Öffnung des Pannenstreifens soll Stauproblem in Salzburg lösen

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Stau gehört für die Salzburger Autofahrer zum Alltag. (Symbolbild)
Stau gehört für die Salzburger Autofahrer zum Alltag. (Symbolbild) - © APA/dpa/Bodo Marks
Eine kleine Baustelle löste Dienstagmorgen wieder einen Mega-Stau auf der Westautobahn (A1) in Salzburg aus. Die Asfinag möchte jetzt den Pannenstreifen öffnen. Eine Gesamtlösung des Verkehrsproblems ist aber weiterhin nicht in Sicht.

Am Dienstag hieß es für Tausende Pendler auf dem Weg in die Stadt Salzburg wieder einmal warten. Schuld daran war eine kleine Baustelle auf der Westautobahn. Dort waren zwei Betonfelder am Montagabend erneuert worden. Doch der Beton wurde nicht rechtzeitig trocken, die Folge war ein kilometerlanger Stau.

Beton-Rezeptur wahrscheinlich schuld

Solche Ausbesserungsmaßnahmen hatte es in den vergangenen Monaten viele gegeben. Bis Ende Oktober sollen noch weitere Schäden in der Betondecke der Autobahn behoben werden. Bisher gab es keine Probleme, die Asfinag rätselt noch an der Ursache. Projektleiter Nico Hosp vermutet, dass die Beton-Rezeptur nicht in Ordnung war, wie die Salzburger Nachrichten am Mittwoch berichten.

Keine einheitliche Lösung in Sicht

Der Stau gab wieder einmal Anlass, über die Verkehrssituation in Salzburg zu diskutieren. Das Verkehrsnetz in Salzburg scheint nicht sehr stabil zu sein, wenn es durch solch eine Kleinigkeit schon lahmgelegt werden kann. Eine einheitliche Lösung für das Verkehrsproblem gibt es weiterhin nicht. Die Verantwortlichen haben alle Ideen, wie eine Lösung aussehen kann. Nur einigen können sie sich nicht.

ÖAMTC fordert mehr Park-and-Ride-Parkplätze

Bürgermeister Heinz Schaden (ÖVP) lehnt etwa den Vorschlag einer Stadtregionalbahn ab. Sie sei zu teuer. Stattdessen hätte er lieber mehr Busspuren. Kritik daran äußert der ÖAMTC . Pressesprecherin  Aloisia Gurtner meint, mehr Busspuren würden an der derzeitigen Situation nichts ändern, sondern eher zu noch mehr Stau führen. Sie fordert auch, dass Stadt und Land eine gemeinsame Lösung finden müssten sowie den Ausbau von Park-and-Ride-Parkplätzen. Ein großes Parkhaus nach dem Vorbild in Wien-Hütteldorf würde Gurtner zwischen der B156 und der S-Bahn in Bergheim bauen und eines bei der Autobahnabfahrt Salzburg-Nord und in Anif.

Mayr: Schlicht zu viele Autofahrer

Genau das hat Verkehrslandesrat Hans Mayr (SBG) geplant. Im Idealfall werden 1.000 neue Park-and-Ride-Plätze bis 2018 gebaut, alleine 2017 will man 350 Parkplätze bauen, so Mayr. Das Hauptproblem sieht er schlicht in der Anzahl der Autos, die im Salzburger Straßennetz unterwegs sind. Um diese zu verringern überlegt er, das Parken in der Stadt teurer zu machen. Kritik auf diesen Vorschlag kommt prompt von Stadt-ÖVP und Wirtschaftskammer Salzburg (WKS). Das würde das Stauchaos nicht verringern, weil Pendler sowieso nicht in der blauen Zone parken würden. Vielmehr würde es die Kunden aus der Altstadt vertreiben, so WKS-Obfrau Michaela Bartel.

Bei den zusätzlichen Busspuren will man mit der Stadt zusammenarbeiten, weil das Land gerade neue Regionalbusspuren für den Flachgau plant, betont der Verkehrslandesrat. Außerdem möchte er die Bürger besser über Alternativen, wie Bus und Bahn, informieren.

Pannenstreifen als zusätzliche Fahrbahn

Einen anderen Lösungsansatz möchte die Asfinag ausprobieren. Sie plant ab Herbst 2019 den Pannenstreifen zwischen Wallersee und Salzburg-Nord für den Verkehr freizugeben. Möglich wird das im Rahmen eines Pilotprojektes. Die zuständige Leiterin des Projekts bei der Asfinang, Martina Schumacher, sagt, man werde die Öffnung auf die Morgen- und Abendstunden, also die Hauptverkehrszeiten, begrenzen. Vorbilder dafür gibt es bereits in der Schweiz und in Deutschland.

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