ÖVV-Team mit neuem Selbstvertrauen in World-League-Debüt

Akt.:
Kleinmann erinnert sich an letzte Weltturnierteilnahme 1962
Kleinmann erinnert sich an letzte Weltturnierteilnahme 1962 - © APA (Archiv)
Für Österreichs Volleyball-Nationalteam der Herren beginnt am Freitag das Abenteuer World League. Erstmals in dem seit 1990 durchgeführten Bewerb nimmt eine ÖVV-Equipe daran teil. Zweiter Neuling der 28. Auflage ist Estland. Beide finden sich in Gruppe 3 ein, in der zwölf Mannschaften einen Aufstieger in Gruppe 2 ermitteln. Jedes Team bestreitet zwei Vierer-Turniere, also gesamt sechs Matches.

Die Premiere für die rot-weiß-rote Truppe erfolgt in Frankfurt gegen Venezuela (Freitag, 15 Uhr), Deutschland (Samstag, 18) und Kasachstan (Sonntag, 15). Nächste Woche wird die Truppe von Teamchef Michael Warm Heimvorteil genießen. In der Linzer Tips-Arena wird es vom Freitag bis Sonntag (9. bis 11. Juni) erneut gegen Deutschland sowie Mexiko und Spanien gehen (jeweils 20.15, live ORF Sport +). Die Österreicher nehmen das halbe Dutzend an Spielen ohne Furcht vor großen Namen in Angriff, obwohl sie im Welt-Volleyball selbst das unbeschriebenste Blatt sind. Das bisher letzte Mal war ein ÖVV-Team 1962 in einem Weltturnier vertreten. “Da habe ich gerade mit Volleyball begonnen”, erinnerte sich der heute 69-jährige ÖVV-Chef Peter Kleinmann. Damals gab es Rang 19, sechs Jahre davor Platz 20.

ÖVV-Auswahl mit Selbstvertrauen im Gepäck

Mehr WM-Turniere mit österreichischer Beteiligung gab es nicht, doch erst vergangenes Wochenende war man knapp an der Fixierung des WM-Comebacks. Bei 2:1-Führung und 23:23 gegen das Gastgeberteam der Niederlande fehlten Alexander Berger und Co. in Phase zwei der WM-Qualifikation nur zwei Punkte, um aus eigener Kraft Gruppenrang eins bzw. das WM-Ticket fixieren zu können. Letztlich wurde es nur Rang vier. “Mir ist es danach nicht sehr gut gegangen”, verriet Warm rückblickend im APA-Gespräch. Die direkte Weiterreise nach Frankfurt hat aber zur schnellen Umfokussierung beigetragen. Spätestens am Mittwoch mit dem Umzug ins offizielle “World League Hotel” und dem ersten Training in der FRAPORT-Arena galt allerdings alle Konzentration nur noch den kommenden Aufgaben.

“Wir hätten in der WM-Quali auch berechtigt auf Platz zwei landen können. Doch das ist jetzt nur Theorie”, meinte Warm. “Die Burschen wissen aber, wie weit oben wir jetzt stehen. Sie haben ganz viel Selbstvertrauen geholt.” Die neue Erkenntnis sei, dass keiner der kommenden Gegner außer Reichweite sei. Warm: “Es gibt kein Spiel, wo wir sagen, wir sind ohne Chance. Wir wollen zeigen, dass das keine Eintagsfliege war.”

Das sind Österreichs Gegner

Dass es gleich zweimal gegen seine deutschen Landsleute geht, sei dem 49-Jährigen im Grunde “egal”. “Speziell ist nur, dass bei den Deutschen sechs Spieler dabei sind, die bei den United Volleys spielen oder spielen werden.” Warm kann das mit gutem Grund auch für sich verbuchen, ist er doch der Coach des in Frankfurt spielenden deutschen Bundesligisten Rhein/Main. Das vom Italiener Andrea Giani betreute deutsche Team zählt Warm weltweit zu den Top Ten. Deutschland ist aktueller WM-Dritter, spielt nur wegen einer World-League-Pause in Gruppe 3. “Sie sind für mich der klare Favorit”, erläuterte Warm. “Ihnen steht nur bald eine Verjüngung bevor.” Verjüngen muss Giani freilich schon jetzt, da einige Routiniers nach vorerst verpasster WM-Quali eine erwünschte Pause erhalten.

Seit April 2010 ist Warm Trainer des österreichischen Volleyball-Nationalteams. /APA/PESSENLEHNER Seit April 2010 ist Warm der Trainer des österreichischen Volleyball-Nationalteams. /APA/PESSENLEHNER ©

Venezuela ist für die Österreicher ein eher unbeschriebenes Blatt. “Die große Unbekannte im Turnier. Sie spielen südamerikanisch, mit viel Tempo und emotional.” Im Vorjahr hat Südamerikas Nummer 3 mit vier Siegen bei nur zwei Niederlagen in der World League gute Figur gemacht.” Mehr Erfahrungswerte gibt es von den Kasachen. “Wir werden die ersten beiden Tage nutzen, um detaillierte Informationen zu sammeln.”

Final Four in Mexiko

Die Top drei der zwölf Teams in Gruppe 3 qualifizieren sich für das Final Four am 17./18. Juni in Leon in Mexiko. Das Gastgeberteam ist dafür als viertes Team fix qualifiziert. Der Finalsieger des Events steigt in Gruppe 2 der World League auf. Es gibt auch einen Absteiger aus der World League. Die Österreicher wollen verhindern, dass es sie trifft. Lieber wollen sie künftig eine ständige Rolle im Konzert der Großen spielen.

(APA)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Nach Wahldebakel der Grünen: A... +++ - Feuerwehren bei Chemieunfall i... +++ - Bundesheer-Rekrut alkoholisier... +++ - Folgenschwerer Unfall mit Lkw ... +++ - Auch Zahnhaftcreme-Nutzer müss... +++ - Pkw contra Transporter am Euro... +++ - Dachstuhl brennt in Bürmoos +++ - Wahlergebnis komplett - Wahlbe... +++ - Oberndorf: Gescheiterte Diebe ... +++ - Beliebteste Therme Österreichs... +++ - Kuhstall geht ans schnelle Net... +++ - Vier Landeswahlen: 2018 wird d... +++ - Muli stürzt in Großarl ab: Unf... +++ - Endgültiges Nationalratswahl-E... +++ - Das bietet das Winterfest in d... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen