Noch läuft nicht alles rund bei Red Bull Salzburg

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Noch läuft nicht alles rund bei Red Bull Salzburg
© Die Tabelle nach den ersten zwei Spieltagen. - Screenshot/uefa.com
Der 2:1-Sieg bei Astra Giurgiu war gut für das Selbstvertrauen von Red Bull Salzburg. Am Ende zählen nur die Ergebnisse, dennoch läuft das Salzburger System noch nicht wie gewünscht.

Es war ein glanzloser Sieg, ein “Arbeitssieg”, wie es Trainer Adi Hütter auch gegenüber seiner Mannschaft formulierte. Dennoch glaubt Fußball-Meister Red Bull Salzburg mit dem 2:1 in der Europa League bei Astra Giurgiu seine Formkrise endgültig hinter sich gelassen zu haben. Die Salzburger liegen nach zwei Gruppenspielen gleichauf mit Celtic Glasgow an der Tabellenspitze.

Kritik war berechtigt

Nach dem Aus in der Champions-League-Qualifikation Ende August in Malmö hatte es in fünf Pflichtspielen vier Niederlagen gesetzt. “Wir haben eine kleine Krise gehabt, da laufe ich nicht davon”, betonte Hütter. “Wie sich die Mannschaft innerhalb einer Woche in die Spur gekämpft hat, imponiert mir aber. Sie hat von allen Seiten Hiebe bekommen, auch berechtigt, auch was meine Person betrifft. Die Mannschaft hat den Karren aber selbst aus dem Dreck gezogen.”

 

Auf Salzburg-Trainer Adi Hütter kommt noch viel Arbeit zu. – Red Bull/GEPA ©

Endlich ein Auswärtssieg in der Europa League

Mit Siegen im Cup beim Wiener Sportklub (12:1), in der Liga bei Rapid (2:1) und schließlich auch in der Europa League. “Es war wichtig, in dieser Situation hier einen Auswärtssieg zu landen”, erklärte Hütter in Rumänien. Es war der erste im Europacup seit dem eindrucksvollen 3:0 im Februar bei Ajax Amsterdam. Die verlorenen Punkte vom 2:2-Heimremis zum Auftakt gegen Celtic habe man sich dadurch zurückgeholt.

In drei Wochen geht es zu Hause gegen Dinamo Zagreb weiter. “Im Moment kann man davon ausgehen, dass es sich zwischen diesen drei Mannschaften entscheiden wird”, sagte Hütter. Celtic und Salzburg liegen einen Punkt vor Dinamo, die Tabellenführung ist relativ. Salzburg hat bei gleicher Tordifferenz mehr Treffer erzielt als der schottische Meister. Dieser hat in den direkten Duellen, die am Ende entscheiden, aber bereits zwei Auswärtstore geschossen.

 

Die Tabelle nach den ersten zwei Spieltagen. - Screenshot/uefa.com Die Tabelle nach den ersten zwei Spieltagen. – Screenshot/uefa.com ©

Giurgiu ist das Zünglein an der Waage

Zum Zünglein an der Waage könnte Giurgiu werden. “Dieser Sieg war extrem wichtig, auch für das Weiterkommen”, meinte Torschütze Kevin Kampl. “Er könnte Gold wert sein.” Denn auch Celtic und Dinamo werden sich in Rumänien schwertun, vermutete der Offensivstar. “Das ist eine unangenehme Truppe.” Mit geradlinigem Direktspiel bereitete Astra den Salzburgern in der Anfangsphase große Probleme.

 

Aushilfsverteidiger Valentino Lazaro (re.) hatte in der Anfangsphase seine Mühe mit den schnellen Rumänen. – Red Bull/GEPA ©

Systemumstellung bei Red Bull Salzburg

Mit der ersten halben Stunde war Hütter überhaupt nicht zufrieden, “weil einige Mechanismen nicht so funktioniert haben”. Bei eigenem Ballbesitz fehlte die Ruhe, zwischen den hoch attackierenden Stürmern und der gewollt etwas tiefer stehenden Abwehr entstanden Löcher.

“Das Pressing müssen wir uns erst wieder erarbeiten”, erklärte Mittelfeld-Chef Stefan Ilsanker. Neben dem Selbstvertrauen spiele dabei auch die physische Komponente eine Rolle. “Derzeit wirken wir nicht so spritzig, wie wir das am Anfang der Saison vielleicht schon waren.” Misserfolge wirken sich nicht gerade förderlich auf die Regenerationszeit aus. Ilsanker: “Es ist viel auf uns draufgehaut worden. In den Köpfen ist das nicht so leicht zu verarbeiten. Aber mit jedem Sieg wird es etwas leichter.”

 

Wiener Neustadt wartet

Die nächste Gelegenheit bietet sich am Sonntagabend (19.00 Uhr) in der Liga zu Hause gegen Wr. Neustadt. Die Salzburger wollen Boden auf den WAC gutmachen. Derzeit fehlen dem Titelverteidiger drei Punkte auf den Sensationstabellenführer, der bereits am Samstag (16.00) bei der Wiener Austria gastiert.

(APA)

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Kommentar
von Oliver Klamminger
oliver.klamminger@salzburg24.at
Es verwundert nicht, dass ausgerechnet Stefan Ilsanker nach dem Giurgiu-Match die taktischen Probleme ansprach. Das hohe und aggressive Pressing war bis vor wenigen Wochen noch das Aushängeschild des Meisters. Dabei spielten die beiden „6er“, Ilsanker und Christoph Leitgeb sprichwörtlich eine zentrale Rolle. Die beiden fingen die Bälle im Mittelfeld ab und leiteten die Angriffe ein. Durch die taktischen Umstellungen war davon gegen Giurgiu nichts zu sehen. Besonders die Offensivspieler waren sichtlich verunsichert, wann sie die Gegner attackieren sollten. Dadurch hatten die Rumänen mehr Platz und Zeit ihre Angriffe aufzubauen. Die Salzburger Abwehrspieler sind so viel Druck und Zweikämpfe vor dem Tor nicht gewöhnt und hatten nicht nur am Donnerstag Probleme damit. Auch Hinteregger und Co. verteidigten im Pressingsystem viel höher. Trainer Adi Hütter sollte sich nun entscheiden, auf welches System er künftig setzen will und die Spieler darauf einstellen. Denn ein Kompromiss wird gegen starke Gegner wie Dinamo Zagreb nicht funktionieren.