Neumarkt: Kindergärtner soll mehrere Kinder sexuell belästigt haben

Von Florian Gann
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Der Kindergärtner konnte lange vertuschen, dass er sich an Kindern verging. (Themenbild)
Der Kindergärtner konnte lange vertuschen, dass er sich an Kindern verging. (Themenbild) - © Bilderbox/Archiv
Ein 24-Jähriger soll im Jahr 2014 in einem Kindergarten in Neumarkt am Wallersee (Flachgau) mehrere Kinder sexuell belästigt haben. Vor einer Woche erstattete der Kindergärtner Selbstanzeige. Nun stellen sich viele die Frage, wie der Kindergärtner so lange in der Nähe von Kindern bleiben konnte.




„Die Bestürzung ist auf allen Ebenen extrem groß“, meinte Neumarkts Bürgermeister Adolf Rieger (ÖVP) im Gespräch mit SALZBURG24. Für Eltern, Kindergärtner und die Gemeinde war die Selbstanzeige des 24-Jährigen vor einer Woche ein Schock. Er gestand im Jahr 2014 drei Kinder sexuell belästigt zu haben, wie auch die Polizei bestätigte. Schon 2014 kam es zu einer Anzeige. Der Kinderpädagoge schaffte es aber, sich wieder zurück in den regulären Kindergartenbetrieb zu schummeln.

Mütter wollten 24-Jährigen in Kindergarten zurück

Nach dem Vorfall 2014 hatte Bürgermeister Rieger den 24-Jährigen im Namen der Stadtgemeinde angezeigt und vom Dienst freigestellt. Doch die Ereignisse drehten sich schnell zugunsten des Kinderpädagogen. Fünf Tage nach der Freistellung stand eine Reihe von Müttern bei Rieger im Büro und legte ihm eine Liste mit etwa 20 Unterschriften vor. Der Mann sei beliebt gewesen, dazu wollte man Kontinuität gewährleisten. Sie wollten den Kindergärtner wieder im Dienst sehen. Das betroffene Kind habe daraufhin den Kindergarten gewechselt, meinte eine Mutter, deren Kind in den Kindergarten geht, gegenüber S24.

Gutachten entlastete Kindergärtner

Der 24-Jährige musste schließlich noch durch ein etwa 400 Fragen starkes psychologisches Gutachten. Das Ergebnis des Gutachtens bestätigte die Unbescholtenheit des Mannes. Auch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden wieder eingestellt. Vier Monate nachdem der Pädagoge vom Dienst freigestellt wurde, arbeitete er wieder im Kindergarten. Im Februar diesen Jahres hatte er gekündigt. Die Sache schien gegessen. Bis vor einer Woche, als die Polizei nach der Selbstanzeige des 24-Jährigen im Neumarkter Kindergarten auftauchte.

Wie soll Neumarkt mit Situation umgehen?

Die Sorgen sind nun groß. Was passierte in der Zwischenzeit? Gab es wirklich nur diese drei Fälle? Der Verdächtige soll laut Polizei angegeben haben, nicht mehr mit der Sünde leben zu können. Weitere Vorfälle können bislang nicht bestätigt werden. Den Rest muss nun die Staatsanwaltschaft Salzburg klären.

Den besorgten Eltern und ihren Kindern hilft das freilich wenig. „Es ist ganz wichtig, dass sie jetzt Betreuung und Informationen kriegen“, meinte Rieger. Um Eltern, Kinder aber auch Pädagogen will man sich kümmern. Für Rieger stellt sich auch die Frage: „Wie gehe ich mit der Situation um, ohne was heraufzubeschwören, was nicht war.“ Denn das würde Kinder zusätzlich belasten, sagte Rieger abschließend.

(SALZBURG24)

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