“Nussknacker”-Ballett mit viel Fantasie und Humor

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Das Linzer Musiktheater präsentierte am Samstag eine Neuproduktion des Balletts “Der Nussknacker” mit der Musik von Peter I. Tschaikowsky in der Choreografie von Ballettchefin Mei Hong Lin. Damit wehte nach Kaufhäusern und Einkaufsstraßen auch im Theater schon ein Hauch von Weihnacht. Der angepeilte Publikumserfolg scheint, wie sich bei der Premiere zeigte, dem Stück und seinen Interpreten gewiss.


Mei Hong Lin hat die Geschichte des Nussknackers entstaubt und dennoch eine zauberhafte Traumerzählung auf die Bühne gestellt. Das Mädchen Klara erlebt nach einem turbulenten Weihnachtsabend in der Familie im Traum an der Seite ihres vermenschlichten Nussknackers spannende Abenteuer, die die Choreografin mit viel Humor ausstattet.

Die Linzer Ballett-Compagnie tritt dabei nicht nur als Gruppe in Erscheinung, sondern jede Tänzerin, jeder Tänzer ist immer auch Solist mit unzähligen köstlichen Charakterstudien. Das beginnt bereits mit den hektischen Weihnachtsvorbereitungen, die übergehen in ein allgemeines Eislauf-Gewimmel, wie man es auch in Wirklichkeit kennt. Szenenapplaus gab es u.a. für die einfallsreichen und humorvollen Tänze im dritten Bild (Spanischer, Chinesischer, Russischer Tanz) und für den berühmten Blumenwalzer, den die Choreografin so ganz anders gestaltete als frühere Ballett-Vorbilder.

Insgesamt ist diese “Nussknacker”-Interpretation temporeich, fantasievoll, von hohem technischen Niveau gekennzeichnet und auch farbenprächtig. Dafür schuf Bjanka Adzic Ursulov die hübschen Kostüme (wobei auch die klassischen Tüll-Röckchen nicht fehlen durften) und Dirk Hofacker die in allen Farben – je nach der Handlung – schwelgende Bühne. Unzählige Kugeln bildeten da einmal den Christbaum, dann wieder den winterlichen Schneefall oder sie bewegten sich im Rhythmus der Musik. Diese wiederum war beim Bruckner Orchester Linz unter seinem Chefdirigenten Dennis Russell Davies in besten Händen. Tschaikowskys populäre Klangwelt kam diesmal nicht aus einem tiefen Orchestergraben, sondern die Musiker befanden sich nahezu auf Augenhöhe mit der Bühne, zum akustischen Vorteil für Musiker und Publikum. Für die makellose Wiedergabe ernteten Dirigent und Orchester besonderen Applaus.

Stellvertretend für alle 20 Tänzerinnen und Tänzer dieser Produktion seien namentlich angeführt: Rie Akiyama als Klara, Andressa Miyazato als Drosselmeier und als Fee, Alexander Novikov als Nussknacker und Geoffroy Poplawski als Bruder Fritz. Sie und alle weiteren Mitwirkenden wurden vom Premierenpublikum mit Beifall überschüttet. Die Absicht, mit diesem “Nussknacker” auch Eltern mit ihren Kindern ins Haus zu locken, sollte sich erfüllen.

(S E R V I C E – “Der Nussknacker”, Ballett von Mei Hong Lin, Musik von Peter I. Tschaikowsky. Musikalische Leitung: Dennis Russell Davies. Bühnenbild: Dirk Hofacker, Kostüme: Bjanka Ursulov. Tanzensemble des Landestheaters Linz, Klara: Rie Akiyama/Rutsuki Kanazawa, Drosselmeyer/Fee: Mireia Gonzalez Fernandez/Andressa Miyazato, Nussknacker/Bruder Fritz: Alexander Novikov/Geoffroy Poplawski. Weitere Aufführungen: 31. Oktober, 3., 7., 8., 13., 29. November, 8., 12., 27. Dezember 2014, 8., 9., 27. Jänner und 6., 12. Februar 2015.)

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