Salzburg24.at » Kultur http://www.salzburg24.at SALZBURG24 Tue, 29 Jul 2014 20:44:19 +0000 de-DE hourly 1 NNP 1.0.0 Bregenzer Festspiele: Berührendes “War Requiem” zum 1. Weltkrieg http://www.salzburg24.at/bregenzer-festspiele-beruehrendes-war-requiem-zum-1-weltkrieg/4040163 http://www.salzburg24.at/bregenzer-festspiele-beruehrendes-war-requiem-zum-1-weltkrieg/4040163#comments Tue, 29 Jul 2014 11:52:45 +0000 http://4040163

Der Schweizer Philippe Jordan, Musikdirektor der Pariser Oper und ab Herbst neuer Chefdirigent der Wiener Symphoniker, feierte mit einer exemplarischen Interpretation des 1962 uraufgeführten Friedens-Appells von Britten einen mehr als gelungen Einstand am Pult der Symphoniker. Jordan schaffte es, das epische Mammutwerk mit seiner Kombination von lateinischer Totenmesse und Gedichten des im Ersten Weltkrieg gefallenen Engländers Wilfried Owens, einen 90-minütigen Spannungsbogen zwischen Orchester, Chor und Gesangssolisten zu halten.

Groß besetzte Solopartien

Die Symphoniker reagierten äußerst konzentriert auf den neuen Chef, der mit dem Bregenzer Festspielchor vereinigte Prager Philharmonische Chor überzeugte mit Textdeutlichkeit und präzisen Einsätzen, die Wiltener Sängerknaben steuerten Engelsstimmen wie aus fernen Himmelssphären bei. Groß besetzt auch die Solopartien mit dem britischen Tenor Allan Clayton, dem deutschen Bariton Michael Volle und der ukrainischen Sopranistin Oksana Dyka, die fast zu opernhaft intonierte und sehr an der Partitur zu hängen schien.

Abschiedskonzert für Pountney am 24. August

Die weiteren Orchesterkonzerte der Symphoniker sind am 4. August (Claus Peter Flor dirigiert Werke von Johann Strauss Sohn, HK Gruber und Franz Schmidt) und am 11. August (Ulf Schirmer mit Werken von Strauss, Lehar und Zemlinsky) zu hören. Das Abschlusskonzert am 24. August als Abschied für Intendant David Pountney spielt das Symphonieorchester Vorarlberg unter Chef Gerard Korsten mit Werken von Bernstein und Mozart.

69. Bregenzer Festspiele bis 25. August -  www.bregenzerfestspiele.com

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Ukraine will Kultur aus Russland kontrollieren http://www.salzburg24.at/ukraine-will-kultur-aus-russland-kontrollieren/apa-1419589082 http://www.salzburg24.at/ukraine-will-kultur-aus-russland-kontrollieren/apa-1419589082#comments Tue, 29 Jul 2014 11:43:00 +0000 http://4040174

Auf dem Buchmarkt will die Ukraine eine Quote, um einheimische Bücher gegen die Übermacht ausländischer, vor allem russischer Literatur zu schützen. Das sagte Vizeregierungschef Alexander Sytsch von der Nationalisten-Partei Swoboda. “Ich bin weit davon entfernt, zu behaupten, dass alle russischen Bücher schlecht sind”, erklärte Sytsch bei einer Regierungskonferenz. “Gleichzeitig sind wir einfach gezwungen, den ukrainischen Verbraucher vor fremdenfeindlichen Verlagsprodukten zu schützen, die auf eine Destabilisierung der Situation im Land abzielen.” Russland werfe in der Ukraine oft “drittklassige” Produktion auf den Markt.

Die Ukraine bemüht sich seit der Unabhängigkeit, die eigene Sprache und Kultur zu fördern, hat dabei aber bisher keinen großen Druck ausgeübt. Weil die meisten Ukrainer Ukrainisch und Russisch sprechen, setzt sich im Alltag oft die russische Kultur durch. Russland druckt in großer Auflage Bücher für den gesamten postsowjetischen Raum. Bei ukrainischen Büchern ist die Auflage klein und teuer. Auch Musik, Filme und Fernsehshows auf Russisch haben eine größere Reichweite.

Die ukrainischen Filmexperten nahmen Anstoß an der russischen TV-Serie “Die weiße Garde” nach dem Roman von Michail Bulgakow, verfilmt 2012 von Sergej Sneschkin. Die Handlung spielt in Kiew in der Revolutionszeit nach dem Ersten Weltkrieg. Auch ein russischer Film von Gleb Orlow über den ukrainischen Meisterringer Iwan Poddubny (1871-1949) erregte Ärger.

Diese Filme “demonstrieren Herablassung gegenüber der Sprache, dem Volk und der Staatlichkeit der Ukraine”, erklärte die Kinoagentur. Einzelne Fakten der Historiendramen seien verfälscht oder zugunsten Russlands umgeschrieben worden. Beide Produktionen erhielten keine Lizenz für den Verleih in der Ukraine.

“Das ist eine eher politische Entscheidung”, sagte Sergej Melkumow, Produzent von “Die weiße Garde”, am Dienstag in Moskau. Der Film behandele Ukrainer und ihre Sprache nicht herablassend. “Wir haben den Film mit großer Verehrung für Bulgakow, für die Ukraine und für Kiew gemacht.” Der Produzent von “Poddubny”, Leonid Wereschtschagin, sagte: “Es geht überhaupt nicht um Politik, sondern um einen großen Menschen, der in der Ukraine geboren wurde und ihr und Russland Ehre gemacht hat, weil er ein großer Ringer war.” Durch das Verleihverbot in der Ukraine verliere der Film etwa ein Zehntel seiner Zuschauer.

Auf dem Buchmarkt der Ukraine stamme nur ein Fünftel der Bücher aus heimischer Produktion, sagte Sytsch. “Wir führen eine Lizenzierung russischer Bücher und eine Quote für ausländische Bücher ein abhängig davon, wie viel Prozent der Marktanteil ukrainischer Bücher ausmacht.” Wie hoch die Quote sein soll, sagte er nicht.

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Historisches Gehöft in der Steiermark abgerissen http://www.salzburg24.at/historisches-gehoeft-in-der-steiermark-abgerissen/apa-1419589048 http://www.salzburg24.at/historisches-gehoeft-in-der-steiermark-abgerissen/apa-1419589048#comments Tue, 29 Jul 2014 11:38:00 +0000 http://4040153

Das Bauernhaus vulgo Mang in der Gemeinde St. Peter am Kammersberg, Ortsteil Althofen, soll auf einen karolingischen Großhof bzw. Königshof des 9. Jahrhunderts zurückgehen und prägte das Ortsbild. “Das Gebäude wies bemerkenswerte mittelalterliche Bausubstanz mit zahlreichen gotischen Baudetails auf”, erklärten Markus Landerer und Claus Süss von der Initiative Denkmalschutz.

Das Bundesdenkmalamt hatte sich im Mai 2013 eingeschaltet, als die Baubehörde einen Abrissbescheid erließ. Es wurde mittels Mandatsbescheid wegen “Gefahr in Verzug” die sofortige Unterschutzstellung verfügt und nach einem Ermittlungsverfahren im September bescheidmäßig begründet. Dieser Bescheid wurde angefochten und am 23. Juni vom Bundesverwaltungsgericht – wegen nicht ordnungsgemäßer elektronischer Paraphierung – aufgehoben. Tags darauf fuhren die Bagger auf.

“Es war wohl kein Zufall, dass zu diesem Zeitpunkt die leitenden Beamten im Bundesdenkmalamt bzw. Landeskonservatorat Steiermark auf Urlaub waren”, meinten die Vertreter der Initiative. Diesem vermuteten Zusammenhang widerspricht Bernd Euler-Rolle, Stellvertreter der Präsidentin des Bundesdenkmalamtes Barbara Neubauer, auf APA-Anfrage: “Der Gebietsverantwortliche wandte sich an die Rechtsabteilung. Unter Berufung auf die neue Spruchpraxis, derzufolge Gefahr im Verzug deutlich begründbar sein muss, entschied sich diese, keinen neuerlichen Mandatsbescheid zu erlassen”. Zu der – offensichtlich falschen – Einschätzung hatte u.a. der Umstand geführt, dass die Bestandsfähigkeit des Objektes u.a. mit der vom BDA geförderten Dachsanierung hergestellt worden sei.

Ein “bedauerlicher Einzelfall” und eine “unglückliche Verkettung von Umständen”, meint Euler-Rolle: “Leider ist es nicht gelungen, den Eigentümer vom Wert zu überzeugen und ihn dazu zu bringen, andere Optionen ins Auge zu fassen.” Die Initiative Denkmalschutz formulierte schärfer: “Die Zerstörung von wertvollem Kulturgut wegen eines Formfehlers ist besonders schmerzhaft für das sowieso schon stark reduzierte ländliche Kulturerbe in Österreich.”

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Barenboim fürchtet Folgen des Gaza-Krieges http://www.salzburg24.at/barenboim-fuerchtet-folgen-des-gaza-krieges/apa-1419588282 http://www.salzburg24.at/barenboim-fuerchtet-folgen-des-gaza-krieges/apa-1419588282#comments Tue, 29 Jul 2014 11:24:00 +0000 http://4040131

Den Gaza-Konflikt nannte der in Argentinien geborene Israeli Barenboim inakzeptabel und asymmetrisch. Das israelische Militär bezeichnete er als “Besatzer”, die Palästinenser als “Besetzte”. Barenboim war zur Vorstellung eines nach ihm benannten Festivals im berühmten Teatro Colon nach Buenos Aires gereist. Dort wird auch das arabisch-israelische West Eastern Divan Orchestra spielen, das er und der inzwischen gestorbene amerikanisch-palästinensische Literaturwissenschaftler Edward Said 1999 gegründet hatten.

Der Dirigent betonte in der argentinischen Hauptstadt, dass die Musik Teil der Gesellschaft sein müsse: “Sie lebt nicht in einem Elfenbeinturm.” Barenboim, der auch einen palästinensischen Pass hat, ist Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.

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Österreichisch-israelischer Autorenfußball in Wien http://www.salzburg24.at/oesterreichisch-israelischer-autorenfussball-in-wien/apa-1419588164 http://www.salzburg24.at/oesterreichisch-israelischer-autorenfussball-in-wien/apa-1419588164#comments Tue, 29 Jul 2014 11:21:00 +0000 http://4040129

Im Rahmen der “österreichisch-israelischen Fußball- und Literaturbegegnung” soll es ein Match, Lesungen sowie eine Pressekonferenz geben, wie am Dienstag in einer Aussendung mitgeteilt wurde. Neben den heimischen Autoren Clemens Berger, Egyd Gstättner und Christian Kössler lesen am 19. September mit Amichai Shalevv, Dov Keich und Yali Sobol auch drei israelische Schriftsteller in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur im Palais Wilczek. Ort und Beginnzeit des freundschaftlichen Aufeinandertreffens am Fußballfeld sowie der Pressekonferenz sind hingegen noch nicht bekannt.

Für die fußballaffinen, heimischen Literaten – darunter neben den drei Lesenden auch Martin Amanshauser, Kurt Leutgeb und Gerhard Ruiss – sei die Begegnung “angesichts der erneuten Welle antisemitischer Gewalt in Europa und angesichts der auf die Zerstörung Israels gerichteten Politik mehrerer menschenrechtsfeindlicher Regime im Nahen und Mittleren Osten” jedenfalls “kein ganz unpolitisches Ereignis”. “Wir verurteilen alle religiös und rassistisch motivierten Gewaltakte gegen Juden”, so die Autoren in ihrer Aussendung, “und bringen unsere Unterstützung für die israelische Literatur und den israelischen Fußball zum Ausdruck.”

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Erste Anträge auf Netzsperren nach OGH-Urteil http://www.salzburg24.at/erste-antraege-auf-netzsperren-nach-ogh-urteil/apa-1419588346 http://www.salzburg24.at/erste-antraege-auf-netzsperren-nach-ogh-urteil/apa-1419588346#comments Tue, 29 Jul 2014 11:19:00 +0000 http://4040119

“Mit gestrigem Datum sind die Schreiben an vier große Provider verschickt worden mit einer Aufforderung zur Sperre von einer kleiner Anzahl von Webseiten”, so VAP-Geschäftsführer Werner Müller. Den heimischen Anbietern wird dabei eine Frist mit 1. August gesetzt. Damit solle erreicht werden, dass sich die Provider noch diese Woche mit dem VAP an einem Tisch setzen. “Es finden bereits am Donnerstag erste Gespräche statt”, erklärte Müller.

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Publikum liebt neue Oper “Charlotte Salomon” http://www.salzburg24.at/publikum-liebt-neue-oper-charlotte-salomon/apa-1419587492 http://www.salzburg24.at/publikum-liebt-neue-oper-charlotte-salomon/apa-1419587492#comments Tue, 29 Jul 2014 18:21:00 +0000 http://4040068

Marc-Andre Dalbavie hat sein Auftragswerk der Salzburger Festspiele Gerard Mortier (1943-2014) gewidmet. Und er hat seiner Oper eine reale, historisch verbürgte Geschichte zugrunde gelegt. Die blutjunge Künstlerin Charlotte Salomon, Tochter eines jüdischen Arztes in Berlin, hat alle ihre weiblichen Familienmitglieder durch Selbstmord verloren. Sie geht 1939 zu ihrem Großvater nach Südfrankreich. Dort versucht sie, ihre Identität zu finden und die Abgründe ihrer verwirrten Familienseele zu ergründen. 1943 wird sie nach Auschwitz deportiert und ermordet. Salomon schrieb Texte und malte Ölbilder. Ihr literarisch-bildnerisches Werk heißt “Leben? oder Theater?” und war Ausgangsmaterial für ein klares, unverschnörkeltes Libretto von Barbara Honigmann. Und Dalbavie hat dieses deutsch-französisch-jüdische Drama in Musiktheater verwandelt. Erzählt wird parallel, die Hauptfigur ist zweigeteilt in die Sprecherin “Charlotte Salomon” und eine Sängerin als Salomons Kunstfigur “Charlotte Kann”.

Dalbavies Musik ist breit angelegt und orientiert sich an flirrenden, meist ruhigen Klangflächen, unterbrochen durch dramatische, aber wohldosierte Ausbrüche des Orchesters. Dazu schrieb der Komponist überwiegend angenehm-harmonische Melodielinien für eine große, sechs mittlere und vier kleinere solistische Rollen. Nicht wirklich reich an motivischen Ideen und neuen Klangfarben, aber tonal und gesanglich – Sänger der Zukunft werden diese Partitur lieben.

Ergänzt hat Dalbavie diese moderne Gesanglichkeit mit noch breitenwirksameren Zitaten – und dies ist der einzig gewichtige Einwand gegen Dalbavies kompositorisches Konzept. Er bringt Arien aus “Carmen” und “Freischütz”, Lieder von Schubert sowie deutsche oder jüdische Volksweisen ohne Ironie, ohne Brechung, lässt sogar die Orchesterbegleitung fast original und gerät damit an den Rand von Kitsch. Da hat man vorübergehend das Gefühl, Dalbavie gibt es allzu billig.

Aber das trifft es nicht: Denn auf der Bühne passiert beileibe nichts Flaches, auch wenn Bühnenbildner Johannes Schütz eine konsequent zweidimensionale Bühne gewählt hat und auf die Tiefe des Raumes in der Felsenreitschule kein einziges Mal verweist. Immer wieder werden die mit Texten ergänzten Ölbilder Salomons an die Wand projiziert und man spürt: Da ist die persönliche Geschichte wichtiger als die künstlerisch-ästhetische Relevanz. Auch Regisseur Luc Bondy weiß das. Er vermischt Charlottes Ich mit der eigenen Kunstfigur, entflicht es wieder und verliert dabei den gradlinigen, überblickbaren Handlungsfaden nie aus den Augen. Er fokussiert die Aufmerksamkeit auf die wechselnden Lebensräume der jungen Künstlerin. Dort brechen todessehnsüchtige Frauen ein, liebevolle Stiefmütter, verlogene Gigolos und brutale Nazi-Schergen.

Auf der Bühne getragen wird dieses Identitätsdrama mit Wohlfühl-Charakter von zwei starken, einander ähnlich sehenden Frauen. Schauspielerin Johanna Wokalek als “Charlotte Salomon” spricht den pointierten, präzisen Text fantastisch klar und eindringlich. Und Sopranistin Marianne Crebassa in der Rolle von Salomons zweitem Ich, der Kunstfigur “Charlotte Kann”, singt ausdrucksstark, kraftvoll und sauber – die beiden ergänzen einander kongenial.

Das Mozarteumorchester Salzburg – mit etwa 65 Musikern besetzt – leistet ebenfalls hervorragende Arbeit, trumpft groß auf oder säuselt diszipliniert und wirkt in jeder Instrumentengruppe souverän. Auch im Bereich der Gegenwartsliteratur ist dieser Klangkörper definitiv festspieltauglich. Komponist Dalbavie dirigiert seine Uraufführung selbst und hält diese Großproduktion vom Pult aus sachlich und unspektakulär zusammen. Am Ende tosender Applaus und viele Bravos für ein weitgehend gelungenes Gesamtkunstwerk, in dem eine starke Geschichte erzählt wird, die – von ein paar Längen abgesehen – auf der Bühne funktioniert. Und die das Publikum eindeutig gerne hörte.

(Info: “Charlotte Salomon”, Oper in zwei Akten mit Vorspiel und Nachwort von Marc-Andre Dalbavie. Libretto von Barbara Honigmann nach den Texten “Leben? oder Theater?” von Charlotte Salomon. Regie: Luc Bondy, Bühne: Johannes Schütz, Kostüme: Moidele Bickel. Musikalische Leitung: Marc-Andre Dalbavie, es musizierte das Mozarteumorchester Salzburg. Auf der Bühne: Johanna Wokalek als Charlotte Salomon, Marianne Crebassa als Charlotte Kann, Anaik Morel als Paulinka Bimbam, Frederic Antoun als Amadeus Daberlohn, Vincent Le Texier als Herr Knarre und vierter Nazi, Cornelia Kallisch als Frau Knarre, Geraldine Chauvet als Franziska Kann, Jean-Sebastien Bou als Dr. Kann, Erster Emigrant, Professor Klingklang und Kunststudent, Michael Partyka als zweiter Nazi, Polizist, Kunstprofessor, Propagandaminister und erster Nazi, Eric Huchet als zweiter Emigrant, Annika Schlicht als Kunststudentin aus Tirol und Herbergswirtin und Wolfgang Resch als dritter Nazi. Dazu kommt der aus Mitgliedern des Young Singers Project bestehende Choral “Stürmer”. Die weiteren Vorstellungen in der Felsenreitschule: 28. Juli, 2., 7., 10. und 14. August;)

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Bundestheater setzt Maßnahmen: Preise für Karten werden teurer http://www.salzburg24.at/bundestheater-setzt-massnahmen-preise-fuer-karten-werden-teurer/4040009 http://www.salzburg24.at/bundestheater-setzt-massnahmen-preise-fuer-karten-werden-teurer/4040009#comments Tue, 29 Jul 2014 10:33:18 +0000 http://4040009

102 der Maßnahmen seien mittlerweile umgesetzt, geht aus einer Anfragebeantwortung von Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) hervor, 15 in Umsetzung begriffen – u.a. die Schließung des Staatsopernmuseums und eine Erhöhung der Kartenpreise. Die Auflassung des Staatsopernmuseums im Hanuschhof ist mit Ende des Geschäftsjahres 2013/14 angegeben und soll in der Bilanz der Staatsoper zu einer einmaligen Abschreibung in der Höhe von rund 650.000 Euro sowie über Miete und Personalkosten zu jährlichen Einsparungen von 200.000 Euro führen. Das Staatsopernmuseum war erst 2005 am 50. Jahrestag der Wiedereröffnung der Oper in Betrieb genommen worden.

Kartenpreise werden angehoben

An der Staatsoper und im Burgtheater werden, wie von den Häusern bereits angekündigt, mit der Saison 2014/15 die Kartenpreise erhöht. An der Volksoper waren die Karten schon in der abgelaufenen Saison teurer geworden. Kommen soll im Zuge dessen auch eine Erhöhung der Garderobenpreise. Angehalten sind die Häuser zudem zu Einsparungen bei den Produktionen, den Personalkosten und zu einer Erhöhung der Sponsoringerträge.

Von den neun angeführten Maßnahmen, die nicht umgesetzt wurden oder werden konnten, entfallen zwei auf die Staatsoper, die im Geschäftsjahr 2012/13 weder den Planwert bei den Sponsoringerträgen noch bei den Personalkostenreduktionen erreichen konnte. In jener Saison wurde vielmehr das Ensemble um acht Sängerinnen und Sänger aufgestockt. Das Burgtheater wiederum kompensierte Schließtage nicht ausreichend mit Matineen oder Doppelvorstellungen.

Mit der Umsetzung aller 133 Maßnahmen der 522.000 Euro teuren Evaluierung betrage das Optimierungspotenzial bei der Organisation der Bundestheater über einen Zeitraum von fünf Jahren rund 12,4 Mio. Euro, heißt es vonseiten des Ministeriums in der Beantwortung. Ziel sei es, diesen Wert mit Ende des Geschäftsjahres 2014/15 zu erreichen.

Bundestheater setzt Maßnahmen

Der Rechnungshof (RH) hatte zuletzt nur ein Optimierungspotenzial von 5.000 Euro als nachvollziehbar festgestellt, da viele der genannten Optimierungen ohnehin erfolgt wären. Tatsächlich sind im “Maßnahmenkatalog” zahlreiche nicht auf Neuerungen zielende “Maßnahmen” enthalten, wie etwa “Anforderungen des Bundestheaterpensionsgesetzes (Amt der Bundestheater) weiterhin erfolgreich erfüllen”, “Beibehaltung des Repertoiresystems”, “Beibehaltung der Bühnenproben im bestehenden Ausmaß” oder “Weiterhin Augenmerk auf günstige Reise- und Unterbringungsmöglichkeiten für Gäste legen”. Laut RH waren zwei Drittel der als Optimierungspotenzial angegebenen Summe (nämlich 8,2 Mio. Euro) ertragseitig ausgewiesen, d.h. vor allem durch Kartenpreiserhöhungen zu erzielen.

Der Rechnungshof war der Ansicht, dass “Tätigkeiten wie Erhöhungen von Kartenpreisen, Suche nach Koproduktionspartnern, Forcierung von Gastspielen, kontinuierliche Überwachung der Personalkostenentwicklung, Erhöhung der Garderobengebühr etc. zu den üblichen Aufgaben einer Geschäftsführung im Theaterbereich gehörten und somit keine Besonderheit darstellten”. Die vom RH einzig als “Neuerung” anerkannten 5.000 Euro möglicher Einsparungen betraf übrigens bei der Art für Art Theaterservice GmbH den Bereich Hausarbeiter und Reinigungskräfte.

(APA)

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Berührendes “War Requiem” zum 1. Weltkrieg http://www.salzburg24.at/beruehrendes-war-requiem-zum-1-weltkrieg/apa-1419586372 http://www.salzburg24.at/beruehrendes-war-requiem-zum-1-weltkrieg/apa-1419586372#comments Tue, 29 Jul 2014 09:32:00 +0000 http://4039961

Der Schweizer Philippe Jordan, Musikdirektor der Pariser Oper und ab Herbst neuer Chefdirigent der Wiener Symphoniker, feierte mit einer exemplarischen Interpretation des 1962 uraufgeführten Friedens-Appells von Britten einen mehr als gelungen Einstand am Pult der Symphoniker. Jordan schaffte es, das epische Mammutwerk mit seiner Kombination von lateinischer Totenmesse und Gedichten des im Ersten Weltkrieg gefallenen Engländers Wilfried Owens, einen 90-minütigen Spannungsbogen zwischen Orchester, Chor und Gesangssolisten zu halten.

Die Symphoniker reagierten äußerst konzentriert auf den neuen Chef, der mit dem Bregenzer Festspielchor vereinigte Prager Philharmonische Chor überzeugte mit Textdeutlichkeit und präzisen Einsätzen, die Wiltener Sängerknaben steuerten Engelsstimmen wie aus fernen Himmelssphären bei. Groß besetzt auch die Solopartien mit dem britischen Tenor Allan Clayton, dem deutschen Bariton Michael Volle und der ukrainischen Sopranistin Oksana Dyka, die fast zu opernhaft intonierte und sehr an der Partitur zu hängen schien.

Die weiteren Orchesterkonzerte der Symphoniker sind am 4. August (Claus Peter Flor dirigiert Werke von Johann Strauss Sohn, HK Gruber und Franz Schmidt) und am 11. August (Ulf Schirmer mit Werken von Strauss, Lehar und Zemlinsky) zu hören. Das Abschlusskonzert am 24. August als Abschied für Intendant David Pountney spielt das Symphonieorchester Vorarlberg unter Chef Gerard Korsten mit Werken von Bernstein und Mozart.

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Kultur aus Russland soll zensiert werden http://www.salzburg24.at/kultur-aus-russland-soll-zensiert-werden/apa-1419585890 http://www.salzburg24.at/kultur-aus-russland-soll-zensiert-werden/apa-1419585890#comments Tue, 29 Jul 2014 08:28:00 +0000 http://4039776

“Ich bin weit davon entfernt, zu behaupten, dass alle russischen Bücher schlecht sind”, erklärte Sytsch von der nationalistischen Partei Swoboda bei einer Regierungskonferenz. “Gleichzeitig sind wir einfach gezwungen, den ukrainischen Verbraucher vor fremdenfeindlichen Verlagsprodukten zu schützen, die auf eine Destabilisierung der Situation im Land abzielen.” Russland werfe in der Ukraine oft “drittklassige” Produktion auf den Markt.

Die Ukraine bemüht sich seit der Unabhängigkeit, die eigene Sprache und Kultur zu fördern, hat dabei aber bisher keinen großen Druck ausgeübt. Weil die meisten Ukrainer Ukrainisch und Russisch sprechen, setzt sich im Alltag oft die russische Kultur durch. Russland produziert in großer Auflage Bücher für den gesamten postsowjetischen Raum. Bei ukrainischen Büchern ist die Auflage klein und teuer. Auch Filme und Fernsehshows auf Russisch haben eine größere Reichweite.

Die ukrainischen Filmexperten nahmen Anstoß an der russischen TV-Serie “Die weiße Garde” nach dem Roman von Michail Bulgakow, verfilmt 2012 von Sergej Sneschkin. Die Handlung spielt in Kiew in der Revolutionszeit nach dem Ersten Weltkrieg. Auch ein russischer Film von Gleb Orlow über den ukrainischen Meisterringer Iwan Poddubny erregte Ärger.

Diese Filme “demonstrieren Herablassung gegenüber der Sprache, dem Volk und der Staatlichkeit der Ukraine”, erklärte die Kinoagentur. Einzelne Fakten der Historiendramen seien verfälscht oder zugunsten Russlands umgeschrieben worden. Beide Produktionen erhielten keine Lizenz für den Verleih in der Ukraine, da sie nicht “der nationalen Gesetzgebung entsprechen”.

Auf dem Buchmarkt der Ukraine stamme nur ein Fünftel der Bücher aus heimischer Produktion, sagte Sytsch. “Wir führen eine Lizenzierung russischer Bücher und eine Quote für ausländische Bücher ein abhängig davon, wieviel Prozent der Marktanteil ukrainischer Bücher ausmacht.” Wie hoch die Quote sein soll, sagte er nicht.

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Jubel für “Charlotte Salomon” in Salzburg http://www.salzburg24.at/jubel-fuer-charlotte-salomon-in-salzburg/apa-1419582048 http://www.salzburg24.at/jubel-fuer-charlotte-salomon-in-salzburg/apa-1419582048#comments Mon, 28 Jul 2014 21:11:00 +0000 http://4039527

Mit der Lebensgeschichte der historischen Figur der deutsch-jüdischen Künstlerin Charlotte Salomon ist dem französischen Komponisten ein in vielen Teilen großartiges Gesamtwerk gelungen. Ausgangsmaterial für dieses Musiktheater sind Texte, die die Malerin Charlotte Salomon auf ihre Bilder beschrieben hat. Barbara Honigmann hat daraus ein eindringliches, klares Libretto gemacht. Dalbavie hat singbare, harmonisch-angenehme Melodie-Linien mit flächigen, manchmal dramatischen Orchesterfarben kombiniert sowie eine Vielzahl von musikalischen Zitaten aus dem Berlin der 20er-Jahre beigesteuert und zu funktionierendem Musiktheater gemacht. Der Komponist hat diese Uraufführung mit einem souveränen Mozarteumorchester selbst dirigiert.

Luc Bondy hat “Charlotte Salomon” klar und wirkungsvoll in Szene gesetzt und zusammen mit seinem Bühnenbildner Johannes Schütz ein zweidimensionales aber sinnstiftendes Raumkonzept geschaffen. Dargestellt wurde die Figur der Charlotte Salomon von zwei großartigen Frauen, der Sängerin Marianne Crebassa und der Schauspielerin Johanna Wokalek.

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Glattauer und Rossbacher “Buchlieblinge 2014″ http://www.salzburg24.at/glattauer-und-rossbacher-buchlieblinge-2014/apa-1419576300 http://www.salzburg24.at/glattauer-und-rossbacher-buchlieblinge-2014/apa-1419576300#comments Mon, 28 Jul 2014 12:31:00 +0000 http://4039160

In der Kategorie Kinderbuch setzte sich zum wiederholten Male Jeff Kinney (“Gregs Tagebuch 8. Echt übel!”, Baumhaus Verlag) durch, bei den Sachbüchern siegte Patricia Staniek mit “Profiling. Ein Blick genügt und ich weiß, wer du bist” (echomedia buchverlag). Zum beliebtesten Hörbuch wählte das Publikum online und mittels Stimmzettel “Was ich alles kann. Eine musikalische Märchenreise um die ganze Welt” (edition-o) von Folke Tegetthoff, in der Kategorie Wirtschaft gewann “Erkenne dich selbst und erschrick nicht” (ecowin) von Andreas Salcher. Weitere Preisträger sind Richard Rauch (Kategorie Kochbuch: “Einfach gut kochen”, Pustet Salzburg), Kurt Langbein (Gesundheit/Wellness/Sport: “Weissbuch Heilung. Wenn die moderne Medizin nichts mehr tun kann”, ecowin) und Wolfgang Salomon (Reise & Lifestyle: “Venedig abseits der Pfade. Eine etwas andere Reise durch die Lagunenstadt”, Braumüller).

Wer “Buchmensch des Jahres” wird und wer den “Lifetime Award” erhält, ist noch nicht bekannt. Die Preisträger werden im Rahmen der Buchliebling-Gala am 9. September im Wiener Rathaus ausgezeichnet. Die Buchliebling-Wahl wird seit 2006 von der ARGE Buchliebling – einer Initiative von Verlagsbüro Schwarzer und echo-Medienhaus in Kooperation mit dem Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft in der Wirtschaftskammer (WKO) sowie dem Kulturministerium – jährlich durchgeführt.

Siehe auch

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“Ruhestandstanz” mit Doris Uhlich bei ImPulsTanz http://www.salzburg24.at/ruhestandstanz-mit-doris-uhlich-bei-impulstanz/apa-1419575282 http://www.salzburg24.at/ruhestandstanz-mit-doris-uhlich-bei-impulstanz/apa-1419575282#comments Mon, 28 Jul 2014 11:37:00 +0000 http://4039088

Auf dem zu einem riesigen Tanzzentrum umfunktionierten Areal der Bundestheater-Servicegesellschaft Art for Art wuselt es auch am Sonntagnachmittag. Ein Großteil der mehr als 240 Workshops für Laien und Profis werden hier im Arsenal während der Festivalzeit abgehalten. Aus zahlreichen Räumen im Arsenal dröhnt laute Musik, verschwitzte, junge Menschen entspannen nach dem abgeklungenen Gewitter vor dem Eingang auf Liegestühlen, Kinder von Dozenten und Tänzern planschen im Mini-Pool. Einige wenige entsprechen nicht dem übrigen Bild und heben den Altersdurchschnitt deutlich. Zielstrebig bahnen sie sich den Weg die Stufen des ersten Gebäudes in das Untergeschoß hinab. Im Studio 3 wartet sie schon, “die Doris” – darauf, ihre “Golden Ager” aus dem “Ruhe-stand” in Bewegung zu bringen.

15 Teilnehmer zählt die Gruppe am zweiten Tag des insgesamt achtstündigen Intensiv-Workshops. Am Samstag waren es noch 16 gewesen, doch eine Dame plagen nach dem Programm Knieschmerzen. Mit einer Ausnahme – einer neugierigen Begleiterin – sind hier alle über 55, die meisten jedoch älter als 65 und damit in der Pension. Es hat gefühlte 40 Grad, doch das tut der Motivation keinen Abbruch. “Z’erst amal Action”, sagt Uhlich, und dreht ohne Umschweife Elvis Presley auf. Zu “Burning Love” wird im Kreis einander auf die Schenkel geklopft, dann Hände haltend durch den Raum getanzt. Wenn später auch Edith Piaf, Hildegard Knef oder Bruce Springsteen erklingen, scheinen die Bewegungen stets ein wenig leichter von der Hand zu gehen. “Man muss die Leute abholen, wo sie stehen”, sagt Uhlich am Rande zur APA, “diese Musik kennen sie; sie weckt etwas in ihnen.”

Wer Doris Uhlich kennt, weiß, dass sie hier nicht die Animatorin für einen Seniorenclub gibt. Schon immer mit Normen und Klischees des Tanzes brechend, haben ihr ihre früheren Tanzprojekte mit älteren Menschen wie “und” oder “insert.eins / eskapade” ab 2006 erste Bekanntheit gebracht. Neben ihrer seitdem höchst erfolgreichen künstlerischen Arbeit gibt die studierte Pädagogin für zeitgenössischen Tanz Workshops und Kurse für Laien. “Der ältere Mensch und der ältere Körper ist für mich schon immer ein Faszinosum gewesen”, sagt Uhlich. “Es interessiert mich, wenn etwas nicht perfekt ist und nicht mehr dem Schönheitsideal unserer Zeit entspricht. Diese Menschen haben eine längere Biografie, die sich in ihren Körpern einspeist und ihnen eine unverrückbare, berührende Präsenz verleiht.”

Wenn die 65-jährige Jenny zu Beginn jedes Liedes ungeachtet der Aufgabenstellung zur ersten Position im Ballett ansetzt, ist es egal, dass sie nicht auf ihren Zehenspitzen balancieren und die Arme nur kurz über dem Kopf halten kann. Unentwegt schwebt sie durch den Raum, gibt sich hin, aller Erschöpfung zum Trotz. Wie viele ihrer Mitstreiterinnen hat die selbstständige Kommunikationsberaterin früher einmal getanzt. “Von 6 bis 14 Jahren habe ich Ballett gemacht, dann aber aufgehört, weil Jungs einfach interessanter waren”, erzählt die gebürtige Südafrikanerin. Ihr Job hat den Tanz nicht mehr zugelassen, 45 Jahre lang hat sie sich “höchstens vor dem Spiegel oder ausgelassen auf Festen” zu Musik bewegt. Seit zwei Jahren besucht sie eine der Laien-Klassen von Doris Uhlich. “Am Anfang wusste ich nicht, ob ich das noch schaffe. Aber Doris hat gesagt: ‘Ah geh, sicher!’”

Heute kann Jenny schon fast mit Werner mithalten. Der ungemein agile 73-Jährige ist seit seinem Pensionsantritt 2005 bei Uhlichs Projekten dabei. Für ihn zählt das Experimentieren – präzise geht er auf Uhlichs Anweisungen ein, während sich seine gleichaltrige Mitstreiterin Eva mitunter schwerer tut und an den teils zurückhaltenden, teils nicht zu stoppenden Tänzern um sie herum orientiert. Gemeinsam ist man körperlich in einem Boot, fühle sich nicht von Jüngeren und deren Energie gestresst, erklärt Brigitte, die ihren Ursprung im Ausdruckstanz hat und lange Zeit von einem Bandscheibenvorfall an ihrer Leidenschaft gehindert wurde. “Hier kann ich mein Tempo bestimmen”, sagt die 55-Jährige. “Ich liebe diese ganze Lust da herinnen. Man spürt sich plötzlich wieder.”

“Letztendlich geht es um einen Gruppenmoment, einen Gruppenkörper”, sagt Uhlich, die mit ihrem Kurs auch einen künstlerischen Ansatz, nicht nur rein körperliches Training verstanden wissen will. An diesem Sonntag fordert sie ihre Teilnehmer auf, ihre eigene “Körperbiografie” weiter zu schreiben – in Form eines “Twist-Krimis”. Der natürliche Hüftschwung und Tanzschritt des Twist solle verkehrt werden – mal auf dem Rücken liegend in die Luft tanzend, dann in Zeitlupe oder von den Beinen in andere Körperteile “verschoben”. “Ihr choreografiert selbst, ihr seid die Schriftsteller”, sagt Uhlich, die nur selten mit tanzt, sondern vielmehr ihren Tänzern Raum gibt und als DJ und Motivatorin fungiert. Wenn ihre Schüler dann nach anfänglichem Zögern beginnen zu “schreiben”, sich manch einer in Slow Motion durch den Raum bewegt, andere ihr Tempo erhöhen oder es dem über 80-jährigen Viktor gleichtun und auf den Boden fallen lassen, wischt sich Uhlich Tränen aus den Augen.

Nicht wenige der 13 Frauen und zwei Männer im Raum entstammen einer Nachkriegsgeneration, in der an Tanz oder eine Tanzkarriere nicht zu denken war. Dementsprechend würden sich einige durch ihre Teilnahme hier einen Traum von früher erfüllen, sagt Uhlich. “Dieser Pathos ist so ehrlich, dass es gut ist, ihn dabei zu haben.” Allzu lange wiegt man sich jedoch nicht im großen Gefühl: Als sich die Teilnehmer schließlich entgegen dem Rhythmus auch dem “Twist in ihrem Körper” zu elektronischen Club-Beats hingeben und ihr Tempo wild zappelnd erhöhen, hat das was von einem Rave, von einer Kraft, die den ganzen Raum einnimmt. “Das Alter hat Power”, sagt eine der Frauen, als die Gruppe nach beinahe zwei Stunden schweißgebadet und strahlend im Kreis steht. Uhlich, die noch am Vormittag Profi-Tänzer im “more than naked”-Workshop in ihrer “Fetttanztechnik” trainiert hat, ist stolz. “Egal ob die Nackten oder die Alten, alle sind wissbegierig und offen”, weiß Uhlich, “und wollen letzten Endes einfach nur die Sau rauslassen.”

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Wörtherseebühne wird nun tatsächlich abgebaut http://www.salzburg24.at/woertherseebuehne-wird-nun-tatsaechlich-abgebaut/apa-1419574410 http://www.salzburg24.at/woertherseebuehne-wird-nun-tatsaechlich-abgebaut/apa-1419574410#comments Mon, 28 Jul 2014 10:29:00 +0000 http://4038999

Am Vormittag waren Arbeiter des Abrissunternehmens damit beschäftigt, Teile der Aufbauten abzumontieren, die Seebühne soll ja auf eine Kapazität von rund 1.000 Besuchern rückgebaut werden. Bis zuletzt hatten Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider (FPÖ) und sein Vize Albert Gunzer Stimmung dafür gemacht, die Bühne doch groß zu belassen, die anderen Parteien wollten da aber nicht mittun. Die Hoffnungen, die man sich bei der Klagenfurter FPÖ in die ÖVP gesetzt hatte, wurden enttäuscht, der neue Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl bleibt bei der Linie seines Vorgängers Franz Pacher.

Land Kärnten und Wirtschaftskammer haben im Aufsichtsrat der Kärntner Messen – die noch Eigentümer der Seebühne ist – die Mehrheit, der Beschluss des Aufsichtsrates, wonach die Seebühne abgebaut werden muss, wird nicht rückgängig gemacht.

Bühne soll verpachtet werden

Die Stadt Klagenfurt wird nach dem Rückbau die Restbühne über ihre Immobilientochter IVK der Messe abkaufen, sie zahlt dafür 60.000 Euro. Anschließend will Gunzer die Bühne verpachten, der Stadt sollen daraus keine Kosten entstehen, wird im Rathaus beteuert. Ursprünglich wollte die Stadt die Bühne der Wörthersee-Schifffahrt überlassen, nach heftigen Protesten wegen der fehlenden Ausschreibung wird nun ein Pächter gesucht.

Kosten waren  zu hoch

Damit wird nun ein äußerst turbulentes Kapitel der Kärntner Kulturpolitik endgültig zu Ende gehen. 1999 errichtet, gab es bald darauf Troubles mit dem Stadttheater. Der künstlerische Erfolg war da, die Kosten waren aber hoch, was zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem damaligen Intendanten Dietmar Pflegerl und Landeshauptmann Jörg Haider führte. Nach einigen künstlerischen Flops engagierte Haider 2004 Ex-Staatsopernballettchef Renato Zanella als künstlerischen Leiter. Dieser brachte ein Musical von Lucio Dalla auf die Seebühne. “Tosca: amore disperato” erhielt gute Kritik, die Produktion verbrannte aber Millionen. Die 2004 für fünf Jahre gewährte Subvention des Bundes von 1,6 Millionen Euro musste zur Gänze zur Verlustabdeckung herangezogen werden, zusätzlich schoss das Land noch eine halbe Million nach.

Danach wurde die Bühne mit mäßig qualitätsvoller Tourneeware bespielt, 2010 zog sich das Land zwar zurück, die Abgänge musste es aufgrund eines Vertrags aus dem Jahr 2000 aber weiter tragen. Im vergangenen Jahr kündigte dann ÖVP-Kulturlandesrat Wolfgang Waldner diesen Vertrag, nun wird das Kapitel wohl endgültig geschlossen.

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Jubel für Beatles-Musical “Backbeat” in Hamburg http://www.salzburg24.at/jubel-fuer-beatles-musical-backbeat-in-hamburg/apa-1419574086 http://www.salzburg24.at/jubel-fuer-beatles-musical-backbeat-in-hamburg/apa-1419574086#comments Mon, 28 Jul 2014 10:11:00 +0000 http://4038983

Die dreistündige Inszenierung im Altonaer Theater setzt auf viel Rock’n’Roll und Klamauk – und traf damit den Geschmack des Premierenpublikums. Ein glitzernder Vorhang und eine Bühne für die “Pilzköpfe” – diese einfache Ausstattung für Stationen in Liverpool oder Hamburg ändert sich während der gesamten Vorstellung nicht.

Um den Sound der Beatles möglichst gut zu vermitteln, besorgte sich das Theater Instrumente und Verstärker aus den 1960ern. Begeistert wippen die mehr als 500 Zuschauer mit, wenn Klassiker wie “Twist and Shout” oder “Love Me Do” erklingen. Das Stück ist dabei kein klassisches Musical, denn die Dialoge werden nicht gesungen. Grundlage der Bühnenversion, bei der Franz-Joseph Dieken Regie führt, ist ein gleichnamiger Film aus dem Jahr 1994.

Bei ihrer Ankunft aus England hatte die Band noch fünf Mitglieder: John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Pete Best und Stuart Sutcliffe. Um die Geschichte der Band einmal aus einer anderen Perspektive zu beleuchten, stellt die Aufführung den “fünften Beatle” Stuart in den Mittelpunkt. Der damals 20-Jährige verliebte sich in die Fotografin Astrid Kirchherr, die den Beatles ihr Markenzeichen, die weltweit kopierten Pilzköpfe, verpasste. In diesen Rollen überzeugen David Nadvornik und Uta Krüger. Immer wieder kommt es zu Konflikten mit John Lennon (Eiko Keller), der nicht verstehen kann, dass sich sein bester Freund mehr für Malerei und seine Freundin als für Musik interessiert.

Im Unterschied zum Film setzt die Bühnenversion jedoch vor allem in der ersten Hälfte auf viele – meist vorhersehbare – Gags mit schrägen Kiez-Figuren, skurrilen Tanzeinlagen und schlüpfrigen Anspielungen. Für einen Überraschungsmoment sorgt ein Schauspieler als “Indra”-Gast Norbert, denn mit einer Flasche Bier in der Hand sitzt er plötzlich mitten im Publikum und beschimpft die spärlich gekleidete Tänzerin auf der Bühne. Die klettert in ihrer Wut flink an den Zuschauern vorbei über die Sitze, um den Betrunkenen zu stoppen. Großer Applaus für die turbulente Szene.

Erst nach der Pause wird die Inszenierung etwas ruhiger. Die parallelen Handlungen auf der Bühne symbolisieren gut die größer werdende Distanz zwischen Stuart und dem Rest der Band. Während die Musiker endlich einen Plattenvertrag ergattern und mit Tony Sheridan “My Bonnie” aufnehmen dürfen, ist Stuart lieber bei Astrid. Untermalt von den Klängen seiner Bandkollegen spricht er von seiner Zuneigung für die Frau. “Ich wollte nie ein berühmter Beatle werden”, sagt Stuart und bleibt bei Astrid in der Hansestadt. Doch das Ende der jungen Liebe ist dramatisch. Mit nur 21 Jahren stirbt der “fünfte Beatle” an einer Hirnblutung.

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Castorfs “Rheingold” in Bayreuth milde belächelt http://www.salzburg24.at/castorfs-rheingold-in-bayreuth-milde-belaechelt/apa-1419573584 http://www.salzburg24.at/castorfs-rheingold-in-bayreuth-milde-belaechelt/apa-1419573584#comments Mon, 28 Jul 2014 09:34:00 +0000 http://4038921

Von einigen deutlichen Unmutsbekundungen abgesehen, werden die zum Teil durchaus amüsanten Einfälle freundlich aufgenommen: Tatsächlich wird für eine Wagner-Oper vergleichsweise viel gelacht an diesem Sonntagabend bei den Bayreuther Festspielen. Wenn Oleg Bryjak als Alberich eine unschuldige Gummiente erdrosselt oder seinen imposanten Bauch mit Senf einreibt zum Beispiel, wenn aus unerfindlichen Gründen eine Regenbogenflagge gehisst wird oder Erda als Puffmutter mit Pelzmantel das Motelzimmer betritt.

Ein wirkliches Konzept fehlt natürlich nach wie vor. Das viel beschworene Öl, das Castorf eigentlich zum Kernthema seiner Version von Wagners “Ring des Nibelungen” erhoben hat, findet in Form von Zapfsäulen statt, vor denen Loge (Norbert Ernst) immer wieder gefährlich mit einem Feuerzeug spielt, in Form eines abblätternden “Texaco”-Schriftzuges oder wenn es im Gesicht von Alberich (Bryjak) und Mime (Burkhard Ulrich) klebt. Ansonsten bleibt das begehrte Gold einfach Gold – zum Schluss ganz klassisch zum namensgebenden Ring geschmiedet.

Die Burg Walhall ist ein enges Motelzimmer, die Unterwelt von Nibelheim ein heruntergekommener Wohnwagen, Freia läuft als Pamela Anderson durch die Gegend, und als Alberich den Ring verflucht und damit den Grundstein legt für alles, was noch kommen soll, sitzen Wotan und Loge gelangweilt im Liegestuhl.

Das Premierenpublikum, das vorher zum Großteil gewusst haben dürfte, was es bei Castorf zu erwarten hat, ließ sich von all dem erstaunlich wenig stören. “Einfach die Augen zumachen und hören”, sagt ein Zuschauer, kurz bevor es losgeht. Augen zu und durch.

Es bestätigt sich, was zumindest beim Publikum schon im vergangenen Jahr als “Ring”-Bilanz stehen blieb: Aus dem Castorf-”Ring” ist ein Petrenko-”Ring” geworden. Der Russe Kirill Petrenko, der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, ist auf dem besten Weg, zum neuen Liebling der Bayreuther zu werden, der Münchner und überhaupt. Das Festspielhaus tobt, als sich der Dirigent nach seiner fulminanten Präsentation auf der Bühne zeigt.

Die Entscheidung der Festspielleitung, die Rolle des Alberich im zweiten Jahr der Inszenierung umzubesetzen, mag Regisseur Castorf gegen sie aufgebracht haben, in den Augen der Zuschauers schien sich der Schritt aber gelohnt zu haben. Bryjak, der in diesem Jahr Martin Winkler ablöste, wird für seine Performance mit Bravo-Rufen und begeistertem Applaus belohnt. Das gilt auch für Wolfgang Koch als Wotan, Norbert Ernst als Loge und Nadine Weissmann als Erda.

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60.000 Besucher kamen zum Popfest am Karlsplatz http://www.salzburg24.at/60000-besucher-kamen-zum-popfest-am-karlsplatz/apa-1419573292 http://www.salzburg24.at/60000-besucher-kamen-zum-popfest-am-karlsplatz/apa-1419573292#comments Mon, 28 Jul 2014 09:30:00 +0000 http://4038878

Der stärkste Tag war mit 20.000 Gästen in diesem Jahr der Freitag, wo vor allem Effi mit der Kombination aus Elektronik, Jazz und Swing, Reggae und Drum and Bass begeisterte. Auch am Donnerstag pilgerten bereits 15.000 Menschen auf den Karlsplatz, der Samstag war mit 18.000 Musikliebhabern ebenfalls gut besucht. Besonders das Quartett Molden Resetarits Soyka Wirth am Samstag erwies sich als Publikumsmagnet.

Zusammen mit dem Abschlussevent in der Karlskirche und den anderen Locations wie dem Museumsquartier, dem Wien Museum und dem brut kamen 60.000 Menschen – alle in “guter Stimmung”, wie Möderndorfer berichtete. Er freute sich auch über das gute Wetter und einige “exklusive Geschichten”, etwa über den gemeinsamen Auftritt von Rapper Nazar und Poetry-Slam-Künstlerin Yasmo zum Auftakt und den Gig von Holy Oxygen – “eine Weltpremiere”.

Die Zusammenarbeit mit allen Locations hätte gut geklappt – am Samstagnachmittag habe man sogar eine Hochzeit in der Karlskirche gefeiert. Um nicht zu stören, standen für rund zwei Stunden alle Aufbau- und Umbauarbeiten still. Auch die Kuratoren Violetta Parisini und Wolfgang Schlögl waren sichtlich zufrieden: “Ich sehe viele müde, aber auch glückliche Gesichter”, meinte Schlögl beim Abschlussabend in der Karlskirche.

Diese war beim Schlussevent bis auf den letzten Platz gefüllt und wurde für ein ungewöhnliches Spektakel in Licht und Nebel getaucht. Theremin-Spielerin Dorit Chrysler entführte das Publikum passend zur Geisterstunde mit ihrem “Horrorsoundtrack” in andere Welten, vorher beeindruckten Over at the Stars und der Kontrabassist Manu Mayr.

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Musikalische Highlights bei “Carnuntum Experience” http://www.salzburg24.at/musikalische-highlights-bei-carnuntum-experience/apa-1419572358 http://www.salzburg24.at/musikalische-highlights-bei-carnuntum-experience/apa-1419572358#comments Mon, 28 Jul 2014 08:30:00 +0000 http://4038773

Neben Gaumenfreuden kommen laut Aussendung der Veranstalter bei der “Carnuntum Experience” auch Kunstfans und musikalisch Interessierte ganz auf Ihre Kosten. So lädt am 15. August der Schlosspark in Rohrau, “einer der romantischsten Plätze Carnuntums”, zu einem Picknick-Konzert mit dem Bläsertrio “Trio Colore” bei Weinen von Johannes Trapl und am 17. das Weinhaus Claus Dietrich zu einem Jazzbrunch mit rhythmische Klängen von Martin Bayers Jazzquartett “4-mation”.

Doppel-Grillweltmeister Adi Matzek wird beim Jazz-Barbecue (20. August ab 18.00 Uhr) von der “Roland Hollik Band” am Weingut Nadler begleitet. Der Musiker Philipp Schneider verzaubert die Gäste von “Wein-, Nuss- & Klaviergenuss” (21. August) mit seinen Stücken am Klavier.

Am 22. August stehen gleich drei Gustostückerl auf dem Programm: So können Besucher bei “Weincocktail meets Chillout Musik” die vinophilen Kreationen von Jungbarkeeperin Stefanie Böheim durchkosten. Am selben Abend lässt das junge Orchester “Camerata Carnuntum” im Witterhof gemeinsam mit Kammersänger Helmut Wildhabe klassisch-sinnlich Klänge von Franz Schubert ertönen und auch das “Salzkammergut tanzt mit Carnuntum”, wenn im Weingut Oppelmayer Drindln und Lederhosen über die Tanzfläche fegen. Live-Musik kommt von den Aberseern.

Mit “Soul, Funk & Wine” feiert schließlich am 30. August noch der Heurige Artner sein 20-jähriges Jubiläum. Mit dabei auch die Beats von DJ Monsieur Smoab.

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“Die Welt erwartet Wien”, meint Udo Jürgens zum Song Contest 2015 http://www.salzburg24.at/die-welt-erwartet-wien-meint-udo-juergens-zum-song-contest-2015/4038629 http://www.salzburg24.at/die-welt-erwartet-wien-meint-udo-juergens-zum-song-contest-2015/4038629#comments Mon, 28 Jul 2014 08:12:12 +0000 http://4038629 Für den 79-Jährigen, der seinen Song Contest Sieg 1966 mit “Merci Cherie” als den vielleicht glücklichsten Moment seines Lebens bezeichnet, ist es vorstellbar, im kommenden Jahr Teil der Show zu werden: “Das liegt aber nicht an mir, sondern daran, ob jemand von den Verantwortlichen Interesse daran hat. Dann muss man sich überlegen, was es für Möglichkeiten gäbe.”

Auftritt von Udo Jürgens und Conchita Wurst?

Auch einen gemeinsamen Auftritt mit Conchita Wurst, über deren Sieg er sich sehr gefreut habe, kann sich Udo Jürgens vorstellen: “Gerne. Ich habe keine Scheu, mich mit ihm zu zeigen oder zu sprechen. Nur etwas Musikalisches kann ich mir vorläufig nicht vorstellen. Aber ich habe darüber noch nicht nachgedacht.” Bis jetzt kenne er den Sänger Tom Neuwirth noch nicht persönlich: “Ich freue mich aber darauf, ihn kennenzulernen und auch mit ihm zu diskutieren. Er hat auf mich immer ehrlich, sympathisch und offen gewirkt.”

Österreichischer Sieg war “verdient”

Der Sieg sei nicht nur verdient gewesen (“Es war ein absolut gutes Lied und gut gesungen – von der fachlichen Seite zwei Pluspunkte.”), sondern habe auch politische Bedeutung: “Er hat letztlich einen Dienst an der Freiheit geleistet. Mit den Anfeindungen von Putin und Russland ist er mir immer sympathischer geworden, denn da hat man wieder deutlich gemerkt, dass unsere Werte der Freiheit des Einzelnen anderswo nicht vorhanden sind. Und man darf nicht vergessen: Er ist in den ganzen erzkatholischen Ländern gewählt worden. Wenn da eine Frau mit Vollbart durch die Straßen geht, fallen die wahrscheinlich vor Schreck vom Bürgersteig. Aber sie haben wohl im Unterbewusstsein gefühlt, dass da eine Bewegung im Gange ist.”

“Nicht aufspielen als großer Ratgeber”

Er wolle sich “nicht aufspielen als sein großer Ratgeber”, möchte Österreichs erster Song Contest Gewinner seinem Nachfolger keine Ratschläge geben. “Er sollte zurückhaltend und vorsichtig sein, den großen Sprüchen der Manager nicht hörig lauschen. Für ihn ist nur eines wichtig: Was wird er in Zukunft auf der Bühne machen? Er kann sich nicht plötzlich rasieren oder die Perücke abnehmen, sondern muss jetzt wohl ziemlich lange Frau Wurst bleiben. Das ist sicherlich eine Bürde. Entscheidend ist aber: Wenn er gute Songs hat und das, was er ist, weiter mit einer gewissen Bescheidenheit und Selbstverständlichkeit darstellt, kann etwas Interessantes entstehen.”

Konzerte des Sängers in Wien

Der in der Schweiz lebende Udo Jürgens, der am 30. September seinen 80. Geburtstag feiert, ist in Österreich nach wie vor ungebrochen populär. Das zeigt auch der Vorverkaufserfolg seiner Ende Oktober startenden 25. Konzerttournee: Die drei Österreich-Konzerte Anfang Dezember in Salzburg, Graz und Wien sind bereits ausverkauft. Mit Auftritten am 28. Februar 2015 in der Wiener Stadthalle, am 1. März in der Stadthalle Graz und am 3. März in der Tips-Arena Linz wurden soeben drei Zusatzkonzerte für die “Mitten im Leben”-Tour, die Udo Jürgens mit dem Orchester Pepe Lienhard absolviert, eingeschoben. (APA)

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Salzburger “Don Giovanni” teuflisch in Ordnung http://www.salzburg24.at/buhs-fuer-regie-eines-maessigen-don-giovanni/apa-1419569282 http://www.salzburg24.at/buhs-fuer-regie-eines-maessigen-don-giovanni/apa-1419569282#comments Mon, 28 Jul 2014 10:19:00 +0000 http://4038410

Bechtolf inszenierte weder modern noch traditionell. Und psychologisch schon gar nicht. Er versuchte, diesen großen Mythos der europäischen Kultur, diesen getriebenen Jäger, Sammler, diesen gehetzten, kalten und gierigen Typ Mann zu zeigen, wie er ist und wie er wirkt. Das hat prickelnde Momente. Viele Details, viele Regieeinfälle stiften Sinn. Auch die Personenregie des “Schauspielers” Bechtolf wirkte plausibel, da wurde wirklich gespielt, da war Bewegung auf der Bühne. Aber ein großer, eindeutiger Bogen, der dreieinhalb Stunden lang spannend geblieben wäre, war nicht zu spüren in diesem Regiekonzept. Je länger der Abend im Haus für Mozart dauerte, desto mehr erlahmten das Drama und seine Helden, desto leerer wirkten Auf- und Abtritte, desto dürftiger die Strahlkraft der Figuren. Fast wie eine inszenierte Verzweiflungstat erschienen da die Menschen mit ihren schaurig roten Teufelsmasken. Oder auch “Don Giovanni” selbst, der mit der Fratze des Bösen den Kellner spielt und den Getäuschten und Betrogenen ganz sicher keinen reinen Wein einschenkt.

Für das Bühnenbild von Rolf Glittenberg gilt das gleiche: Handwerklich in Ordnung, begründbar, aber alles andere als inspirierend oder spektakulär. Den gesamten Abend schaut man auf das Foyer eines (Stunden)-Hotels. Eine zweiteilige Treppe, eine Zimmerflucht mit Türen. Halbwegs edle Holzverschalung mit zeitlos belanglosen Lampen. Im zweiten Akt wurde die Bar weggeräumt, dafür schob man Transportgestelle für die Koffer zum Verstecken hin und her. Zeitlich ist dieser “Don Giovanni” im Großraum “Erster Weltkrieg” angesiedelt, auch das nicht Fisch nicht Fleisch, ästhetisch blieben Bechtolf und Glittenberg ambivalent. Die Hochzeitskleider, Tagesanzüge, Uniformen und Abendroben mit Zylinder von Marianne Glittenberg passten dazu, auch sie wollte nirgends anecken.

Das Solistenensemble und das Orchester hingegen wurden anständig, wenn auch nicht euphorisch beklatscht. Alle acht Sänger agierten auf geschlossen hohem Niveau und trugen den Abend. Ildebrando D’Arcangelo in der Titelrolle sang kraftvoll und basslastig. Körperlich und stimmlich beweglich gab er diesen kultivierten Grobian, aber im zweiten Akt verlor er immer mehr an Präsenz. Richtig dürftig in Ausdruck und Wirkung dann die große Schlüsselszene mit Komtur. Originell hingegen die Idee am Ende: “Don Giovanni” fährt gar nicht wirklich zum Teufel (er ist ja selbst einer). Er bleibt ewig, rennt weiter wie besessen hinter Frauen her und hinterlässt einen seelischen Trümmerhaufen.

Auch Luca Pisaroni als “Leporello” ist eine gute Besetzung, sein Spiel hat Humor, sein schlaksiger Körper machte Schmunzeln. Seine Stimme war gut zu hören, sauber und klanglich ausgewogen in allen Registern. Satt, kraftvoll und makellos Tomasz Konieczny als “Commendatore”. Andrew Staples gab den “Don Ottavio” mit klarem, eigenwillig schönem Tenor, und auch Alessio Arduini als “Masetto” passte homogen ins Ensemble. Die Damen enttäuschten das Festspielpublikum ebenfalls nicht, auch wenn keine herausragend beeindruckende Stimme unter ihnen war. Linneke Ruiten als “Donna Anna” drehte erst in ihrer Schlussarie richtig auf, Anett Fritsch punktete mit klingender Kraft, Wut und Verzweiflung, aber das darf die “Donna Elvira” ja auch. Sehr gut in ihre Rolle als “Zerlina” fand auch die junge Moldawierin Valentina Nafornita, sie setzte Akzente nicht nur mit ihrem klaren, feinen Sopran, sondern zudem mit spielerischer Sinnlichkeit.

Die Wiener Philharmoniker und Dirigent Christoph Eschenbach haben sich gegenüber der außergewöhnlich schwachen “Cosi fan tutte”-Vorstellung im Vorjahr erheblich gesteigert. Die höher im Graben positionierten Musiker präsentierten einen knackigen, satten, manchmal auch ein wenig groben Mozartklang, der aber durchaus strahlte, das Bühnengeschehen antrieb, freudvoll und vital wirkte. Leider – und das ist ein weiterer Schwachpunkt des neuen Salzburger “Don Giovanni” – lief vor allem rhythmisch vieles nicht rund zwischen Bühne und Orchestergraben. Immer wieder stolperte das Tempo, passte der Rhythmus des gesungenen Textes nicht zum musikalischen Puls, zogen Orchestermusiker und Sänger in Sachen Tempo nicht an einem Strang. Gott sein dank spielte sich vieles im Laufe der Premiere ein, und die Holprigkeiten wurden seltener. Aber unter dem Strich hatte das Premierenpublikum schon recht: Der neue Salzburger “Don Giovanni” ist bloß “teuflisch in Ordnung”.

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Fischer eröffnete Salzburger Festspiele http://www.salzburg24.at/fischer-eroeffnete-salzburger-festspiele/apa-1419556954 http://www.salzburg24.at/fischer-eroeffnete-salzburger-festspiele/apa-1419556954#comments Sun, 27 Jul 2014 11:34:00 +0000 http://4037862

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler begrüßte den diesjährigen Festspielredner, den australischen Historiker und Autor Christopher M. Clark und erklärte das Generalthema der Festspiele 2014, der Erste Weltkrieg, liege auch “gründungsgeschichtlich auf der Hand”.

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) verwies mit zahlreichen Zitaten darauf, wie deutsche Literaten sich vom Krieg haben mitreißen ließen. Seine Erklärung dafür: “Die Kunst ist auch ein Kind ihrer Zeit.” Sie versage, wenn alle anderen versagen und habe Anteil am Gelingen, was allen gelinge. Zudem sprach Haslauer von der “Hassliebe zwischen Kunst und Staat”. Diese Beziehung gleiche “lang verheirateten Ehegatten”, die nicht ohne einander leben könnten, aber deren Angewohnheiten den anderen bis zur Weißglut reizen würden. Seine Schlussworte: “Die Kunst rettet die Welt nicht. Das müssen wir schon selber besorgen. Aber ohne Kunst wird uns das kaum gelingen.”

Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) dankte allen Mitwirkenden für das sorgsam ausgewählte Programm der Festspiele 2014, das sich unserer Geschichte annehme und damit eine “verantwortungsvolle Aufgabe” wahrnehme. “Kunst ist auch ein Mittel gegen Verallgemeinerung und Vorurteil, gegen Rassismus, Hetze und Antisemitismus”, betonte Ostermayer. Dass der Bedarf an Mahnung auch aktuell gegeben sei, würden die jüngsten Vorfälle auch in Österreich zeigen.

Bundespräsident Heinz Fischer, der seit Beginn seiner Amtszeit alljährlich die Festspiele eröffnet, wurde schon zuvor auf dem Residenzplatz mit militärischen Ehren von der Militärmusik Salzburg und einer Ehrenkompanie des Radarbatallions aus der Schwarzenbergkaserne empfangen. In der Felsenreitschule betonte Fischer, dass es notwendig sei, Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Zu den wesentlichen Lehren zählte der Bundespräsident die Absage an einen aggressiven Nationalismus, die Tatsache, dass Gewalt die Probleme nicht löse und dass Frieden keine Selbstverständlichkeit, sondern eine permanente Aufgabe sei.

Dem thematischen Fokus entsprechend lasen Jedermann-Darsteller Cornelius Obonya und Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf Werke von Karl Kraus und Stefan Zweig. Für die musikalische Gestaltung sorgten Chefdirigent Ivor Bolton mit dem Mozarteum-Orchester Salzburg und die Sopranistin Laura Aikin. Gespielt wurden neben der Bundes-, Landes- und Europahymne auch Werke von Richard Strauß, Anton Weber und Ludwig van Beethoven.

Im Publikum saßen unteranderem Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, sowie der Präsident des tschechischen Abgeordnetenhauses Jan Hamacek. Die Salzburger Landesregierung und Vertreter des Salzburger Landtages und Gemeinderates, sowie Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) nahmen ebenso teil wie kirchliche Würdenträger, etwa Salzburgs Erzbischof Franz Lackner.

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Salzburger-Buhlschaft brach sich Mittelfußknochen http://www.salzburg24.at/salzburger-buhlschaft-brach-sich-mittelfussknochen/apa-1419555478 http://www.salzburg24.at/salzburger-buhlschaft-brach-sich-mittelfussknochen/apa-1419555478#comments Sat, 26 Jul 2014 17:30:00 +0000 http://4037795

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Staatspreis für Europäische Literatur an Ulitzkaja http://www.salzburg24.at/staatspreis-fuer-europaeische-literatur-an-ulitzkaja/apa-1419554696 http://www.salzburg24.at/staatspreis-fuer-europaeische-literatur-an-ulitzkaja/apa-1419554696#comments Sat, 26 Jul 2014 16:26:00 +0000 http://4037764

“In Zeiten, in denen Hetze, Nationalismus, Chauvinismus und Ignoranz in Russland, aber auch an vielen anderen Orten auf der Welt, die Oberhand bekommen, ist europäischer Kulturaustausch auf hohem Niveau besonders wichtig. Egal ob mit oder ohne EU-Pass”, sagte Ostermayer, bevor er den Staatspreis überreichte.

“Ljudmila Ulitzkaja hat sich als Meisterin der schönen Kunst und der literarischen Verschwendung erwiesen”, so die Begründung der Jury für die Wahl von Ulitzkaja. Jury-Vorsitzender Karl-Markus Gauß, sagte weiters: “Es überrascht immer wieder, wie viel Welt in einem Buch Platz haben kann. Ulitzkajas Romane sind Kolossal-Gemälde, die daran erinnern, dass es zwar unterschiedliche Ethnien und Kulturen gibt, dass wir aber doch alle ein und derselben Familie angehören, nämlich der Menschheit. Ulitzkajas Bücher sind Bilanzen des menschlichen Scheiterns, aber auch ermutigende Aufrufe, ein Leben frei von nationalistischer Großmannssucht und ideologischer Verblendung zu wagen, in Russland genauso wie anderswo”, sagte Gauß in seiner Laudatio beim Festakt für Ulitzkaja im Haus für Mozart.

Die Autorin selbst ließ es sich nach der Preisverleihung nicht nehmen, einen Auszug aus der russischen Geschichte des 20. Jahrhunderts vorzutragen, von der Blüte des Landes am Beginn, über die Unterdrückung und Zerstörungswut in den Zeiten Stalins bis in die Gegenwart Russlands. “Auch heute fehlen Demokratieverständnis ebenso wie historisches Bewusstsein. Die Angst, ein ständiger Lebensbegleiter der Russen, steht dem noch immer im Wege. Aber je höher das kulturelle Niveau von Menschen ist, desto leichter kann er die chauvinistischen und nationalistischen Grenzen zum Anderen, Fremden überwinden”, sagte Ulitzkaja in ihrer Dankesrede.

Ulitzkaja ist ausgebildete Gentechnikerin. Anfang der 70er-Jahre wurde sie aus politischen Gründen entlassen. Erst relativ spät entwickelte sich ihr literarisches Talent. Ihr erster Erzählband mit dem Titel “Hundert Knöpfe” erschien 1983. Dann ging es Schlag auf Schlag, Novellen, Romane sowie Kinder- und Theaterstücke folgten, darunter “Die Lügen der Frauen”, “Medea und ihre Kinder”, “Maschas Glück” und zuletzt “Das grüne Zelt”, erschienen 2012. In all ihren Arbeiten beschäftigt sich die Autorin mit dem Leben des normalen Menschen in ihrem Land und zeigt, dass sich die große Geschichte aus den kleinen Geschichten des einfachen Lebens zusammensetzt.

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird seit 1965 vergeben. Die Liste der Preisträger liest sich wie ein who is who der europäischen Literatur. Eugene Ionesco, Harold Pinter, Italo Calvino, Friedrich Dürrenmatt, Stanislaw Lem, Milan Kundera, Salman Rushdie, Umberto Eco oder Javier Marias gehören zu den Trägern. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler erinnerte in ihrer Begrüßung an die Tradition, dass Literatur-Staatspreisträger oft kurze Zeit später Festspielredner geworden seien (Vaclav Havel, Eugene Ionescu und andere).

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Festspiele: Stefan Zweig und die Tapeten aus Wien http://www.salzburg24.at/festspiele-stefan-zweig-und-die-tapeten-aus-wien/apa-1419553508 http://www.salzburg24.at/festspiele-stefan-zweig-und-die-tapeten-aus-wien/apa-1419553508#comments Sat, 26 Jul 2014 15:21:00 +0000 http://4037727

“Diese Mappe mit 250 Tapetenmustern aus den Jahren 1930/1931 habe ich auf einem Wiener Flohmarkt gefunden”, sagte Widauer bei der Ausstellungseröffnung. “Seit es Tapeten gibt, sind sie eine Art Spiegel der Moden und Wünsche einer Gesellschaft.”

Ergänzt hat Widauer ihre hinter Glas aufgezogenen Alt-Tapeten mit Gedankensplitter aus Zweigs “Die Welt von gestern” aus dem Jahr 1942. Sätze wie “So wie 1914 der schönste Juli war, dessen ich mich in Österreich erinnern kann…” oder “Da, am 28. Juni 1914, fiel jener Schuss in Sarajewo” sind da zu lesen.

Textlich tiefer drang Sven-Eric Bechtolf, Schauspieler und Schauspielchef der Festspiele, mit seiner Lesung aus eben dieser Autobiografie von Zweig. Zwar forderte Bechtolf die Vernissage-Besucher auf, die Bilder zu betrachten, zu plaudern und seine Lesung als “Hintergrundrauschen mit Stefan Zweig” zu betrachten, aber die Sätze des Dichters fesselten doch. So erzählten Zweig durch Bechtolf vom Sog der Mobilmachung und von der beeindruckenden Kraft und der mitreißenden Begeisterung der ersten Kriegstage, in denen “die Menschen taten, was sie im Frieden hätten tun sollen. Nämlich begreifen, dass sie allen zusammengehören”.

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Italienischer Verdi-Tenor Carlo Bergonzi gestorben http://www.salzburg24.at/italienischer-verdi-tenor-carlo-bergonzi-gestorben/apa-1419552814 http://www.salzburg24.at/italienischer-verdi-tenor-carlo-bergonzi-gestorben/apa-1419552814#comments Sat, 26 Jul 2014 14:37:00 +0000 http://4037688

Karriere machte der Bauernsohn aus dem Dorf Polisene bei Parma erst im zweiten Anlauf. Nach dem Studium von Gesang und Klavier am Konservatorium von Parma debütierte Bergonzi 1948 zunächst als Bariton in Rossinis “Barbier von Sevilla”. Drei Jahre später nahm er erneut das Studium auf und wechselt die Stimmlage – zum Tenor. “Mir wurde klar, dass ich es als Bariton nie zur Spitze schaffen würde. Daher wagte ich einen Kurswechsel, das hat schon Überwindung gekostet.”

Der Triumphzug als Tenor begann 1951 in Bari. Durch den italienischen Rundfunk wurde Bergonzi bald einem größerem Publikum bekannt. 1953 sang er in der Mailänder Scala, bald darauf in den Opernhäusern in Spanien, Portugal, Großbritannien und Deutschland.

Er trat neben Maria Callas auf und eroberte als Radames in Verdis “Aida” die New Yorker “Met”. Von 1958 bis 1964 wirkte der “Techniker des Belcanto” bei den Festspielen von Verona mit. Außerdem spielte er zahlreiche Schallplatten ein. Sein Repertoire umfasste mehr als 60 Rollen.

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