NR-Wahl: Ergebnis wird von Sobotka zweimal verkündet

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Das Ergebnis wird von Innenminister Sobotka (ÖVP) zweimal verkündet.
Das Ergebnis wird von Innenminister Sobotka (ÖVP) zweimal verkündet. - © APA/HERBERT NEUBAUER
Nicht nur einmal, sondern zweimal wird Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) heuer ein Ergebnis der Nationalratswahl verkünden – einmal das vorläufige am Sonntagabend und einmal das vollständige Ergebnis am Donnerstag. Denn per Briefwahl und Wahlkarten abgegebene Stimmen werden erst in zwei Tranchen am ersten und am vierten Tag nach der Wahl ausgezählt.

Der Montag ist der Tag der Briefwähler. Da werten die Bezirkswahlbehörden ab 9.00 Uhr früh die im Postweg abgegebenen Stimmen aus. Das könnten an die 600.000 sein. Schon 2013 waren es 540.000, bei der Bundespräsidentenwahl 2016 noch mehr. Mehr als zehn Prozent der abgegebenen Stimmen könnten die Briefwähler ausmachen – und damit wieder ein gewichtiges Wort mitreden. Bei der aufgehobenen Bundespräsidenten-Stichwahl vom Mai 2016 haben sie ja das Ergebnis umgedreht: Nach Auszählung der Briefwähler war Alexander Van der Bellen und nicht mehr Norbert Hofer Erster.

Endgültige Entscheidung eventuell erst Donnerstag

Sollte es bei der Nationalratswahl Montagabend immer noch ganz knapp stehen, fällt die endgültige Entscheidung erst am Donnerstag. Denn an diesem Tag werden noch einmal zahlreiche Wahlkarten ausgewertet – geschätzt zwischen 50.000 und 100.000. Genauer lässt sich das nicht sagen, weil heuer ein guter Teil davon neu ist: Nämlich die am Sonntag irgendwo in Österreich in einem Wahllokal abgegebenen Briefwahlkuverts (ausgefüllt, zugeklebt und unterschrieben). Diese wurden 2013 in den Wahllokalen außerhalb des “eigenen” Wahlkreises nicht angenommen. Außerdem werden wie schon früher am Donnerstag auch die Stimmen der “klassischen” Wahlkarten-Wähler ausgezählt – die mit unbenutzten (und vor allem nicht unterschriebenen) Wahlkarten ins Wahllokal kommen, sie dort gegen einen Stimmzettel tauschen und diese in die Urne werfen.

Wahlzettel müssen erst zu richtiger Behörde

So spät ausgezählt werden die in “fremden” Wahlkreisen abgegebenen Stimmen, weil die Nationalratsmandate nicht nur auf Bundesebene (wie etwa bei der EU-Wahl) vergeben werden, sondern auch in Regionalwahlkreisen und auf Landesebene. Also müssen sie für die Auszählung erst zur richtigen Landeswahlbehörde (sie zählen am Donnerstag aus) gebracht werden – und die ordnet sie dann dem richtigen Wahlkreis zu. Dies ist möglich, weil es für jeden der 39 Regionalwahlkreise einen eigenen Stimmzettel (mit eigenen Vorzugsstimmen-Kandidaten) gibt.

100.000 Stimmen sind etwa zwei Prozent

Sollten am Donnerstag tatsächlich noch 100.000 Stimmen dazukommen, wären das – bei ähnlich vielen gültigen Stimmen wie 2013 – rund zwei Prozent. Damit könnte die “Donnerstags-Runde” schon noch den Ausschlag geben, wenn am Montagabend die FPÖ hauchdünn vor der SPÖ liegt oder einer der kleinen Parteien (Grüne, NEOS, Liste Pilz) nur wenig auf die Vier-Prozent-Hürde fehlt.

(APA)

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