Salzburg24.at » Kultur http://www.salzburg24.at SALZBURG24 Sun, 01 Mar 2015 04:17:22 +0000 de-DE hourly 1 NNP 1.0.0 Autor Houellebecq warnt: "Die Aufklärung ist am Ende" http://www.salzburg24.at/autor-houellebecq-warnt-die-aufklaerung-ist-am-ende/apa-1422566294 http://www.salzburg24.at/autor-houellebecq-warnt-die-aufklaerung-ist-am-ende/apa-1422566294#comments Sat, 28 Feb 2015 15:30:00 +0000 http://4250689

"Ich bin bisher nicht bedroht worden. Aber wenn man mich daran hindern wollte, über bestimmte Dinge zu sprechen, würde ich noch mehr darüber sprechen. Mein Buch 'Unterwerfung' ist kein islamophober Roman, aber man hat sehr wohl das Recht, einen islamophoben Roman zu schreiben, wenn man es möchte", so Houellebecq in dem Interview.

Er halte es für möglich, dass Frankreich, das "sich in den vergangenen fünf, zehn Jahren stark zum Schlechten verändert" habe, sich auf einen Bürgerkrieg zubewege, wie er in seinem Roman beschrieben habe. "Paradoxerweise wird die Stärke des Front national eine solche Entwicklung einstweilen verhindern. Denn der FN hat nunmehr das klare Ziel, auf demokratischem Weg, durch Wahlen, an die Macht zu kommen. Diese Aussicht kanalisiert die nationalkonservativen Tendenzen am rechten Rand. Deshalb glaube ich nicht, dass Rechtsextremisten zurzeit gewaltsam zur Tat schreiten werden." Doch "der Front national wird nicht an die Macht kommen. Er gibt sich einer Illusion hin. Sobald die extreme Rechte das erkennt, kann ihre Gewaltbereitschaft erwachen. Das politische Wahlsystem in Frankreich beruht auf dem Machtwechsel zwischen Mitte-links und Mitte-rechts. Diese beiden Blöcke, die bürgerliche Rechte und die sozialistische Linke, werden sich immer gegen den FN zusammenschließen und seine Machtübernahme zu verhindern wissen, obwohl er in Umfragen schon jetzt die stärkste Partei des Landes ist."

Diese Ausgrenzung des Front national schaffe "eine schiefe und ungesunde Situation", denn "die Basis der bürgerlichen wie der nationalen Rechten wünscht sich ein Zusammengehen der beiden Parteien, nur die Parteichefs wollen es nicht." Die wahre Bedrohung der Demokratie liegt nach Houellebecqs Ansicht "in der wachsenden Kluft zwischen dem Volk und den politischen und medialen Eliten, die in seinem Namen zu sprechen vorgeben. Dann kann es meiner Meinung nach zu Unruhen kommen, zu etwas Chaotischem und vielleicht Gewalttätigem." Dabei sei das Problem "nicht mehr die Immigration, sondern die gescheiterte Integration. Der Fremde ist einer von uns, ein Eingeborener."

Als Autor suche er nicht die Provokation, beteuert Houellebecq: "Ich mache meine Arbeit: Widersprüche aufdecken, Schwachstellen in der Gesellschaft finden, den Finger auf die Wunde legen und kräftig zudrücken." So halte er etwa die Rückkehr des Patriarchats für denkbar. "Die Befreiung der Frau ist ein weicher Fortschritt. Die Emanzipation ist noch nicht so lange her, dass sie nicht rückgängig zu machen wäre."

Aber was er denke, sei "ziemlich irrelevant. Mein Talent besteht darin, Wirkungsmächte in der zeitgenössischen Gesellschaft ausfindig zu machen. Und der Wunsch nach Unterwerfung ist eine Kraft, die wieder wirksam wird. Die Religion hat dabei die Nase vorn, denn alle anderen Unterwerfungssysteme, Nationalismus, Faschismus, Kommunismus, sind im Abseits der Geschichte gelandet. Sie kommen nicht mehr infrage. Die Aufklärung ist am Ende. Der Humanismus ist tot. Der Laizismus, vor über 100 Jahren erfunden von Politikern, die im Atheismus die Zukunft sahen, ist tot. Die Republik ist tot."

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Udo Jürgens bei Schweizer Musikpreis posthum geehrt http://www.salzburg24.at/udo-juergens-bei-schweizer-musikpreis-posthum-geehrt/apa-1422566194 http://www.salzburg24.at/udo-juergens-bei-schweizer-musikpreis-posthum-geehrt/apa-1422566194#comments Sat, 28 Feb 2015 15:24:00 +0000 http://4250679

Mit einer schrägen Eigeninterpretation verwandelte Tobias Jundt, Frontmann der Band Bonaparte, den Jürgens-Klassiker "Aber bitte mit Sahne" kurzerhand in den heimlichen Hit des Abends. Der "Tribute Award" ist der vierte Preis, der in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen wurde.

Doppel-Sieger war James Gruntz, der in der Kategorie "Best Breaking Act" gewann und zudem mit dem neu eingeführten "Artist Award" ausgezeichnet wurde. Ebenfalls neu sind die Kategorien "Best Male Artist" und "Best Female Artist", die eine verstärkte Aufmerksamkeit für Einzelkünstler zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig wurde der Fokus in Bezug auf die Musikgenres geöffnet. Während im vergangenen Jahr bei der Auswahl der besten Acts noch nach Rock Pop und Urban unterteilt wurde, umfasste eine Nominierung diesmal Künstler aus allen Sparten.

So kam es, dass Beatrice Egli ins Zentrum der bisher vorwiegend pop- und rocklastigen Veranstaltung rückte. Die Schlagersängerin setzte sich in der Kategorie "Best Female Artist" durch. "Ich stehe für jede Künstlerin, die noch nicht für diesen Preis nominiert worden ist", sagte Egli, nachdem ihr Ex-Bachelor Vujo Gavric den Preis überreicht hatte. Jeder, auch Vertreter der Schlagermusik, habe die Chance auf den Betonklotz. Ihr männliches Pendant, Bluesmusiker Philipp Fankhauser, bedankte sich per Video-Botschaft für die Auszeichnung als "Best Male Artist".

In der begehrten Kategorie "Best Hit" hatte das Fernseh-Publikum die Qual der Wahl: Per Live-Voting erkor es "I Take It All" von den langjährigen SMA-Lieblingen Pegasus zum besten Schweizer Song des Jahres. Der Preis für den "Best Act International" ging an Ed Sheeran. Offenbar vergessen wurde das Verkünden der Gewinner in den Kategorien "Best Hit International" (Pharrell Williams: "Happy"), "Best Breaking Act International" (Imagine Dragons) und "Best Album International" (Coldplay: "Ghost Stories").

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Neuer Veranstalter für Viennafair gefunden http://www.salzburg24.at/neuer-veranstalter-fuer-viennafair-gefunden/apa-1422565952 http://www.salzburg24.at/neuer-veranstalter-fuer-viennafair-gefunden/apa-1422565952#comments Sat, 28 Feb 2015 15:08:00 +0000 http://4250667

Laut "Standard" soll es neben zeitgenössischer Kunst, für die man mehr internationale Galerien gewinnen möchte, unter der Bezeichnung "Viennafair Masters" auch eine mit eigenem Standdesign ausgestattete Sektion mit Kunst der Klassischen Moderne geben.

Wie seit Dezember bekannt, wechselt das bisherige Viennafair-Team 2015 mit der künstlerischen Leiterin Christina Steinbrecher-Pfandt und Geschäftsführer Renger van den Heuvel Name und Location der Kunstmesse: Von 24. bis 27. September wird in der Marx-Halle die "viennacontemporary" ausgerichtet.

Die 10. Ausgabe der Kunstmesse Viennafair hatte 2014 in der Messe Wien mit 25.274 Besuchern einen Rekord-Publikumszuspruch erbracht.

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"Die letzten Tage der Menschheit" Hörspiel des Jahres 2014 http://www.salzburg24.at/die-letzten-tage-der-menschheit-hoerspiel-des-jahres-2014/apa-1422550356 http://www.salzburg24.at/die-letzten-tage-der-menschheit-hoerspiel-des-jahres-2014/apa-1422550356#comments Fri, 27 Feb 2015 20:30:00 +0000 http://4250192

Der "Hörspielpreis der Kritik" ging dabei an "Manifest 44. Der schwarze Trauerzug, Amsel, Drossel, Fink und Star, der Rabe, der Rabe, der Uhu, der Uhu" der oberösterreichischen Autorin FALKNER. Über die Auszeichnung als "Schauspielerin des Jahres" kann sich - wie bereits seit längerem bekannt - Burgschauspielerin Petra Morze freuen.

Aus gegebenem Anlass werden die beiden Preisträger von Ö1 neuerlich gesendet. Der erste Teil der "Letzten Tage der Menschheit" wird am Samstag (28. Februar) um 14 Uhr ausgestrahlt, FALKNERS Stück folgt im "Hörspiel-Studio" am Dienstag (3. März) um 21 Uhr.

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"Star Trek"-Darsteller Leonard Nimoy gestorben http://www.salzburg24.at/star-trek-darsteller-leonard-nimoy-gestorben/apa-1422557102 http://www.salzburg24.at/star-trek-darsteller-leonard-nimoy-gestorben/apa-1422557102#comments Fri, 27 Feb 2015 18:42:00 +0000 http://4250136

Bereits im vergangenen Jahr hatte Leonard Nimoy, der lange geraucht hatte, mitgeteilt, dass er an einer sogenannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leide. Dabei verursachen vor allem Verengungen der Atemwege Probleme. An der Seite von Captain Kirk und der übrigen Enterprise-Crew schrieb er Fernsehgeschichte.

In der vergangenen Woche hatte es Berichte gegeben, nach denen Nimoy mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden war. Zahlreiche Schauspielkollegen hatten ihm daraufhin per Internet eine rasche Genesung gewünscht. Nimoy selbst hatte sich vor vier Tagen zum letzten Mal öffentlich per Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort gemeldet: "Das Leben ist wie ein Garten. Vollkommene Momente sind möglich, sie können aber nicht bewahrt werden, außer in der Erinnerung."

Der 1931 in Boston als Sohn jüdisch-orthodoxer Einwanderer aus der Ukraine geborene Nimoy hatte schon als Kind mit der Schauspielerei begonnen. Später spielte er in zahlreichen Filmen und TV-Serien mit und arbeitete auch als Regisseur, Produzent und Fotograf. Bekannt wurde und blieb er aber in erster Linie mit einer Rolle: der des Halbvulkaniers "Mister Spock" in der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise" und den "Star-Trek"-Filmen.

Lange Zeit tat er sich damit schwer und nannte seine erste Autobiografie sogar provozierend: "Ich bin nicht Spock." Irgendwann fand er sich jedoch damit ab. "Wie viele Schauspieler können schon von sich behaupten, dass sie über Jahrzehnte hinweg mit einer bestimmten Rolle identifiziert werden?", sagte er später einmal. "Das ist eine ganz besondere Ehre, wie ich finde. Zum Glück sind die Witze über meine Ohren weniger geworden."

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"Mr. Spock"-Darsteller Leonard Nimoy ist tot http://www.salzburg24.at/mr-spock-darsteller-leonard-nimoy-ist-tot/4250129 http://www.salzburg24.at/mr-spock-darsteller-leonard-nimoy-ist-tot/4250129#comments Fri, 27 Feb 2015 17:28:36 +0000 http://4250129

Todesursache sei eine Lungenerkrankung im Endstadium gewesen, sagte Susan Bay Nimoy der Zeitung zufolge. Schon im vergangenen Jahr hatte es Berichte über seine schwere Erkrankung gegeben.

Litt an Lugenkrankheit

"Mister Spock" litt seit geraumer Zeit an der Lungenkrankheit COPD, 2014 machte er die Erkrankung öffentlich. Er machte sein jahrelanges Rauchen dafür verantwortlich. Laut Medienberichten wurde Nimoy bereits vergangene Woche in eine Klinik eingeliefert. In seinem letzten Tweet auf Twitter am 23. Februar meinte Nimoy: "Das Leben wie ein Garten. Man kann vollkommene Momente haben, sie können aber nicht bewahrt werden, außer in der Erinnerung."

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Als "Mr. Spock" weltruhm erlangt

In "Raumschiff Enterprise" (Originaltitel: "Star Trek") spielte er den Halbvulkanier "Mister Spock", von dem vor allem die spitzen Ohren im Gedächtnis blieben. Seit 1966 übernahm er diese Rolle in zahlreichen Fernsehfolgen und Kinofilmen. Später war Nimoy auch als Regisseur tätig.

Sein letzter Twitter-Eintrag

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Vermisstes Werk von Picasso in New Jersey aufgetaucht http://www.salzburg24.at/vermisstes-werk-von-picasso-in-new-jersey-aufgetaucht/apa-1422552074 http://www.salzburg24.at/vermisstes-werk-von-picasso-in-new-jersey-aufgetaucht/apa-1422552074#comments Fri, 27 Feb 2015 14:47:00 +0000 http://4249692

Es wurde als "Kunst/Handwerk/Spielzeug" im Wert von 37 Dollar deklariert. Zöllner in New Jersey stellten bei der Ankunft der Sendung in den USA fest, dass es sich um einen Picasso handelt. Tatsächlich ist das Bild rund 2,5 Millionen Dollar wert.

Es war den Angaben zufolge zuletzt 1998 ausgestellt worden und danach wieder ins Lager des Centre Georges Pompidou in Paris gebracht worden. Dort bemerkte man 2001, dass es verschwunden war. Die US-Behörden wollen es an Frankreich zurückgeben.

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Arnulf-Rainer-Retrospektive in Baden-Baden http://www.salzburg24.at/arnulf-rainer-retrospektive-in-baden-baden/apa-1422551112 http://www.salzburg24.at/arnulf-rainer-retrospektive-in-baden-baden/apa-1422551112#comments Fri, 27 Feb 2015 11:31:00 +0000 http://4249611

Als er in den 1950er-Jahren die Szene betrat, galt er als exzentrischer Provokateur. Heute ist Arnulf Rainer, der am 8. Dezember seinen 85. Geburtstag feierte, nach eigenem Bekunden "ganz sanft" geworden. So, wie er tatsächlich angefangen hat: Ungewohnt heiter kommen seine frühen bunten Farbbahnen "Proportionen" daher, die den Anfang der Schau markieren. Doch Arnulf Rainer meinte, "dass die Qualität und die Wahrheit des Bildes nur wächst, wenn es sich mehr und mehr verdunkelt". Eindrucksvoll sichtbar wird das bei der "Übermalung Schwarz auf Weiß" (1957-59) und bei seinem "Schwarzen Kreuz" (1956).

Letzteres erinnert stark an das "Schwarze Quadrat" des russischen Avantgarde-Künstlers Kasimir Malewitsch, weist aber schon auf die düsteren übermalten Selbstdarstellungen und die Van-Gogh-Serie aus den 1970er-Jahren hin. Jene gruseligen Bilder mit leeren Augenhöhlen sind in der Schau ebenso vertreten wie die mit Bärten, überlangen Wimpern und zugenähten Lippen übermalten Totenmasken.

Das Werk ist nicht immer nur schwarz, aber es steckt immer Arnulf Rainer drin. In den Totenmasken genauso wie in launigen Automaten-Selfies oder provokanten Lust-Bildern des nackten Schläfers.

Ist Arnulf Rainer ein Narziss? Nein, meint Kurator Helmut Friedel. Rainers Selbstbildnisse symbolisieren für ihn eher den Aufschrei des Individuums gegen eine Welt, in der nach dem Zweiten Weltkrieg, Auschwitz und Hiroshima "alles Leben ausgelöscht" wurde. "Es geht um einen völligen Neubeginn durch Auslöschen des Bildes", sagt Friedel.

Beklemmend sichtbar wird dies am Ende der Ausstellung anhand des "Hiroshima-Zyklus" und der "Kisten-Walhalla" aus den 1980er-Jahren. Diese treffen im obersten Stockwerk auf Hauptwerke des Museums von Georg Baselitz: Auch dessen wuchtige Helden- und Frakturbilder zeugen von der Gemütslage der Nachkriegsgeneration - und vom Kampf gegen das akademische Dogma der gegenstandslosen Kunst in den 1960er-Jahren. Während Baselitz die Welt Kopf stehen lässt und seine späten Werke mit ungewohnt lichter Farbigkeit daher kommen, wirken Rainers Arbeiten am Ende poetischer. Und versöhnlicher, wie Mona Lisas "Hände" (2002/4) eindrucksvoll bezeugen.

(S E R V I C E -)

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Buch von Literaturkritiker Raddatz posthum erschienen http://www.salzburg24.at/buch-von-literaturkritiker-raddatz-posthum-erschienen/apa-1422550758 http://www.salzburg24.at/buch-von-literaturkritiker-raddatz-posthum-erschienen/apa-1422550758#comments Fri, 27 Feb 2015 11:09:00 +0000 http://4249572

Raddatz war am Donnerstag im Alter von 83 Jahren gestorben. Seine letzte Ruhestätte wollte er auf der Nordseeinsel Sylt finden. In einem "Tagesspiegel"-Interview zu seinem 80. Geburtstag hatte er erklärt, warum er sich bereits vor Jahren dort einen Grabstein gekauft hat: "Mein Gott, man kauft sich alles Mögliche, einen Eisschrank, ein Auto, vielleicht sogar ein Haus. Doch die Leute denken dabei nie an die letzte Wohnung. Und meine sollte unbedingt auf Sylt sein, meiner zweiten Heimat."

Auf dem Friedhof der Inselkirche St. Severin in Keitum auf Sylt befindet sich auch die Grabstätte von Verleger Peter Suhrkamp (1891-1959). Die Kirchengemeinde St. Severin wollte dazu am Freitag auf dpa-Anfrage aus Datenschutzgründen keine Angaben machen.

Raddatz galt als einer der streitbarsten und eloquentesten Literaturkritiker Deutschlands. Zu den näheren Umständen seines Todes wollte der Rowohlt Verlag auch am Freitag keine Angaben machen. In einem Interview der "Frankfurter Rundschau" hatte Raddatz Ende Jänner 2015 gesagt, dass er ein Anhänger des begleiteten Suizids sei.

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Holger Bleck ab 2016 Intendant des Carinthischen Sommers http://www.salzburg24.at/holger-bleck-ab-2016-intendant-des-carinthischen-sommers/apa-1422550700 http://www.salzburg24.at/holger-bleck-ab-2016-intendant-des-carinthischen-sommers/apa-1422550700#comments Fri, 27 Feb 2015 11:02:00 +0000 http://4249567

"Ich möchte die wunderbare Landschaft viel stärker einbinden", sagte Bleck bei seiner Präsentation am Freitag in Villach. Er überlege sich auch, heimische Chöre oder Blasmusikgruppen in Inszenierungen einzubinden. "Kärnten ist das Land des Liedes", sagte Bleck. Von der Einbindung der Landschaft erhofft sich der Neo-Intendant ein stärkeres Publikumsinteresse. Schließlich seien schon zu Zeiten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. in Versailles Seeschlachten aufgeführt worden. "Das heißt jetzt aber nicht, dass ich am Ossiacher See Seeschlachten aufführen will", sagte Bleck.

An Altbewährtem will Bleck offenbar festhalten. Der Carinthische Sommer soll auch künftig "von Klassik bis zu Jazz und Weltmusik" vielschichtig bleiben. Auch die Kirchenoper soll regelmäßiger Bestandteil des Festivals bleiben. "Ich halte es für wichtig, dass die Musik des 21. Jahrhunderts bleibt", sagte Bleck. Das Budget von jährlich rund 1,6 Millionen Euro will der 53-Jährige mit "Fundraising" auffetten. Das sei ihm schon beim Internationalen Hans-Gabor-Belvedere-Gesangswettbewerb erfolgreich gelungen, sagte Bleck. Bei dem Wettbewerb wird er weiterhin Organisator bleiben.

Zwischen dem Gesangswettbewerb und dem Carinthischen Sommer könnte es künftig zu Synergien kommen. Es sei durchaus möglich, dass Sieger des Wettbewerbes in Kärnten zu hören sein werden. "Ich habe eine starke Beziehung zur Förderung des Nachwuchses", erklärte Bleck. So könne er sich in Kärnten die Implementierung einer ganzen Reihe - unter dem vorläufigen Arbeitstitel "rising stars" - vorstellen.

Bleck, der einst auch mit Isabella Gabor gemeinsam die Leitung der Wiener Kammeroper innehatte, setzte sich in einem aufwendigen Auswahlverfahren mit 64 Kandidaten durch. "Die Bewerber kamen aus der ganzen Welt, von Russland bis in die USA", sagte Festival-Obfrau Walburga Litschauer. Letztlich habe sich Bleck eindeutig durchgesetzt und wurde am Donnerstag einstimmig vom Vorstand bestellt.

Eine Gratulation kam am Freitag unter anderem von Vorgänger Schlee: "Ich gratuliere ganz herzlich zu seiner Bestellung zum neuen Intendanten des Festivals. Eine schöne, vielfältige Aufgabe mit Potenzial zur Überraschung - auch, was die Herausforderungen betrifft; hierzu wünsche ich aufrichtig viel Erfolg!"

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Musical "Elisabeth" kommt auch nach Linz http://www.salzburg24.at/musical-elisabeth-kommt-auch-nach-linz/apa-1422549930 http://www.salzburg24.at/musical-elisabeth-kommt-auch-nach-linz/apa-1422549930#comments Fri, 27 Feb 2015 10:34:00 +0000 http://4249525

Die Titelrolle singt Roberta Valentini, die bereits in Shanghai als Kaiserin Sisi auf der Bühne stand. Ihr zur Seite stehen Mark Seibert als Tod und Kurosch Abbasi als Attentäter Luigi Lucheni. Nach Essen folgen als nächste Stationen der Produktion München, Frankfurt und Berlin - wobei zwischen der bayerischen und der hessischen Metropole einen Monat lang Linz die temporäre Residenz sein wird. Von 7. Juli bis 2. August wird "Elisabeth" dort im Großen Saal des Musiktheaters am Volksgarten gespielt.

Dafür werden noch kleine Darsteller für die Rolle des jungen Kronprinz Rudolf gesucht. Buben im Alter von acht bis zehn Jahren und mit einer maximalen Größe von 1,40 Meter samt blondem Schopf und Singvermögen werden zum Vorsprechen geladen. Der genaue Termin hierfür steht in Linz allerdings noch nicht fest.

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Mit Sam Mendes hinter den Kulissen von James Bond Spectre http://www.salzburg24.at/mit-sam-mendes-hinter-den-kulissen-von-james-bond-spectre/4249302 http://www.salzburg24.at/mit-sam-mendes-hinter-den-kulissen-von-james-bond-spectre/4249302#comments Fri, 27 Feb 2015 09:01:33 +0000 http://4249302

Regisseur Sam Mendes sagt: "Ich mache den zweiten Bond-Film aus dem gleichen Grund wie alle Filme: Mir geht es um die Story. Und Spectre ist ein Film, der ganz im Zeichen von Bond steht. Er hat von Anfang an eine Mission. Und davon handelt der Film. Soll er sein Leben so wie bisher weiterführen? Ist er wichtig? Macht er weiter oder nicht? Um das herauszufinden, muss man den Film sehen."

Eine mysteriöse Nachricht aus Bonds Vergangenheit setzt ihn auf die Fährte einer zwielichtigen Organisation, die er aufzudecken versucht. Während M damit beschäftigt ist, politische Mächte zu bekämpfen, um den Secret Service am Leben zu erhalten, kann Bond eine Täuschung nach der anderen ans Licht bringen, um die schreckliche Wahrheit zu enthüllen, die sich hinter SPECTRE verbirgt.

Kino-Start: James Bond Spectre soll Anfang November 2015 in die Kinos kommen.

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Leipziger Buchmesse zwischen Debatten über Freiheit und TTIP http://www.salzburg24.at/leipziger-buchmesse-zwischen-debatten-ueber-freiheit-und-ttip/apa-1422547458 http://www.salzburg24.at/leipziger-buchmesse-zwischen-debatten-ueber-freiheit-und-ttip/apa-1422547458#comments Fri, 27 Feb 2015 07:16:00 +0000 http://4249195

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels plant auf der Messe eine Podiumsdiskussion "Für das Wort und die Freiheit - Festes Fundament der Buchbranche oder angesagte Attitüde?". Auch die Auswirkungen des umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP will der Branchenverband unter der Frage "Eine Gefahr für die Kultur?" zum Thema machen.

Zudem bietet der Messeschwerpunkt "50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen" Ansatzpunkte für politische Diskussionen. Messe-Direktor Oliver Zille betonte, dass die Autoren im Mittelpunkt stehen sollen. Ziel des Schwerpunktes sei es, aktuelle israelische Literatur zu präsentieren - die aber natürlich auch immer politische Inhalte transportiere.

Zur Leipziger Buchmesse werden in diesem Jahr mehr als 2.200 Aussteller erwartet, etwas mehr als 2014. Begleitet wird die Messe wieder vom Literaturfestival "Leipzig liest".

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In Paris gestohlenes Picasso-Bild in USA aufgetaucht http://www.salzburg24.at/in-paris-gestohlenes-picasso-bild-in-usa-aufgetaucht/apa-1422546400 http://www.salzburg24.at/in-paris-gestohlenes-picasso-bild-in-usa-aufgetaucht/apa-1422546400#comments Fri, 27 Feb 2015 06:08:00 +0000 http://4249114

Das Paket mit dem Bild war nach Angaben der Behörden am 17. Dezember in Belgien aufgegeben worden - mit dem Hinweis, dass es sich beim Inhalt um Kunsthandwerk als Weihnachtsgeschenk im Wert von 30 Euro handle. Eigentümer des Bildes ist Frankreich, nun soll es der französischen Regierung zurückgegeben werden.

Das Centre Pompidou in Paris hatte im Jahr 2001 festgestellt, dass das Ölbild des spanischen Malers verschwunden ist. Es befand sich zuvor in einem Lager des Museums. Pablo Picasso hat einen Großteil seines Lebens in Frankreich verbracht.

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Zuckersüße Pyramide: Katy Perry flog durch die Stadthalle http://www.salzburg24.at/zuckersuesse-pyramide-katy-perry-flog-durch-die-stadthalle/apa-1422546118 http://www.salzburg24.at/zuckersuesse-pyramide-katy-perry-flog-durch-die-stadthalle/apa-1422546118#comments Fri, 27 Feb 2015 08:26:00 +0000 http://4249061

Die Pastorentochter aus Kalifornien ist aktuell mit der "The Prismatic World Tour" unterwegs und nun hat bereits 115 Stopps absolviert. Entsprechend musste sich niemand unter den rund 13.500 Fans wegen allfälliger negativer Überraschungen Sorgen machen: Diese zweistündige Hitmaschine war bestens geölt und lief wie am Schnürchen. Schon der Opener "Roar" vom aktuellen Album "Prism" (2013) ließ wenige Wünsche in Sachen Lautstärke, auffälliger Farbgebung oder Lichteffekte offen. Während Perry aus einer Pyramide entstieg, durfte im Hintergrund der digitale Löwe brüllen - und seine Chefin tat es ihm gleich.

Insgesamt war der Abend in sechs thematische, nur lose zusammenhängende Bereiche geteilt: Während zu Beginn eine kunterbunte Ästhetik dominierte, wechselte man im zweiten Teil ins alte Ägypten. Zum "Dark Horse" trat Perry auf einem überdimensionalen Pferd in das antike Bühnensetting, während die siebenköpfige Band sich in Spiellaune zeigte und es an tänzerischer Begleitung nicht mangelte. Wirklich laut - nämlich im Publikum - wurde es dann bei einer tief in den Industrial verfrachteten Version von "I Kissed A Girl", jenem Song, der für Perry 2008 den Durchbruch markierte.

Dass sich die Sängerin seitdem zwar stetig Neuem zugewandt, meist aber auf recht ähnliche Formeln zurückgegriffen hat, musste man mit Fortdauer des Konzerts etwas zähneknirschend zur Kenntnis nehmen. Songs wie "Teenage Dream", "E.T." oder "Walking On Air" haben zwar durchaus ihren Reiz, gelingen in der gänzlich auf pumpende Beats setzenden Live-Umsetzung bisweilen aber etwas monoton. Dafür gab es reichlich optische Abwechslung, erhob sich Perry doch gleich zwei Mal (an Seilen befestigt) in die Lüfte und segelte über ihre Anhänger hinweg. Kurzzeitig wurde man auch nach Kittywood entführt, wo die Protagonisten in Katzenkostümen über die weit in die Halle reichende Bühne tänzelten, während "Hot N Cold" in einer Jazzadaption zu gefallen wusste.

Aber es geht auch ohne Hilfsmittel: Im akustischen Mittelteil griff Perry bei "The One That Got Away" selbst zur Gitarre und wurde bei "By The Grace Of God" nur von einem Klavier begleitet. In beiden Fällen machte sie deutlich, dass sie das optische wie akustische Brimborium eigentlich gar nicht benötigen würde. Im reduzierten Country-Folk-Kleid machte die US-Amerikanerin eine gute Figur. Aber man kennt ihre Vorliebe: "Ich musste nur schnell in etwas wirklich Glitzerndes wechseln", hatte sie kurz zuvor angemerkt - und stand in einem funkelnden Schmetterlingskleid vor ihren jubelnden Anhängern.

Da ihr diese ohnehin an den Lippen hingen, wagte sich Perry glücklicherweise immer wieder in etwas abseitige Gefilde. Dem Glatten und Polierten, das ihr mitunter vorgeworfen wird, fügte sie dabei einen Schuss Ironie, Sexyness oder Schlagfertigkeit hinzu. "Das ist meine Hand, beißt sie nicht ab!", ermahnte sie etwa jene Fans, die sich im vordersten Bereich kurzzeitig um ihr Mikrofon stritten. Oder erwiderte auf die Frage eines auf die Bühne geholten Burschen, ob er ein Autogramm haben könnte: "Was willst du noch? Eine Niere, eine Leber, eine Bluttransfusion?" Die Entertainerqualitäten sind Perry beileibe nicht abzusprechen.

Aber am Ende regierte dann doch wieder der zuckersüße Bombast: Bei "Birthday" wurde eine Besucherin auf eine riesige Geburtstagstorte gehievt - während Perry wiedermal durch die Halle segelte -, die "California Gurls" wurden zum Zitate-Reigen der Generation Smartphone und das obligatorische "Fireworks" als Zugabe wurde seinem Namen natürlich gerecht. Jetzt ließe sich vielleicht sagen: Überbordender Genuss dieser Sorte kann Karies verursachen. Aber im Falle von Katy Perry sollte man einen verärgerten Zahnarzt ausnahmsweise riskieren.

(S E R V I C E -)

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Lassnig-Retrospektive in Barcelona http://www.salzburg24.at/lassnig-retrospektive-in-barcelona/apa-1422537734 http://www.salzburg24.at/lassnig-retrospektive-in-barcelona/apa-1422537734#comments Thu, 26 Feb 2015 13:35:00 +0000 http://4248671

Maria Lassnig starb im Mai vergangenen Jahres im Alter von 94 Jahren in Wien. In der spanischen Tapies-Stiftung werden rund 45 Gemälde, aber auch zahlreiche Aquarelle und Filme Lassnigs gezeigt, die vor allem aus der Serie ihrer berühmten Körpergefühlsmalerei stammen. Unter den Filmen befinden sich auch drei Animationsfilme aus ihren 70er-Jahren, die sie in New York drehte, wo sie sich feministischen Kreisen angeschlossen hatte. Die meisten der in Barcelona ausgestellten Werke stammen aus diesen Jahren sowie aus der Zeit zwischen den 90ern und ihrem Tod.

Poschauko möchte die Ausstellung nicht unbedingt als eine Retrospektive im klassischen Sinne bezeichnen, da Lassnigs Werke aus den 50er und 60er nicht in der Exposition zu sehen sind. Dennoch weist er auf den speziellen Charakter dieser Ausstellung hin. Es sei nämlich nicht nur die erste Exposition nach ihrem Tod. "Wir zeigen in Barcelona auch zahlreiche Werke von ihr, die noch niemals ausgestellt wurden, wie beispielsweise ihr erstes Selbstporträt von 1945 und ihr letztes Selbstporträt, das sie noch 2013 anfertigte", so der Kurator.

Fast 20 Prozent der in der Tapies-Stiftung zu sehenden Werke seien noch niemals ausgestellt gewesen. Sie stammen aus ihrem Atelier-Nachlass. Die Ausstellung, die noch bis zum 31. Mai in der Tapies-Stiftung zu sehen ist, entstand in Zusammenarbeit mit dem Universalmuseum Joanneum aus Graz.

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Comeback für Schieles "Wally" im Leopold Museum http://www.salzburg24.at/comeback-fuer-schieles-wally-im-leopold-museum/apa-1422537082 http://www.salzburg24.at/comeback-fuer-schieles-wally-im-leopold-museum/apa-1422537082#comments Thu, 26 Feb 2015 13:00:00 +0000 http://4248643

Damit unterschiede sie sich auch von anderen Modellen jener Zeit, wie Interimsdirektor Franz Smola bei der Presseführung zur Schau "Wally Neuzil. Ihr Leben mit Egon Schiele" erläuterte. "Durch ihre Beziehung zu ihm ist sie aus der Anonymität herausgetreten." Dennoch sei das Zusammentragen der insgesamt rund 200 Objekte für die Kuratoren - neben Leopold waren dies Stephan Pumberger und Birgit Summerauer - keine einfache Angelegenheit gewesen, ist die Faktenlage doch recht dünn. Beispielsweise gibt es nur eine Fotografie, die Schiele und Neuzil gemeinsam zeigt.

In Kombination mit verschiedenen Autografen, einer ganzen Reihe weiterer Fotografien und natürlich den Werken von Schiele habe man eine Annäherung an Neuzil (1894-1917) gewagt. "Obwohl wir in der Analyse eng an den Dokumenten bleiben, kann es nur ein Versuch sein, sich der Psyche einer lang verstorbenen Person zu nähern. Ich hoffe, uns ist das bei Wally konzis und logisch gelungen. Wir haben uns bemüht, sie als Person greifbar zu machen", so Leopold. Eine wesentliche Rolle spiele dabei der historische Hintergrund, zu dem jede Person "immer in einer dynamischen Beziehung" stehe. "Auch Wally wird erst durch das Wien um 1900 sichtbar."

Das aus einfachen Verhältnissen stammende Mädchen, das 1911 16-jährig in Schieles Leben trat, begleitete den Maler "in seiner künstlerisch aufregendsten Phase", so Smola. Bis 1915 war sie an seiner Seite - und natürlich ist auch der Trennung in der umfangreichen Schau ein eigener Abschnitt gewidmet. "Uns war wichtig, sämtliche erhaltenen Materialien zusammenzutragen und geschlossen zu präsentieren", unterstrich Summerauer. Und so schließt die Ausstellung im letzten Raum mit einer Fotografie, die Neuzil als Krankenschwester zeigt, sowie einem Eintrag zu ihrem Tod während des Ersten Weltkriegs.

Nimmt man etwas Abstand von dem dezidiert biografischen Erzählduktus der Ausstellung, die sich nahtlos in die permanente Schiele-Präsentation im dritten Stock des Hauses einfügt, so rücken natürlich wieder die beeindruckenden Gemälde in den Vordergrund. Unter anderem ist mit "Tod und Mädchen" ein Hauptwerk des Malers erstmals im Leopold Museum zu sehen. Dass er von Neuzil "nicht nur körperlich, sondern auch spirituell geöffnet wurde", wie es Leopold ausdrückte, zeige wiederum das Werk "Liebkosung (Kardinal und Nonne)", dem man wieder den ursprünglichen Titel gegeben habe.

Und natürlich kommt man am "Bildnis Wally" nicht vorbei, das gemeinsam mit seinem Pendant, dem "Selbstbildnis mit Lampionfrüchten", auf die Besucher wirkt. Keinesfalls problematisch findet der Vorstandsvorsitzende der Leopold Museum-Privatstiftung, Helmut Moser, dass die Provenienzgeschichte des Werkes nicht mehr Raum einnimmt. Diese sei schließlich allseits bekannt und man habe sich überdies mit den Erben nach Lea Bondi-Jaray auf einen Begleittext geeinigt. "Wir sind nicht frei, was wir dort hinschreiben." Also müsse man sich auf den, natürlich auch aktuell präsenten Text beschränken.

Kurz angebunden reagierte Moser auf die kürzlich von Diethard Leopold angestoßene Diskussion um die Basisabgeltung des Hauses. "Wir sprechen hier über die Ausstellung zu Wally Neuzil, und sonst gar nichts", reagierte er auf entsprechende Nachfragen einsilbig. Somit blieb ebenfalls offen, ob Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) wie angekündigt bereits mit dem Vorstand in Gespräche getreten ist.

(S E R V I C E - "Wally Neuzil. Ihr Leben mit Egon Schiele" von 27. Februar bis 1. Juni im Leopold Museum, Museumsplatz 1, 1070 Wien, täglich außer Dienstag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr; zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiges Begleitbuch, hrsg. von Diethard Leopold, Stephan Pumberger und Birgit Summerauer, Christian Brandstätter Verlag, 184 Seiten, 29,90 Euro;)

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Zeitgenossen im Winterpalais: "Vienna for Art's Sake!" http://www.salzburg24.at/zeitgenossen-im-winterpalais-vienna-for-arts-sake/apa-1422536948 http://www.salzburg24.at/zeitgenossen-im-winterpalais-vienna-for-arts-sake/apa-1422536948#comments Thu, 26 Feb 2015 12:57:00 +0000 http://4248629

Die Prunkräume des Winterpalais, das vom Finanzministerium aufwendig generalsaniert wurde (der Rechnungshof spricht in einer aktuellen Schätzung von 135,77 Mio. Euro), können seit Herbst 2013 vom Belvedere für Ausstellungen genützt werden. Dafür gibt es eine zusätzliche jährliche Abgangsdeckung von rund 2,55 Mio. Euro. Die neue Filiale sei von Anfang an als "lebendiger Ort" gedacht gewesen, der auch "für zeitgenössische Kunst und aktuelle Fragestellungen" zur Verfügung stehen solle, sagte Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco bei der heutigen Presseführung.

Als Peter Noever sie gefragt habe, ob er die von ihm für Luciano Benettons weltweites Kunstprojekt "Imago Mundi" zusammengetragenen Österreich-Teil "Vienna for Art's Sake!/Archive Austria" ausstellen könne, ehe er an Benetton gehe, habe sie ihm das Winterpalais angeboten. "Er ist sensibel und zart gegenüber den Künstlern und kompromisslos und hart gegenüber Widerständen - also auch genau der richtige Mann für das Winterpalais", so Husslein-Arco.

Die bis 31. Mai laufende Ausstellung ist zweigeteilt. In der Sala terrena sind in einer Art Minimundus der heimischen Kunst auf Metall-Stangen in Fast-Augenhöhe alle 161 Miniatur-Kunstwerke zu sehen, die extra für das "Archive Austria" entstanden sind. Die Vorgabe Benettons ist nämlich eine Beschränkung auf Miniaturgröße, auf das Postkartenformat 10 x 12 Zentimeter. Noever nannte dies "eine Herausforderung - und eigentlich unzumutbar für jeden Künstler".

Dennoch hätten die von ihn gefragten Künstler, Architekten oder Designer, die ihrerseits wieder die Möglichkeit bekamen, selbst Kollegen einzuladen ("dadurch sind eine ganze Reihe von Künstlern vertreten, die ich vorher nicht gekannt habe"), diese Herausforderung "mit sehr unterschiedlichen Strategien und sehr individuellen Gesten" angenommen. Tatsächlich ist der Kontrast der Homogenität des Formats zur Heterogenität der einzelnen Arbeiten dieses alphabetisch gepflanzten, den ganzen Saal einnehmenden Stangenwalds von großem Reiz.

Von Vito und Maria Elena Acconci und Christian Ludwig Attersee bis zu Heimo Zobernig und Antoinette Zwirchmayr reicht die Palette der Vertretenen, von einem mit Seepocken besiedelten Handschuh Helmut Langs bis zur biomorphen Miniatur-Architektur von soma jene der Sujets. Hermann Czech hat einen winzigen Grundriss gezeichnet, Gustav Peichl ein paar freundliche Mondgesichter - dahinter fällt ein Schriftbild von Marko Lulic ins Auge: "Revolution en miniature".

Einen Stock höher haben 13 Künstler die Einladung angenommen, je einen der Prunkräume zu bespielen. Das Resultat ist beeindruckend. Im Schlachtenbildersaal hat Magdalena Jetelova einen roten Überwachungshubschrauber an die Decke gehängt, in den gelben Salon hat Hans Kupelwieser eine Fichtenholzhütte eingepasst ("Hütteldorf im Himmelpfort"), und im ehemaligen Paradeschlafzimmer hängt der Kristallluster über der mit Dopplern und Brotlaiben gedeckten Tafel einer typischen Hermann Nitsch-Installation.

Manche halten mit großer Geste, manche mit subtilen Eingriffen gegen die vorhandenen Orgien aus Gold, Edelholz und Wandbespannung. Eva Schlegel hat im Konferenzzimmer auf einer kreuzförmigen Tischskulptur mit blutroten Farbpigmenten Sprüche ausstreuen lassen, die auf den Feldherrn Prinz Eugen Bezug nehmen. "War does not determine who is right, only who is left", lautet hier etwa die inhaltlich ewig gültige, objekthaft jedoch ephemere Botschaft Bertrand Russells.

Das Atelier Van Lieshout nimmt mit einem sprechenden, sich bewegenden riesigen Drahtkopf Bezug auf den "Schachtürken"-Automat, der im Wien des 18. Jahrhunderts für Aufsehen sorgte, the next ENTERprise hat mit einem luft- und wassergefüllten riesigen Objekt samt Lichtreflexion und Duftnote ein wahres Raumkunstwerk kreiert. Und Stararchitektin Zaha Hadid bezieht sich in einer Nische der Terrasse im Prinzipalhof auf ein bei der Renovierung freigelegtes Wandfresko.

Bei der Pressekonferenz standen eher wirtschaftliche Eckdaten im Vordergrund. Er habe bei seinem 2008 gestarteten Projekt der "Landkarte einer Vision der zeitgenössischen Kunst" bereits 50 verschieden große Länder-Kollektionen zusammengetragen und hoffe bis Ende des Jahres insgesamt 10.000 Künstler in "Imago Mundi" versammelt zu haben, das im Internet zugänglich sei, sagte Luciano Benetton. Allerdings, gab der italienische Modeunternehmer und Präsident der Fondazione Benetton Studi Ricerche zu, erhielten die Künstler für ihren Beitrag, der einer Archiv-Eintragung gleichkäme, kein Honorar. Im Gegenzug finanziere er jedoch die Etablierung und den Unterhalt dieses Archivs und Ausstellungen wie jene in Wien oder eine geplante Präsentation auf der Kunstbiennale von Venedig.

Agnes Husslein-Arco bestätigte, dass das Belvedere für die Ausstellung von Benetton "eine finanzielle Unterstützung" erhalten habe. Sie sehe die Schau allerdings nicht als Werbeveranstaltung für den Textilkonzern. Vorwürfe gegen Sponsoren "in einer Zeit, in der alles von allen gesponsert wird", "gehen über meinen Horizont hinaus", sagte Noever, der 2011 vom MAK fristlos entlassen worden war (was später in eine "rückwirkende einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses" umgewandelt wurde) und heute nach eigenen Angaben Ausstellungsprojekte u.a. in Moskau und China plant und betreut.

Für die 13 Installationen sei jedem Künstler ein Projektbudget von 11.000 Euro zur Verfügung gestanden, sagte die Belvedere-Chefin. Was mit den Objekten nach der Ausstellung geschehen werde, sei noch nicht entschieden.

(S E R V I C E - "Vienna for Art's Sake! Contemporary Art Show", Ausstellung im Winterpalais, Wien 1, Himmelpfortgasse 8, 27. Februar bis 31. Mai, tgl. 10-18 Uhr,;)

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2014 brachte Rekorderlös bei Kunstauktionen http://www.salzburg24.at/2014-brachte-rekorderloes-bei-kunstauktionen/apa-1422536222 http://www.salzburg24.at/2014-brachte-rekorderloes-bei-kunstauktionen/apa-1422536222#comments Thu, 26 Feb 2015 15:35:00 +0000 http://4248566

Im Vergleich zu 2013 betrug der Zuwachs 26 Prozent, über zehn Jahre gerechnet ganze 300 Prozent. Außerdem wurden im vergangenen Jahr 1.679 Werke für jeweils mehr als eine Million Dollar versteigert, auch das ist laut Artprice ein Rekord. 125 Werke fanden für zehn Millionen Dollar oder mehr einen Käufer.

In der Rangliste der begehrtesten Künstler steht Pop-Art-Maler Andy Warhol unangefochten an der Spitze: Werke des US-Künstlers wurden im vergangenen Jahr für insgesamt 569 Millionen Dollar versteigert. Mit weitem Abstand folgt Pablo Picasso, dessen Werke laut Artprice bei Auktionen 375 Millionen Dollar erzielten. Auf Platz 3 folgt der Brite Francis Bacon mit 270 Millionen Dollar vor dem deutschen Maler Gerhard Richter mit 254 Millionen Euro.

Wichtigster Markt bei Kunst-Auktionen war 2014 weiterhin China. Dort wurden bei Versteigerungen 5,6 Milliarden Dollar umgesetzt, Hongkong und Taiwan eingeschlossen. Ein Grund dafür ist die große Zahl neugegründeter Museen in Asien, die mit Werken bestückt werden müssen. Der zweitgrößte Markt für Kunst-Auktionen sind die USA, wo 4,8 Milliarden Dollar umgesetzt wurden und damit 21 Prozent mehr als im Vorjahr. "Die Nachfrage ist konstant und aggressiv, und das auf allen Kontinenten", sagte Artprice-Chef Thierry Ehrmann.

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Auf der Bregenzer Seebühne entsteht die Chinesische Mauer http://www.salzburg24.at/auf-der-bregenzer-seebuehne-entsteht-die-chinesische-mauer/apa-1422535820 http://www.salzburg24.at/auf-der-bregenzer-seebuehne-entsteht-die-chinesische-mauer/apa-1422535820#comments Thu, 26 Feb 2015 12:16:00 +0000 http://4248549

Die Chinesische Mauer auf der Seebühne wird aus 650 Mauersteinen bestehen, wobei 540 davon bereits in den vergangenen Monaten in Kärnten gefertigt wurden. Am Donnerstag luden die Bregenzer Festspiele Medienvertreter nach Alberschwende (Bregenzerwald), wo gerade 110 weitere Stein-Atrappen hergestellt werden - in neun Arbeitsschritten aus Holz, Farbe und Fassadenputz. Diese werden dreidimensional und anders als die anderen Steine nicht mit einem Tragegerüst aus Stahl verbunden sein, um in der Inszenierung eine Spezialaufgabe zu erfüllen. "Sie werden in einem sehr dramatischen Moment mitspielen", wollte Sobotka aber noch nicht mehr verraten.

Ebenfalls ein prägnantes Merkmal des Bühnenbilds stellt die Nachbildung von 200 etwa zwei Meter großen Terrakotta-Kriegern dar. Die Krieger müssten aufgrund der Dimensionen der Seebühne "ein bisschen größer und im Ausdruck kräftiger" sein als ihre realen Vorbilder, sagte Florian Kradolfer, Ausstattungsleiter der Festspiele. Manche der Krieger würden im Wasser stehen, andere, die leuchten können, in der Luft, ergänzte Sobotka.

Voraussichtlich Ende März sollen die letzten Teile der Opernkulisse zur Seebühne angeliefert werden, mit dem Bau der Kulisse auf der Seebühne wurde aber längst begonnen. "Es ist unglaublich, wenn man die Veränderung jeden Tag sieht", stellte Sobotka fest. Zuerst sehe man das Stahlgerüst, dann komme die Kunst dazu. "Wie das wächst, ist eine unglaubliche Erfahrung", so die neue Intendantin, die Ende Jänner von Graz nach Bregenz übersiedelt ist. Die Mauer, die aus 29.000 Einzelteilen bestehen wird, übertreffe ihre Erwartungen.

Festspiel-Dramaturg Olaf Schmitt erklärte, mit den Terrakotta-Kriegern wolle man auf der Bühne "Masse" darstellen. Regisseur Marco Arturo Marelli sei es ein besonderes Anliegen gewesen, ein "monumentales China" bildnerisch umzusetzen - und da seien die Mauer und die Krieger "große chinesische Symbole".

Die Proben für die Giacomo Puccini-Oper "Turandot" auf der Seebühne werden Mitte Juni beginnen. Die Besetzung sei längst komplett, sagte Susanne Schmidt, Operndirektorin der Festspiele. Man habe sich für "Stimmen mit dramatischer Kante, aber am jüngeren Ende" entschieden, sagte Schmidt. Statisten werden aber noch gesucht. Premiere wird "Turandot" am 22. Juli feiern, 25 Vorstellungen werden aufgeführt. Bereits mehr als die Hälfte der aufgelegten 169.000 Tickets sind gebucht.

(S E R V I C E - Bregenzer Festspiele, 22. Juli bis 23. August,)

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Juliette Binoche begeistert auch am Theater http://www.salzburg24.at/juliette-binoche-begeistert-auch-am-theater/apa-1422534400 http://www.salzburg24.at/juliette-binoche-begeistert-auch-am-theater/apa-1422534400#comments Thu, 26 Feb 2015 11:01:00 +0000 http://4248410

Die 50-jährige Oscar-Preisträgerin wurde spätestens mit ihrer Rolle in "Der englische Patient" weltweit bekannt. Kürzlich machte sie bei der Eröffnung der Berlinale mit "Nobody Wants the Night" bella figura. Setzt Binoche sich nicht der Gefahr aus, verspottet zu werden, weil sie das Spektrum der Rollen, die sie spielen kann, überschätzt?

Kurz gesagt: Sie fügt sich ins Ensemble ein. Ihr Alter spielt kaum eine Rolle, bedeutsamer ist, dass sie Antigones Argumenten das Gewicht verleiht, das ihnen zukommt. Diese Antigone ist kein Mädchen, das aus jugendlichem Trotz dem Herrscher widerspricht - Antigone bedenkt und begründet ihre Handlungsweise wohl, bereit, die Folgen zu tragen. Antigones Maxime: "Mitlieben, nicht mithassen ist mein Teil" ist zum geflügelten Wort geworden. Die griechische Lichtgestalt verkörpert die abendländische Humanität. Genau darauf zielt Juliette Binoches Spiel.

Kreon ist Antigones Gegenspieler, Ideale stellt er hintan. Patrick O'Kane zeichnet Kreon als Realpolitiker. Er ringt um seine Herrscherautorität. Kreon hat befohlen, Polyneikes sterbliche Überreste sollen, weil er ein Verräter war, unbeerdigt bleiben. Antigone missachtet Kreons Verbot, gehorcht den Göttern, der Menschlichkeit und beerdigt den Bruder. Deshalb verurteilt Kreon Antigone zum Tod.

Regie bei der europäischen Koproduktion führt der bekannte niederländische Regisseur Ivo van Hove. Er setzt stark aufs Wort. Der über 2.000 Jahre alten Tragödie von Sophokles legt er eine neue Übersetzung von Anne Carson zu Grunde - jedes Wort ist genau gewogen, die Melodie der Verse sorgfältig nachgeformt. Das Ensemble spricht sorgsam, um jedem Satz seine Bedeutung zu geben, die Argumente prallen aufeinander. Bald wird deutlich, dass Antigone Recht hat, der Pragmatismus Kreons und seine Gewalttätigkeit stoßen ab.

Ivo van Hove unterstreicht mit heutigen Kostümen und Popmusik, dass das uralte Trauerspiel auch in unserer Gegenwart noch gültig ist - und dass wir, obwohl wir wissen, dass Antigone Recht hat, dennoch die Kreons dieser Welt weiterwursteln lassen. Die Inszenierung endet mit dem Nachtbild einer illuminierten Metropole und schrillen, überlauten Dissonanzen.

Es wird auf Englisch gespielt. Kein Zufall, denn die Inszenierung soll weltweit touren. Auf dem renommierten Edinburgh International Festival wird die Produktion gezeigt, in London, New York und in Deutschland in Recklinghausen bei den Ruhrfestspielen. Das Kalkül ist klar: Juliette Binoche soll mit ihrem guten Namen Zuschauer anziehen, Kasse machen. Also doch nur Star-Theater, bei dem Sophokles und die europäische Kultur ruchlos vermarktet werden? Keineswegs. Trotz einiger Überdeutlichkeiten ist die Inszenierung weithin geglückt. Das Publikum dankt mit rauschendem Beifall. Diese "Antigone" dürfte ein Höhepunkt der Ruhrfestspiele 2015 werden.

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Erich Schleyer wird 75 http://www.salzburg24.at/erich-schleyer-wird-75/apa-1422531180 http://www.salzburg24.at/erich-schleyer-wird-75/apa-1422531180#comments Thu, 26 Feb 2015 07:33:00 +0000 http://4248014

Erich Schleyer wurde am 1. März 1940 in Dresden geboren. Nach einem Studium an der Theaterhochschule Leipzig spielte er zunächst am Maxim-Gorki-Theater in Ost-Berlin. 1968 übersiedelte er in den Westen und arbeitete bei Karlheinz Stroux in Düsseldorf sowie unter der Intendanz von Boy Gobert am Thalia Theater Hamburg. Bereits damals entdeckte er sein besonderes Talent, Sendungen für Kinder zu machen. Neben seiner Bühnentätigkeit und über 350 Fernseh- und Filmrollen widmete er daher einen großen Teil seiner Arbeit dem jungen Publikum.

Die TV-Kinder-Serie "Das feuerrote Spielmobil" machte ihn in der Bundesrepublik Deutschland ungemein populär, später setzte er seine Fernseharbeit für und mit Kindern in Österreich u.a mit den Sendungen "Erichs Chaos" oder "Der schiefe Turm" im ORF fort. Als Kinderbuchautor trat Schleyer u.a. mit seinen "Spirello"-Geschichten hervor, weiters erschienen die "Katze Nora" (1987) oder "Verschleyerte Geschichten" (1998).

In Wien hatte der Theaterschauspieler Schleyer Anfang der 1980er-Jahre am Volkstheater in "Einer flog über das Kuckucksnest" einen großartigen Einstieg. Weitere Erfolge feierte er in Hans Gratzers Schauspielhaus, unter anderem in der "Rocky Horror Show" oder in "Angels in America". Unter der Regie von George Tabori spielte er am Burg- oder Akademietheater "Die Massenmörderin und ihre Freunde", "Die Ballade vom Wiener Schnitzel" und den "Babylon Blues".

Im Theater an der Josefstadt war er u.a. in Nestroys "Mann, Frau, Kind", als Peachum in der "Dreigroschenoper" und zuletzt in Peter Turrinis "C'est la vie - Eine Revue" zu sehen. Am Volkstheater stand er etwa im "Ratgeber für den intelligenten Homosexuellen zu Kapitalismus und Sozialismus mit Schlüssel zur Heiligen Schrift" von Tony Kushner an der Spitze des Ensembles.

Erich Schleyer wurde u.a. mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst und dem Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet. 2011 erhielt er den Berufstitel Professor verliehen.

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Bill Cosby: "Ich bin noch lange nicht fertig" http://www.salzburg24.at/bill-cosby-ich-bin-noch-lange-nicht-fertig/apa-1422529568 http://www.salzburg24.at/bill-cosby-ich-bin-noch-lange-nicht-fertig/apa-1422529568#comments Thu, 26 Feb 2015 04:15:00 +0000 http://4247865

"Ich kann es nicht erwarten, eure lächelnden Gesichter zu sehen und eure Herzen mit einem wundervollen Geschenk zu erwärmen: LACHEN. Ich bin bereit." Cosby spielte damit auf eine Show an, die am Freitag im Staat Louisiana geplant ist. Zuvor waren wegen der Vorwürfe etliche Shows und Veranstaltungen mit Cosby abgesagt worden. Er dankte in seiner Erklärung den Ausrichtern und Organisatoren der Veranstaltung für deren "anhaltende Unterstützung".

Mehrfache Vorwürfe wegen sexueller Vergehen gegen Cosby

In der jüngsten Vergangenheit hatten mehrere Frauen dem US-Schauspieler sexuelle Vergehen vorgeworfen, die teils mehrere Jahrzehnte zurückliegen. Cosby, der in den 80er-Jahren mit der Sitcom "The Cosby Show" weltbekannt geworden war, bestreitet die Vorwürfe.

(APA)

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Verhandlung in Polen über Polanski-Auslieferung an die USA http://www.salzburg24.at/verhandlung-in-polen-ueber-polanski-auslieferung-an-die-usa/apa-1422525212 http://www.salzburg24.at/verhandlung-in-polen-ueber-polanski-auslieferung-an-die-usa/apa-1422525212#comments Wed, 25 Feb 2015 15:55:00 +0000 http://4247715

Polanski wirkte angespannt, als er mit seinen Anwälten durch ein regelrechtes Blitzlichtgewitter zahlreicher Fotografen und Kamerateams in den Gerichtssaal ging. Die polnischen Richter wollten ihn zu dem Auslieferungsantrag anhören. Hierfür waren mehrere Stunden vorgesehen. Gerichtssprecherin Barbara Gorszczyk sagte, man wolle seine Aussagen überprüfen und vermutlich auch Dokumente aus den USA anfordern. Auch die Vernehmung von Zeugen sei nicht ausgeschlossen. Ein schnelles Prozessende sei daher nicht absehbar.

Die US-Justiz wirft dem Regisseur Vergewaltigung vor - es geht um Sex mit einer 13-Jährigen im Jahr 1977. Der damals 43 Jahre alte Polanski hatte sich schuldig bekannt, aber von einvernehmlichen Sex gesprochen. Im April 2010 hatten US-Richter den Antrag des damaligen Opfers abgelehnt, den Fall nicht weiter zu verfolgen. Die Frau gab an, ihr heutiges Familienleben leide unter dem Aufsehen, den der Vorfall vor mehr als 30 Jahren errege.

Polanski hat einen Wohnsitz in Krakau. Der Regisseur, der neben der französischen auch die polnische Staatsbürgerschaft hat, will im Juli in Warschau mit den Dreharbeiten zu einem Film über die Dreyfus-Affäre beginnen.

Der nächste Verhandlungstermin wird nach Gerichtsangaben im April sein. Vor dem eigentlichen Verhandlungsbeginn hatte das Gericht entschieden, Medien und Publikum nur zu den Prozesstagen zuzulassen, an denen keine persönlichen Details zu Polanski zur Sprache kommen.

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Scala führt Salzburgs "Lucio Silla" auf http://www.salzburg24.at/scala-fuehrt-salzburgs-lucio-silla-auf/apa-1422523512 http://www.salzburg24.at/scala-fuehrt-salzburgs-lucio-silla-auf/apa-1422523512#comments Wed, 25 Feb 2015 15:50:00 +0000 http://4247711

Die Koproduktion der Salzburger Festspiele mit der Stiftung Mozarteum und dem Musikfest Bremen wird von Marshall Pynkoski inszeniert. Am Pult steht der künstlerische Leiter der Mozartwoche Marc Minkowski, der sein Debüt an der Scala feiert. Solisten sind Kresimir Spicer, der den erkrankten Rolando Villazon ersetzt, Lenneke Ruiten, Marianne Crebassa, Inga Kalna und Giulia Semenzato. Die Vorstellung wird am 28. Februar, sowie am 3., 12., 14. und 17. März wiederholt.

"Wir wollen den Zuschauern nicht glauben lassen, dass wir im 18. Jahrhundert sind. Wir zeigen ein Theater des 21. Jahrhunderts", betonte Pynkoski bei der Präsentation in Mailand. "Wir wollen der Ästhetik aus Mozarts Zeiten treu bleiben, ohne jedoch Museumstheater zu machen", betonte der kanadische Regisseur, der ebenfalls sein Debüt an der Scala feiert.

"Lucio Silla" zählt zu den Opern, die die Scala auf Rat Pereiras von den Salzburger Festspielen erworben hatte. Pereira waren in dem Zusammenhang Interessenskonflikte vorgeworfen worden. Im vergangenen Mai hatte der Aufsichtsrat der Scala den damals noch designierten Intendanten zu einer Vertragsverkürzung von sechs Jahren auf lediglich 15 Monate gezwungen. Vergangene Woche wurde Pereira als Intendant des Mailänder Opernhauses nun wieder für die gesamte fünfjährige Amtszeit des neuen Aufsichtsrats bestätigt.

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