Österreich beteiligt sich an Ebola-Hilfsmaßnahmen

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Kanzler will Lösung vor Ort zu unterstützen
Kanzler will Lösung vor Ort zu unterstützen
Österreich wird sich laut Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) an internationalen Hilfsmaßnahmen gegen Ebola beteiligen. Als Beispiele nannte Faymann am Dienstag nach dem Ministerrat Ankauf und Ausstattung eines Flugzeuges sowie die Suche nach medizinischem Personal gemeinsam mit dem Roten Kreuz. Es sei wichtig, eine Lösung vor Ort zu unterstützen, so der Bundeskanzler.


Im Ministerrat hatte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) über die Situation in Österreich und nach einem informellen EU-Gesundheitsministertreffen am vergangenen Donnerstag in Brüssel berichtet. Ein Aufruf an medizinisches Personal, sich für Hilfseinsätze zu melden, wird vorbereitet. Die Umsetzbarkeit eines Planes für die Bereitstellung eines Labors oder eines Containerspitals für ein westafrikanisches Land wird geprüft.

“Das Gesundheitsministerium will einen Aufruf starten, um zusätzliche medizinische Helfer zu finden, welche die betroffenen Länder vor Ort bei der Bekämpfung von Ebola unterstützen können”, schilderte die Ressortchefin, von Beruf selbst Ärztin. Liberia, Sierra Leone und Guinea gehören zu den Armenhäusern der Welt. In Liberia kommen auf 3,2 Millionen Einwohner 103 Ärzte (0,01/1.000 Einwohner), so das “World Fact Book” der US-Central Intelligence Agency (CIA). In Sierra Leone sind es 0,02 Ärzte pro 1.000 Einwohner, in Guinea 0,1 Mediziner auf 1.000 Menschen. Die Relation in Österreich: 4,86 Ärzte pro 1.000 Einwohner, insgesamt sind es gut 40.000.

Darüber hinaus ist massive technische Hilfe genauso erforderlich. Die Ressortchefin will deshalb klären lassen, ob die Bereitstellung eines Labors oder eines Containerspitals finanziell und technisch möglich wäre. Diese Einrichtung könnte im Fall der Realisierung des Planes einem westafrikanischen Land durch Österreich zur Verfügung gestellt werden. Österreich-intern soll “auf hoher politischer Ebene” für eine bessere Koordinierung eine “Task Force” bestehend aus weiteren betroffenen Ministerien sowie Einrichtungen (z.B. Flughäfen, ÖBB) initiiert werden.

Die Ministerin berichtete auch über das informelle EU-Gesundheitsministertreffen am vergangenen Donnerstag in Brüssel. An sich hat die EU-Kommission keine Kompetenzen auf dem Gebiet der Seuchenbekämpfung. Die EU wird aber 180 Millionen Euro für die betroffenen westafrikanischen Staaten bereitstellen. Obwohl sich die Häufigkeit von Ebola-Erkrankungen derzeit in Westafrika alle zwei bis drei Wochen verdoppelt, ist laut einhelliger Meinung der europäischen Experten eine Ausbreitung der Infektionskrankheit in Europa nicht zu erwarten.

Das sind die Maßnahmen, welche die EU-Mitgliedsstaaten in etwa im Gleichschritt umsetzen wollen: Koordination von Maßnahmen an Ankunftsorten, vor allem bei Direktflügen bzw. in Häfen. Es soll ein koordiniertes Protokoll bezüglich des Auffindens von Kontaktpersonen (z.B. Flugpassagiere) und Informationsmaterial für Reisende geben. Schließlich wird es zu einem intensivierten Informationsaustausch (genaue Erhebung von Visa-, Pass- und Flugdaten, um die Bewegung der Reisenden auch innerhalb Europas nachvollziehen zu können) geben. Die Evakuierung speziell von aus der EU stammenden Helfern aus Westafrika soll koordiniert erfolgen. Für die technischen Hilfsgüter wird die Möglichkeit der Einrichtung eines gemeinsamen Beschaffungsmechanismus geprüft.

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