Österreich bei Gesundheitsausgaben auf Rang sechs in EU

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Österreich teilt sich Rang sechs mit Belgien
Österreich teilt sich Rang sechs mit Belgien - © APA (dpa)
Österreich liegt bei den Gesundheitsausgaben gemessen am BIP mit 10,4 Prozent auf dem sechsten Platz in der EU. Die höchsten Gesundheitsausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung eines Landes weisen Deutschland und Schweden mit je 11,1 Prozent auf. Schlusslicht ist Rumänien mit 5,0 Prozent, geht aus den am Mittwoch von der EU-Kommission präsentierten Zahlen von 2015 hervor.

Der EU-Durchschnitt liegt bei 9,9 Prozent des BIP. Hinter Deutschland und Schweden folgen Frankreich (11,0 Prozent), die Niederlande (10,8 Prozent) und Dänemark (10,6 Prozent). Österreich teilt sich mit Belgien Rang sechs. Dahinter rangieren Großbritannien (9,8 Prozent), Finnland und Malta (je 9,6 Prozent), Irland (9,4 Prozent), Italien (9,1 Prozent) und Spanien (9,0 Prozent).

Der Bericht “Health at a Glance: Europe 2016” vergleicht auch die Gesundheitsausgaben der EU mit Drittländern. Dabei liegt die Schweiz mit 11,5 Prozent voran, gefolgt von Serbien (10,3 Prozent), Norwegen (9,9 Prozent), Island (8,8 Prozent), Mazedonien (6,5 Prozent), Montenegro (6,2 Prozent), Albanien (5,9 Prozent) und der Türkei (5,2 Prozent).

Ein großer Kostenfaktor für die Volkswirtschaften in der EU sind laut der Kommission die chronischen Krankheiten. Rund 50 Millionen Menschen sind in der Union mehrfach chronisch krank, und über eine halbe Million im erwerbsfähigen Alter sterben jedes Jahr an solchen Krankheiten. Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis verwies auf jährliche Kosten von 115 Milliarden Euro.

Andriukaitis erklärte weiter, dass in der EU jährlich viele Menschen an potenziell vermeidbaren Krankheiten sterben, die mit Risikofaktoren wie Rauchen oder Fettleibigkeit verknüpft seien. OECD-Generalsekretär Angel Gurria sagte, wenn die Versorgungsstandards in allen EU-Ländern auf das höchstmögliche Niveau angehoben würde, könnten viele Menschenleben gerettet werden. Es müsse noch mehr unternommen werden, um die Ungleichheiten beim Zugang und der Qualität der Versorgung zu verringern.

Generell betonte Andriukaitis, dass die Gesundheitssysteme in der EU effektiver werden müssten. 16 Prozent der Erwachsenen seien heute fettleibig. Im Jahr 2000 seien es nur elf Prozent gewesen. Ein Fünftel der Erwachsenen rauche nach wie vor.

Was den Zugang zu Gesundheitssystemen betrifft, müsse dieser einfacher werden. 27 Prozent der Patienten suchten eine Notaufnahme auf, weil nicht genügend Einrichtungen zur medizinischen Grundversorgung vorhanden seien. Durchschnittlich 15 Prozent der Gesundheitsausgaben würden von den Patienten direkt aus eigener Tasche gezahlt – mit großen Unterschieden zwischen den einzelnen Staaten.

(APA)

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