Neuer RBI-Chef Johann Strobl zu rascher Dividende verhalten

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Designierter RBI-Chef Johann Strobl will nichts überstürzen
Designierter RBI-Chef Johann Strobl will nichts überstürzen - © APA
Am Donnerstag hatte Johann Strobl seinen ersten Medienauftritt als designierter Vorstandschef des Raiffeisen-Spitzeninstituts nach der Fusion von RBI und RZB. Aktionäre, vor allem Raiffeisenlandesbanken, erwarten vom neuen Chef der neuen RBI eine rasche Rückkehr zu Dividenden. Strobl versagte sich vorerst konkrete Ankündigungen.

“Natürlich ist es unser Anliegen, dass wir sobald wie möglich auch Dividenden zahlen”, sagte Strobl bei seiner Pressekonferenz mit RBI-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner. Man werde aber sicher nicht eilig und vorzeitig Entscheidungen treffen.

Der Wert des Unternehmens sei zumindest genau so wichtig wie die Dividende selbst. Die Eigentümer wüssten um die Erfordernisse von RBI und RZB und hätten zuletzt auch auf Dividenden verzichtet. Letztmals hat die börsennotierte Raiffeisen Bank International für das Jahr 2013 Dividenden gezahlt.

Jedenfalls erwarte die RBI für das Jahr 2016 Gewinn. Dass daraus Ausschüttungen an die Aktionäre erfolgen, hatte die Bank schon als unwahrscheinlich bezeichnet. “Wir gehen davon aus, dass man heuer nichts machen wird, das war auch nie in der Planung”, sagte Rothensteiner heute. Durch die Fusion der RZB mit ihrer Tochter RBI falle eine Ebene weg, womit auch Dividenden an die Raiffeisenlandesbanken ein Jahr früher dort landeten als früher von der RZB.

Ende 2017 soll die fusionierte Bank eine harte Kernkapitalquote von mindestens 12 Prozent haben soll. Die Fusion selbst sei in der Zielgeraden, wurde am Donnerstag betont.

Der bisherige RBI-Chef, Karl Sevelda, tritt ab, sobald die Verschmelzung rechtswirksam geworden ist. Das wird für die dritte Märzwoche erwartet.

Strobl wurde im Aufsichtsrat am Mittwoch als künftiger Konzernchef designiert. Er ist auf fünf Jahre bestellt. Die Fusionsbank wird weiter RBI heißen. Eine Namensänderung war aus Kostengründen kein Thema, sagte Strobl. Der Name RZB wird verschwinden.

“Ich habe mich geehrt gefühlt und gefreut”, sagte Strobl zu seiner neuen Aufgabe als RBI-Chef. “Ich arbeite sehr gern bei der RBI.”

Kunden, Eigentümern und Markt versicherte er heute Kontinuität, trotz der anstehenden Umstrukturierungen. Im ganzen Raiffeisenbankensektor – mitsamt Landesbanken – sollen in nächster Zeit Parallelaktivitäten beseitigt werden. Dazu läuft ein Projekt namens “Lead+”.

“Johann Strobl genießt einen hervorragenden Ruf, national und international”, erklärte Aufsichtsratschef Rothensteiner. Er wisse, wie man mit dem Kapitalmarkt und mit den Aufsichtsbehörden kommuniziere, kenne beide Häuser. Strobl, der auf 27 Jahre Bankerfahrung blickt (davon rund zehn Jahre bei Raiffeisen), ist ein Mann der leisen Worte, ein routinierter Analytiker, der nach Angaben seiner Bankerkollegen mit beiden Beinen im Leben steht.

Der gebürtige Burgenländer und promovierte Betriebswirt Strobl kam vom Vorstand der Bank Austria zu Raiffeisen. Ab 2007 war er Risikovorstand der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Seit 2010 ist er im Vorstand der RBI, seit drei Jahren Stellvertreter des noch bis März amtierenden Konzernchefs Karl Sevelda. Strobl und Rothensteiner bedankten sich heute bei Sevelda für die Steuerung der Bank durch die schwierige Phase nach der Finanzkrise.

(APA)

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