NS-Widerstand: Stadt Salzburg schafft Memorial für ermordete Frauen

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Für die Umsetzung des Siegerprojekts stellt die Stadt 70.000 Euro inklusive Künstlerhonorar zur Verfügung (Symbolbild).
Für die Umsetzung des Siegerprojekts stellt die Stadt 70.000 Euro inklusive Künstlerhonorar zur Verfügung (Symbolbild). - © Bilderbox
Die Stadt Salzburg hat nun fünf Künstlerinnen und Künstler zu einem Wettbewerb für ein “Memorial für Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus” eingeladen. Dabei soll der Gedenkstein für die im März 1943 hingerichtete 24-jährige Widerstandkämpferin Rosa Hofmann im Stölzlpark erweitert werden. Bis auf die FPÖ hatten im Herbst 2017 alle Gemeinderatsfraktionen für das Denkmal gestimmt.

Außer Rosa Hofmann wurden nach derzeitigem Wissensstand 17 weitere Salzburgerinnen von den Nationalsozialisten ermordet – weil sie als Sozialistinnen, Kommunistinnen oder aufgrund persönlicher Überzeugungen Widerstand gegen das Hitler-Regime leisteten oder Kritik daran übten.

“Leben einfach ausgelöscht”

“Viele der Frauen wurden einfach abgeholt und ohne Verfahren hingerichtet. Das ist Mord in doppeltem Sinne. Brutal und ohne Chance auf Verteidigung wurden diese Leben einfach ausgelöscht”, teilte der KZ-Verband Salzburg, die zentrale Triebfeder hinter der Neugestaltung des Gedenksteins, am Donnerstag mit.” Angesichts der bedrückenden aktuellen Entwicklungen der Gesellschaft ist hohe Aufmerksamkeit – sowohl für die historischen als auch heutigen Vorgänge – gefragt”. Maßnahmen wie das Memorial seien dabei besonders wichtig.

Frauen im NS-Widerstand: Langer Weg

Als die Idee des Denkmals vor genau einem Jahr in Salzburg vorgestellt wurde, hatte die Politikwissenschaftlerin Barbara Wolf-Wicha auf die Ungleichbehandlung “minder wichtiger Gruppen” im Nationalsozialismus hingewiesen, zu denen auch die meisten Frauen zählten. “Man warf ihnen Zellenbildung, widerständisches Verhalten, verbotene Hilfeleistungen und Unterstützungstätigkeit vor. Aber es gab keinen Prozess und keine Prozessakten”, sagte Wolf-Wicha damals. Auch darum habe es so lange gedauert, bis Frauen ihren Platz in der Widerstandgeschichte einnehmen konnten.

70.000 Euro für Sigerprojekt

Für die Umsetzung des Siegerprojekts stellt die Stadt 70.000 Euro inklusive Künstlerhonorar zur Verfügung. Eine Entscheidung einer Expertenjury soll noch in diesem Herbst fallen.

Die Namensgeberin für den bestehenden Gedenkstein, Rosa Hofmann, wuchs in Salzburg-Maxglan auf und engagierte sich zunächst in der sozialistischen Jugend, später dann als Leiterin im kommunistischen Jugendverband. Sie wurde 1942 wegen der Verteilung von illegalen Flugblättern verhaftet, in denen die Sinnlosigkeit des Krieges angeprangert wurde. Vor dem Volksgerichtshof in Berlin wurde sie wegen “Wehrkraftzersetzung”, Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 9. März 1943 in Berlin-Plötzensee enthauptet.

(APA)

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