EU-Gesundheitsminister kontern Ebola mit Datenbank

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"Fieberkontrolle nicht ausreichend"
"Fieberkontrolle nicht ausreichend"
Die EU-Gesundheitsminister begegnen der Ebola-Epidemie in Westafrika einerseits mit Beruhigung und andererseits mit einer gemeinsamen Datenbank. Dies ist das zentrale Ergebnis eines außertourlichen Treffens der Minister in Brüssel. Österreich will die betroffenen Länder vor Ort mit zusätzlichen medizinischen Helfern unterstützen, wie Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) ankündigte.


Das Thema der direkten Kontrolle von Reisenden aus den drei betroffenen Staaten Sierra Leone, Guinea und Liberia bleibt weiterhin in der Verantwortung der einzelnen Mitgliedsstaaten. So hatte Großbritannien als erstes EU-Land in der Vorwoche erklärt, vorbeugende Gesundheitskontrollen an großen Flug- und Bahnhöfen einzuführen. Auch nach Frankreich und Belgien fliegen wöchentlich noch zwischen 2.000 und 2.500 Menschen direkt aus der Krisenregion. Nun hat Frankreich angekündigt, von Samstag an alle Passagiere von Flügen aus Ebola-Gebieten zu kontrollieren.

Österreich ist von diesem Umstand insofern weniger betroffen, als es keine direkten Flugverbindungen aus den betroffenen Ländern in Westafrika gibt. “Entryscreenings machen nur wirklich Sinn bei Direktflügen”, unterstrich in diesem Zusammenhang Oberhauser nach dem Treffen. Was hingegen ein Ziel sein müsse, ist die genaue Erhebung von Visa-, Pass- und Flugdaten, um die Bewegung der Reisenden auch innerhalb Europas nachvollziehen zu können.

Ziel ist deshalb eine gemeinsame europäische Datenbank. “Ich hoffe, dass die Datenbank sobald als möglich einsatzbereit ist”, unterstrich nach dem Treffen auch die italienische Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin, deren Land derzeit die Ratspräsidentschaft innehat und die gemeinsam mit EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg zu dem Treffen geladen hatte.

Das zentrale Element bleibe aber die Kontrolle bei der Ausreise in den betroffenen Ländern, die jetzt schon sehr gut funktioniere. Aber auch hier will man mit Personal die Lage vor Ort stützen, das im European Centre for Disease Prevention and Control geschult wird, kündigte Borg an: “Was getan werden muss, wird getan.” Auch wird es ein gemeinsames europäisches Rückholprogramm für möglicherweise infizierte Helfer geben. Und schließlich soll die Informationskampagne an Flughäfen und Bahnhöfen koordiniert werden. Wenn sich dann möglicherweise der eine oder andere Fehlalarm ergeben, freue ihn das, unterstrich Borg: “Das zeigt, dass das Kontrollsystem als solches funktioniert.”

Österreich startet laut Gesundheitsministerin Oberhauser einen Aufruf an medizinisches Personal, um weitere Helfer zu den bestehenden fünf Österreichern in der Krisenregion zu entsenden. Darüber hinaus überlege man, ein Labor oder ein Containerspital zur Verfügung zu stellen. Auch eine nationale Task Force aus den Ministerien, Flughäfen und ÖBB will die Ministerin initiieren.

Bisher sind von EU-Seite 180 Mio. Euro für den Kampf gegen Ebola bereitgestellt worden. “Ob das reichen wird, werden wir sehen”, so Borg, der auf den Ratsgipfel Ende kommender Woche verwies. Allerdings plädierten die Verantwortlichen für kühlen Kopf angesichts eines bestätigten Falls in Spanien bei 500 Millionen EU-Bürgern. “Das Risiko ist extrem gering”, betonte Lorenzin. Und ihre österreichische Amtskollegin Oberhauser pflichtete dem bei: “Panik ist auch eine Epidemie.”

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind bis dato rund 9.000 Menschen an Ebola erkrankt. Die Zahl der Todesfälle ist auf 4.493 gestiegen, die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher liegen.

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