ÖFB-Teamspielerin Zadrazil: “Bundesligisten sollen Frauen-Teams stellen”

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Die Salzburgerin Sarah Zadrazil äußert sich über den Stellenwert der österreichischen Frauen-Nationalmannschaft.
Die Salzburgerin Sarah Zadrazil äußert sich über den Stellenwert der österreichischen Frauen-Nationalmannschaft. - © APA/HANS PUNZ
Salzburgs ÖFB-Star Sarah Zadrazil genoss die fußballfreien Tage im Kreise der Familie. Im SALZBURG24-Gespräch verrät die Potsdam-Legionärin warum der Hype um die Frauen-Nationalmannschaft nach dem Sommermärchen ein wenig verflogen ist und welche Maßnahme dagegen getätigt werden sollte. Außerdem zieht sie Vergleiche mit England und hat für Österreich zwei Vorschläge parat.




In der deutschen Frauen-Bundesliga hat Turbine Potsdam als einziges Team die Hinrunde ungeschlagen abgeschlossen. Im letzten Spiel vor der Winterpause gewannen Sarah Zadrazil und Co. beim SC Sand 2:1. Die 24-jährige Mittelfeldspielerin erzielte gegen ihre Teamkollegin Laura Feiersinger in der 45. Minute ihr zweites Saisontor und hatte am Erfolg maßgeblichen Anteil.

Vertragsverlängerung ehrt Sarah Zadrazil

Im Sommer 2016 wechselte sie zu Turbine Potsdam und entwickelte sich beim Brandenburger Frauenfußball-Bundesligisten zu einer wichtigen Säule der Mannschaft. Als Vertrauenszuschuss erhielt sie kurz vor dem Jahreswechsel ein Angebot zur Vertragsverlängerung bis zum Sommer 2020. “Ich bin wahnsinnig froh, dass ich die Möglichkeit erhalten habe weiter in Potsdam zu spielen. Das Angebot war sehr gut, das ehrt mich”, sagte Zadrazil im SALZBURG24-Gespräch beim 37. Salzburger Stier in der Sporthalle Alpenstraße. Ab 17.15 Uhr berichten wir wieder wie gewohnt per LIVETICKER vom Bandenzauber.

“Der Hype ist verflogen, Nachhaltigkeit ist gefragt”

Dass der Hype um das Nationalteam und das mediale Interesse nach dem sensationellen dritten Platz ein wenig abnehmen wird, war Zadrazil von Anfang an bewusst. Ihrem Empfinden zufolge hat sich nach dem Sommermärchen am Status des Frauenfußballs nicht viel geändert. “Spürbar sind leider keine Veränderungen. Nur mit konstanten Leistungen und Erfolgen können wir etwas bewegen”, erklärte die Flachgauerin aus St. Gilgen. Ihr größter Wunsch wäre, dass jedes Mädchen die Möglichkeit erhält, Fußball spielen zu können. “Wir haben in Österreich nur in St. Pölten ein nationales Zentrum für Frauenfußball. Das ist in meinen Augen zu wenig. Nun ist nach dem verflogenen Hype Nachhaltigkeit gefragt. Das Land braucht mindestens noch ein zweites Leistungszentrum”, forderte die 24-Jährige.

Zadrazil zieht Vergleiche mit England

Für die Salzburgerin ist die deutsche Frauenliga nach England, Frankreich und Spanien die beste in Europa. Dennoch zieht sie Vergleiche mit dem Mutterland des Fußballs. “In England müssen alle Teams aus der ersten Liga eine Mannschaft stellen. Damit stärken sie die gesamte Liga und erhöhen den Stellenwert des Sports. Das könnte auch in Österreich funktionieren”, fügte die Deutschland-Legionärin an, die sich ein Abenteuer in England durchaus vorstellen könnte. “Derzeit bin ich aber in Deutschland sehr glücklich, die Liga ist ausgeglichener und wird sehr professionell geführt.” Die nicht abreißenden Vergleiche mit den Männern stören sie jedoch noch immer: “Für mich sind das zwei eigenständige Sportarten. Vergleiche zu den Herren sind unangebracht und völlig fehl am Platz.”

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Weihnachtsgeschenk soll Busfahrten erträglicher machen

Bevor sie jedoch in ihr gewohnt professionelles Umfeld zurückkehrt, steht am Mittwoch mit Freundin Feiersinger eine Rodelfahrt in den Pinzgauer Bergen an. “Ich genieße die freie Zeit mit der Familie und Freunden. Auch wenn wenig für mich selber übrig bleibt, kehre ich gerne nach Salzburg zurück. Am liebsten verbringe ich allerdings die Zeit beim Shoppen im Europark.” Das schönste Geschenk hat sie allerdings schon unter dem Christbaum gefunden: Ein Nintendo Switch, der sich ideal mit dem Vereinsbus verbinden lässt, soll die neunstündige Auswährtsfahrt beim Rückspiel gegen den SC Sand und Laura Feiersinger in Zukunft erträglicher machen.

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