Neugebauer tritt als GÖD-Chef ab, Schnedl folgt nach

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Fritz Neugebauer macht Platz für Norbert Schnedl
Fritz Neugebauer macht Platz für Norbert Schnedl - © APA
In der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst ist am Montag die Wachablöse eingeleitet worden. Fritz Neugebauer tritt nach 19 Jahren ab. Als seinen Nachfolger präsentierte er am Montag beim FCG-Fraktionstag vor dem GÖD-Bundeskongress den ÖGB-Vizepräsidenten und Vorsitzenden der Christgewerkschafter, Norbert Schnedl. Bei der FSG löst Besoldungsreferent Hannes Gruber Richard Holzer ab.

Neugebauer verabschiedet sich aber noch nicht ganz in den Ruhestand. Er bleibt im Vorstand und im Präsidium der GÖD. Zu seinem 72. Geburtstag bot er seinen Delegierten an, “an Bord” zu bleiben. Wo immer man ihn brauche, werde er zur Stelle sein. Die Funktionäre stimmten dem mit großem Applaus zu. Er soll auch Ehrenvorsitzender der GÖD werden.

Am FCG-Fraktionstag wurde Schnedl zunächst mit 99 Prozent zum Fraktionsvorsitzenden der Christgewerkschafter in der GÖD gewählt. Bei den Sozialdemokratischen Gewerkschafter verabschiedete sich Holzer nach 23 Jahren. Zum neuen FSG-Vorsitzenden in der GÖD wurde Besoldungsreferent Hannes Gruber ebenfalls mit 99 Prozent gewählt. Zum Nachfolger Neugebauers als GÖD-Vorsitzender soll Schnedl dann am Dienstag vom 17. GÖD-Bundeskongress gewählt werden. Gruber soll dann einer seiner Stellvertreter werden.

GÖD: Neugebauer wollte schon im März schlussmachen

Neugebauer erläuterte, dass er bereits im März im kleinen Kreis angekündigt habe, sich zurückziehen zu wollen. Man habe ihn gebeten, sich das nochmals zu überlegen. In vertraulichen Gesprächen sei man dann übereingekommen, Schnedl für die Führung vorzuschlagen. Er appellierte an seine FCG-Delegierten bei der Wahl Schnedls zu seinem Nachfolger Geschlossenheit zu zeigen. “Wer vorne steht, braucht Gefolgschaft.” Die Entscheidung für Schnedl begründete Neugebauer mit dessen Personalunion als künftiger GÖD-Vorsitzender und FCG-Chef. Die Verbindung der Fraktion mit dem ÖGB sei wichtig. Außerdem bringe Schnedl als Dienstrechtsreferent die Expertise im Dienst- und Besoldungsrecht mit. Schnedl selbst stellte zu Berichten, wonach er in große Fußstapfen treten müsse, fest: “Ich habe Schuhgröße 44.”

“Wir sind der Gegenpol zu dieser Mieselsucht”

Seinen Öffentlichen Dienst bezeichnete Neugebauer als einen wesentlichen, stabilen Faktor in Österreich. “Wir sind der Gegenpol zu dieser Mieselsucht”, wandte sich der scheidende Vorsitzende gegen das Schlechtmachen und Herbeireden von Krisen in verschiedenen Bereichen.

Schnedl will Arbeitszeitfrage neu stellen

Schnedl bekräftigte die “unbedingte Forderung” an die Bundesregierung nach mehr Personal. Diese begründete er unter anderem auch mit der Mehrbelastung des öffentlichen Dienstes durch die gestiegene Zahl an Flüchtlingen. Außerdem wünscht sich der künftige GÖD-Vorsitzende auch mehr Wertschätzung für den öffentlichen Dienst. Daran wolle er die Bundesregierung auch bei den anstehenden Gehaltsverhandlungen erinnern. Angesichts der Digitalisierung erwartet Schnedl ein Arbeitsplatzproblem und kündigte an, die Arbeitszeitfrage neu zu stellen. Von der Arbeitszeitflexibilisierung müssten auch die Arbeitnehmer profitieren, etwa in Form einer 3,5-Tage-Woche.

Die ÖVP-Führung überbrachte Neugebauer Lob und Gratulationen. Parteichef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, Klubobmann Reinhold Lopatka und ÖAAB-Obmann August Wöginger betonten, dass die ÖVP die Beamten brauche, um Wahlen zu gewinnen.

Zudem erhielt Neugebauer die höchste Auszeichnung des ÖGB. In Vertretung von ÖGB-Präsident Erich Foglar überreichte ihm Schnedl die Johann-Böhm-Plakette. Zusätzlich wurde er mit der höchsten Auszeichnung der FCG geehrt, dem Ehrenring der Bundesfraktion. Diese hatte zuletzt der frühere Vizekanzler und ÖVP-Obmann Alois Mock 1999 erhalten.

(APA)

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