vergünstigt angeboten. Nur in Salzburg ist das Serum um den reduzierten Preis 97 Euro (statt 140,50 Euro) allerdings bis Jahresende erhältlich.

Meningokokken enden oft tödlich

Am Montag war der 18-jährige Oberösterreicher noch fit, trainierte wie immer mit seiner Fußballmannschaft. Am Dienstag meldete er sich krank. Da hatten die Meningokokken Bakterien bereits seinen ganzen Körper erfasst. Im Spital konnte man ihm nicht mehr helfen.

Mitten in der Nacht wurde ein 15 Monate alter Bub in ein niederösterreichisches Krankenhaus eingeliefert. Aus einer scheinbar harmlosen Erkältung wurde eine tödliche Krankheit. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich stündlich. Auch ihm konnte nicht geholfen werden.

Hundert Österreicher erkranken jährlich

Beide Fälle ereigneten sich im Vorjahr. Österreichweit erkranken jährlich rund 100 Menschen an Meningokokken-Bakterien. Vor allem Kinder und Jugendliche sind von der Infektion, die hauptsächlich Hirnhautentzündung und/oder Blutvergiftung verursachen kann, betroffen. Die aggressiven Bakterien schädigen in erster Linie die weichen Häute von Gehirn und Rückenmark und lösen dort die lebensbedrohlichen Entzündungen aus, die selbst bei einer raschen Behandlung schwere Folgeschäden nach sich ziehen können. Die meldepflichtige ansteckende Krankheit ist oft schwierig zu diagnostizieren, da die ersten Symptome jenen einer Erkältung oder Grippe ähneln. Übertragen werden Meningokokken durch Tröpfcheninfektion.

An einer Meningokokken-Infektion kann man in jedem Lebensalter erkranken. Fast die Hälfte aller Betroffenen sind dennoch Säuglinge und Kleinkinder, was unter anderem auch auf das noch unreife Immunsystem zurückzuführen ist. Rund 20 Prozent der Erkrankungsfälle sind Jugendliche im Alter von 17 bis 19 Jahren.

Salzburger Ärztekammer rät zur Impfung

 

In Salzburg läuft bis Ende des Jahres eine Impfaktion. / Bilderbox In Salzburg läuft bis Ende des Jahres eine Impfaktion. / Bilderbox ©

„Eine Impfung ist der wirksamste Schutz gegen die aggressiven und lebensgefährlichen Bakterien. Meningokokken-Erkrankungen wie die Hirnhautentzündung und Blutvergiftung zählen – durch ihre schwierige Diagnose – bei Säuglingen und Kleinkindern zu den häufigsten Todesursachen. Deswegen ist ein breiter Impfschutz besonders wichtig.“, so der Impfreferent der Salzburger Ärztekammer, Ernst Wenger.

Seit 2014 ist der neue Impfstoff gegen Meningokokken B nach mehr als 25 Jahren Forschungstätigkeit zugelassen und wird über eine Impfaktion bundesweit bis Ende Oktober vergünstigt angeboten. Nur in Salzburg ist das Serum um den reduzierten Preis 97 Euro (statt 140,50 Euro) allerdings bis Jahresende erhältlich.

Impfgegner verweigern

In den Zulassungsstudien des neuesn Impfstoffes traten laut impfschaden.info besonders häufig Nebenwirkungen am Nervensystem auf. Sehr häufig waren Schläfrigkeit und ungewöhnliches Schreien bei Säuglingen und Kopfschmerzen bei Erwachsenen.

Doch nicht jeder lässt sich impfen. Momentan würden sich nur knapp vierzig Prozent der Eltern in Österreich zu den Impfbefürwortern zählen, die den empfohlenen Schutzimpfungen vorbehaltlos begegnen. In einer Studie der Karl Landsteiner Gesellschaft (KLG) gaben 57 Prozent der Eltern an, Impfungen skeptisch zu sehen, vier Prozent lehnten sie überhaupt ab. Befragt wurden 750 Eltern mit Kindern bis zu einem Alter von 13 Jahren.

Am häufigsten stimmen Eltern einer Impfung nicht zu, da sie den Schutz als unnötig empfinden (44 Prozent). Auch die Sorge, das Kind könnte zu stark belastet werden (35 Prozent) und die Angst vor Nebenwirkungen und Impfschäden (34 Prozent) spielt eine Rolle. 40 Prozent sehen sogar einen klaren Zusammenhang zwischen Impfungen im Kindesalter und der Zunahme von Allergien. Nur 68 Prozent gaben an, den österreichischen Impfempfehlungen zu vertrauen.

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