ÖFB-U21 hofft im EM-Play-off-Finale auf Wunder von Albacete

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Die ÖFB-U21 will auch in Spanien jubeln dürfen
Die ÖFB-U21 will auch in Spanien jubeln dürfen - © APA
Österreichs U21-Fußball-Nationalteam peilt am Dienstag (18.00 Uhr) im Play-off-Rückspiel der Qualifikation für die EM 2017 in Polen die ganz große Sensation an. Nach dem Heim-1:1 gegen den vierfachen Champion Spanien muss in Albacete unbedingt ein Tor her. Der Weg scheint steinig, aber nicht unüberwindbar, hatte die ÖFB-Auswahl doch am Freitag in St. Pölten dem Favoriten große Probleme bereitet.

“Mit dem 1:1 ist der Gegner noch mehr unter Druck in Albacete”, glaubt ÖFB-U21-Teamchef Werner Gregoritsch, der darauf hofft, dass sein Freund und Ex-Spanien-Legionär Kurt Jara im Stadion zum “Glücksbringer” avanciert. Den Iberern würde zwar aufgrund der Auswärtstorregel schon ein torloses Unentschieden zum Weiterkommen reichen, das ist bei ihren hohen Ansprüchen aber zu wenig, um die Fans in dem 17.000 Zuschauer fassenden Estadio Carlos Belmonte zufriedenzustellen.

“Die Spanier wollen von ihrer Philosophie her immer Tore machen und gewinnen. Sie können nicht nur hinten herumspielen, auch weil sie 17.000 Fans ununterbrochen antreiben. Da kriegt man dann Chancen für Torabschlüsse, darin sehe ich schon eine Chance”, sagte Gregoritsch.

Nützen sollen diese mit seinem Sohn Michael, Alessandro Schöpf und Louis Schaub auch drei aktuelle A-Teamspieler, die als Verstärkung für das Quali-Finale “nach unten” beordert wurden. Gregoritsch Junior war mit neun Treffern in sechs Spielen hauptverantwortlich für den Einzug ins Play-off und könnte in der vom Niederländer Serdar Gözübüyük geleiteten Partie neuerlich zum Trumpf werden.

An Spanien hat der HSV-Legionär gute Erinnerungen, erzielte er doch am 9. September 2014 beim jüngsten U21-Gastspiel in der 95. Minute den Ausgleich zum 1:1-Endstand. Es war der einzige U21-ÖFB-Punktgewinn in Spanien, davor hatte es drei Niederlagen ohne Torerfolg gegeben.

Gregoritsch Senior war schon damals in Puertollano Trainer – genauso wie sein Gegenüber Albert Celades – und hat gute Erinnerungen. “Drei Jahre lang hat damals die spanische Mannschaft keinen Punkt abgegeben und wir haben 1:1 gespielt. Wir sind nach dem Spiel die Runde im Stadion gegangen und es war beeindruckend. Die Zuschauer haben mit den weißen Taschentüchern Respekt gezeigt. Das möchte ich gerne wieder erleben mit meiner Mannschaft, egal ob wir es schaffen oder nicht”, sagte der 58-Jährige. Neben seinem Sohn waren auch Schöpf und Schaub damals im Einsatz.

Am Freitag fehlte das Trio, durch die bittere 0:1-Pleite mit dem A-Team gegen Irland musste es ohne Erfolgserlebnis den Spanien-Trip antreten. Vom Rest des Kaders kann man das nicht behaupten. In der NV Arena präsentierte sich die U21 trotz zahlreicher Ausfälle vor allem nach der Pause von ihrer besten Seite und hielt mit dem 1:1 gerechtfertigt die Aufstiegschance am Leben.

“Wir haben gezeigt, was wir können. Wenn wir das wieder umsetzen und noch einmal eine Schippe drauflegen, ist alles möglich”, gab sich Mittelfeldspieler Konrad Laimer optimistisch. Das sah auch Innenverteidiger Christian Schoissengeyr so: “Wir haben gesehen, dass vieles möglich ist, Chancen da sind.”

Die Vorfreude im ÖFB-Lager vor einer möglicherweise historischen Partie, zumal man noch nie bei einer U21-EM dabei war, ist riesengroß. “Wir haben ein Finale in Spanien und wissen, dass es richtig schwierig wird. Wir werden aber alles dafür geben, dass es bestmöglich für uns ausgeht. Es wird ein richtig geiles Spiel”, meinte Laimer. Einen Sieg gegen Spanien gab es in neun Duellen bisher nur am 10. Oktober 2000 in Eggenburg (2:1). Drei Partien endeten Remis, fünf Spiele gingen verloren. Eines davon unter Gregoritsch am 5. September 2013 mit 2:6.

Das soll diesmal vermieden werden, dafür hat der Coach seinen Matchplan im Kopf. “Wir wollen aus einer kontrollierten Defensive wieder unsere Nadelstiche setzen. Umso mehr wir mit taktischer Disziplin und Fußballintelligenz spielen, Räume zumachen, Passwege schließen, umso größer werden unsere Chancen”, sagte der Steirer. Im Hinspiel wurde deutlich, dass der große Favorit anfällig ist. “Die Spanier sind in der Rückwärtsbewegung nachlässig, das wollen sie nicht. Sie laufen nicht gerne dem Ball nach”, weiß Gregoritsch.

Nicht zwingend notwendig ist ein Sieg. Jedes Remis ab 2:2 würde der ÖFB-Truppe das EM-Ticket sichern, bei einem 1:1 würde die Entscheidung in einer Verlängerung oder einem Elfmeterschießen fallen. Da zuletzt zweimal gegen die Spanier ein 1:1 gelang, scheint das nicht unmöglich. “Es ist sicher möglich, dass wir Ähnliches schaffen wie Schweden”, betonte Gregoritsch. Die spielten in der Gruppenphase zweimal 1:1 gegen Spanien und behielten im Kampf um Rang eins die Oberhand.

(APA)

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