OMV-Chef Roiss: Wären ohne Petrom zu klein

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OMV-Generaldirektor Gerhhard Roiss
OMV-Generaldirektor Gerhhard Roiss
Das vergangene Jahrzehnt seit der Übernahme der rumänischen Petrom durch die OMV im Jahr 2004 verbuchen beide Unternehmen als großen Erfolg. Die Transformation sei abgeschlossen, nun gelte es die Produktionsmengen im Inland zu stabilisieren und mit den Vorkommen im Schwarzen Meer zu wachsen, so OMV-Chef Gerhard Roiss und OMV-Petrom-Vorstandschefin Mariana Gheorghe am Dienstag in Bukarest.


Für die OMV sei die Expansion in Rumänien damals eine Schicksalsfrage gewesen, betonte Roiss vor österreichischen Journalisten in Bukarest. “In der alten Form wären wir zu klein gewesen um zu überleben.” Man sei bei der Konsolidierungswelle vor zehn Jahren ein “late mover” gewesen, “wir waren damals nicht international, sondern ein großer Fisch in einem kleinen Teich”. Sowohl beim geplanten Einstieg in Bratislava als auch bei der kroatischen INA war die OMV vom ungarischen Mitbewerber MOL ausgestochen worden. Ohne diesen Druck wäre man das Wagnis mit Petrom nie eingegangen, sagt Roiss heute.

Die Lage der Petrom sei damals auch alles andere als rosig gewesen, erinnert sich Roiss, der zu der Zeit für den Raffineriebereich zuständig war. Das große Öl-Land Rumänien habe jahrzehntelang kaum investiert, die Produktion sei jedes Jahr um ein Zehntel gesunken, die Belegschaft zu groß gewesen und die Petrom habe nur rote Zahlen geschrieben. Zudem sei es um die Sicherheit der Beschäftigten “traurig” bestellt gewesen. Deswegen habe man vom ersten Tag an das Thema Sicherheit an die erste Stelle gesetzt, und “es ist kein Zufall, dass wir beim Abbau von 50.000 Mitarbeitern keine Stunde Streik hatten”, unterstrich Roiss.

Dass der Kurs der OMV-Aktie die Anleger zuletzt wenig erfreut hat, stellte Roiss in einen längerfristigen Kontext: Der Wiener Leitindex ATX sei in den vergangenen zehn Jahren um 45 Prozent gestiegen, der OMV-Preis um 91 Prozent. Seit 2005 habe man jährlich mehr als eine Milliarde Euro in die Petrom investiert, rund 80 Prozent des in Rumänien verdienten operativen Gewinns sei auch wieder dort investiert worden.

Auch für den rumänischen Staat habe sich die Übernahme des einstigen Verlustbetriebes durch die Österreicher bezahlt gemacht, sagte Mariana Gheorghe. In den vergangenen neun Jahren seien von der Petrom 16 Mrd. Euro in die Staatskasse geflossen, das sei immerhin ein gutes Zehntel des Staatsbudgets. Der Konzern stehe direkt und indirekt für rund fünf Prozent der Beschäftigung in Rumänien und fünf Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes.

Einen weiteren Wachstumsschub sollen die Öl- und Gasvorkommen im Schwarzen Meer bringen. Falls es wirtschaftlich machbar sei, werde die Produktion dort voraussichtlich zum Ende dieses Jahrzehnts – 2020 oder 2021 – beginnen, sagte die Petrom-Chefin.

“Zunächst wird es zwei, drei Jahre dauern, bis wir wissen, was wir in dieser Region gefunden haben”, sagte Roiss. Dann würden weitere zwei, drei Jahre für Entwicklungspläne und für die endgültige Investitionsentscheidung benötigt. Abhängig davon, wie viel Gas man tatsächlich habe, werde man entscheiden müssen, ob man nur die Nachbarländer beliefern oder eine große europäische Pipeline bauen werde. “Dann ist Baumgarten die erste Adresse”, betonte Roiss.

Gas werde auch in Zukunft für die Energieversorgung Europas unverzichtbar sein. “Ich hake Gas nicht ab und ich hake Pipelines nicht ab – aber der Name der Pipeline ist nicht wichtig”, sagte Roiss in Anspielung auf das Stopp aus Moskau für die geplante Gaspipeline South Stream.

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