19. Februar 2009 14:02;  Akt: 19.02.2009 14:05

Verlegung des "Marmorsaales" am Salzburger Hauptbahnhof gefordert

Salzburg- Stadt - In der Stadt Salzburg kämpft eine Bürgerinitiative um die Erhaltung des historischen "Marmorsaales", der anlässlich des 270 Mio. Euro teuren Umbaus des Hauptbahnhofs abgerissen werden soll.  0 Kommentare
 
 
Weil "die Ruheoase für die Reisenden und Salzburger" im Stil der 1950er Jahre einem neuen Durchgangsgleis weichen muss, sollte der atmosphärische, mit Adneter Korallenmarmor verzierte Saal an den Standort des gleisnahen "Cafe Intertreff" verlegt werden, schlug Architekt Hans Schmidt am Donnerstag bei einer Pressekonferenz vor.

Der 375 Quadratmeter große Jugendstilsaal des Bahnhofsrestaurants wurde im Jahr 1907 am Mittelbahnsteig errichtet und 1944 im Zweiten Weltkrieg von Bomben zerstört. Die jetzige Einrichtung stammt aus dem Jahr 1949 und stand bis vor wenigen Jahren wie der gesamte Mittelbahnsteig unter Denkmalschutz. "Im Jahr 2002 hieß es seitens des Bundesdenkmalamtes, der Marmorsaal ist nicht erhaltenswert", kritisierten die Aktivisten.

Bevor im September die Baumaschinen auffahren, will die Bürgerinitiative "die gesamte Aura retten. Der in Scheiben geschnittene Marmor ist nirgends mehr in einem öffentlichen Bereich zu sehen. Die gesamte Struktur des Saals samt den Marmorsäulen und dem Galeriegeschoß gehört für die Nachwelt erhalten", betonten die Salzburger Gerd Seidl und Stephan Weiss. "Der Saal ist die Heimat der Künstler und Kreativen, der Salsa- und Tangotänzer. Er ist nicht nur eine Visitenkarte für Salzburg, sondern auch für die ÖBB."

Eine Möglichkeit wäre, den Saal auch als Veranstaltungssaal zu nutzen, sagte der Künstler Thomas Nowotny. "Seit dem Neubau des Kongresshauses gibt es keinen klassischen Saal mehr in Salzburg." Die Bürgerinitiative sammelt auf ihrer Homepage http://www.rettetdenbahnhof.at Unterstützungserklärungen.

Wie der Sprecher der Österreichischen Bundesbahnen, Johannes Gfrerer, erklärte, werden wichtige architektonische Elemente in den Bahnhofsumbau integriert. "Der Marmor wird nicht zerstört, sondern vor dem Abriss des Restaurants entfernt." Die Verlegung des Marmorsaales könnten die ÖBB aber nicht finanzieren. "Wenn die Stadt das will, muss sie eine Entscheidung treffen."



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