Olympia: Meilinger absolviert erste Trainings in Südkorea

Akt.:
Die Salzburgerin testet die Piste in Südkorea.
Die Salzburgerin testet die Piste in Südkorea. - © APA/EPA/FAZRY ISMAIL
Mit dem Buckelpistenbewerb beginnt Freitagvormittag und damit noch vor der offiziellen Eröffnung der Winterspiele in Südkorea das Programm der Ski-Freestyler. Im Phoenix Snow Park von Bokwang steigt die erste Qualifikation, mit dabei ist Melanie Meilinger. Für die Außenseiterin aus Salzburg hängen die Trauben zwar hoch.

“Jetzt wirklich da zu sein und das alles erleben zu dürfen, ist riesig”, freute sich Meilinger, die sich seit Jahren als Einzelkämpferin durchschlägt und pro Saison 25.000 Euro finanzieren muss. Die gelernte Hotelkauffrau war einst Skirennläuferin, wurde dann 2011/12 eher zufällig zur Buckelpistenfahrerin. Unter die 30 für Olympia qualifizierten Fahrerinnen schaffte sie es daher als 26.

Meilinger: “Piste ist anspruchsvoll und aggressiv”

“Das ist jetzt schon cool”, sagte Meilinger trotz fast 20 Grad Minus bei den ersten Flutlicht-Trainings auf der 250 Meter langen und 27 Grad steilen Buckelpiste. “Die Piste ist anspruchsvoll, weil der Schnee so trocken und aggressiv ist. Außerdem sind die Buckel sehr groß im Vergleich zu dem, wo wir sonst fahren”, analysierte sie.

Meilinger nahm daher im Training sogar etwas zurück. Bis zur zweiten Qualifikation am Sonntag, in der die restlichen zehn Fahrerinnen für das 20er-Finale am Abend eruiert werden, stehen sieben Skitage in Folge auf dem Programm. Zwei Stunden dauert eine Trainingssession. “Das musst du dir also gut einteilen.”

Salzburger “Quereinsteigerin” mit starker Konkurrenz

Der Pongauerin ist sehr bewusst, dass sie nicht zu den Favoriten gehört. Dazu hat sie viel zu spät mit dem Sport begonnen. “Seit wir zusammenarbeiten, hat sich Melanie nach vorne gearbeitet. Und dann war sie trotzdem wieder weiter weg, weil im Olympiawinter die Starterfelder plötzlich riesig waren”, erklärte Span das Dilemma.

Meilinger schaffte es dennoch zu den Spielen. “Jetzt da zu sein, ist für mich schon ein Highlight angesichts des Kampfes der letzten Jahre”, verwies sie selbst auf ihren mühsamen Weg, auf dem sie auch ein Crowdfunding benötigte, um ihren Traum wahr werden zu lassen.

Meilinger glaubt an Final-Teilnahme

Sportlich ist Meilinger aber Realistin. “Natürlich habe ich persönliche Erwartungen für Olympia”, ist ihr bewusst, dass nur eine fehlerlose Kombination aus Fahren und Springen Chancen ermöglicht. “Ich gehe All In, will meinen besten Lauf zeigen. Passt alles zusammen, ist ein Finale möglich”, glaubt sie dennoch.

Die Österreicherin zeigt auf den zwei Schanzen einen “Helikopter” (“360”) sowie einen Rückwärtssalto mit gekreuzten Skiern (“backflip cross”). “Bei den letzten zwei Spielen hat man damit gewonnen. Das wird wohl wieder so sein, auch wenn vereinzelte Mädels vielleicht Cork oder Full auspacken”, glaubt Meilinger. Die Salzburgerin aus Mühlbach am Hochkönig setzt aber darauf, dass die saubere Technik mit gleich 60 Prozent bewertet wird, Sprünge und Laufzeit mit je 20. “Das kommt mir als ehemaliger Skifahrerin doch zugute.” Der bessere der beiden Qualiläufe zählt.

Meilinger drückt Alpin-Athleten die Daumen

Meilinger wird die Medaillenvergabe am Sonntagabend wohl nur noch als Zuschauerin verfolgen. Danach will sie anderen ÖOC-Athleten die Daumen drücken. Ihr Herz schlägt nach wie vor für Alpinski. “Was Marcel Hirscher leistet und wie hart er arbeitet, beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue.”

Vor Trainingsbeginn war Meilinger zwei Tage im Olympischen Dorf untergebracht. Nach ihrem Wettkampf wird sie nicht viel Zeit haben, ihren “Lebenstraum” weiter auszuleben. Schon am 26. Februar geht es nach Japan, Meilinger will sich noch für das Weltcup-Finale in Frankreich qualifizieren. “Das ist wichtiger, als hier die Atmosphäre zu genießen”, gab sie sich ganz als Profi.

Teilnahme an weiteren Olympischen Spielen?

Das Saisonende wird mit den internationalen Buckelpisten-Staatsmeisterschaften in ihrem Heimatort Mühlbach “gefeiert”. Weil sie vergangenes Jahr beim Weltcup war, muss sie dabei ihren Dauer-Titel zurückerobern.

Ob Pyeongchang ihre ersten und auch letzte Spiele waren, ist offen. “Wir haben natürlich gesehen, dass bei mir Luft nach oben ist. Andererseits haben wir in der kurzen Zeit viel weitergebracht”, so Meilinger. Trainer Span sieht auch sportliches Potenzial. “Sie hat es drauf, nochmals vier Jahre zu fahren. Sie hat ja erst sehr spät angefangen.”

(APA)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Gebrüder Weiss baut Niederlass... +++ - Teilfreispruch für Graffiti-Sp... +++ - Ein Schwerverletzter bei Trakt... +++ - Betrug bei Thermenprojekt: Ges... +++ - Gläsernes Pausenfoyer für Moza... +++ - Runderneuerung von Hellbrunner... +++ - Salzburgerin (23) vertritt Öst... +++ - Zwei Polizisten in Lehen durch... +++ - Rekordschäden durch Borkenkäfe... +++ - Laudamotion schließt Station i... +++ - Öffi-Plan für Salzburg - Verke... +++ - Sextortion: Salzburger mit Nac... +++ - Österreich hält EU-Rekord bei ... +++ - So aktiv sind Menschen im Schl... +++ - Winterreifenpflicht bei Eis un... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen