„One Billion Rising“: Tanzen gegen Gewalt an Frauen

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Bei "One Billion Rising" wird eine gesellschaftliche Veränderung gefordert.
Bei "One Billion Rising" wird eine gesellschaftliche Veränderung gefordert. - © FMT-Pictures/KJ
Gewalt in der Familie zieht sich durch alle sozialen Schichten, und in neun von zehn Fällen sind Frauen davon betroffen. Bei „One Billion Rising“ setzten 300 Salzburgerinnen und Salzburger am Mittwochabend in der Stadt Salzburg ein Zeichen gegen die Gewalt.

Weltweit stattfindende Aktionen setzen unter dem Titel “One Billion Rising” ein gemeinsames starkes Zeichen für ein Leben von Frauen und Mädchen ohne Gewalt – gleich welcher Herkunft, Religion oder Kultur. Auch in der Stadt Salzburg gingen am Mittwochaend viele junge Menschen, Frauen und Männer auf die Straße. Gestartet wurde auf dem Anton-Neumayr-Platz um 18.30 Uhr. Danach wurde zum Weitertanzen mit den DJanes “Kollektiv Tanzbar” in die Szene Salzburg eingeladen.

Gewalt gegen Frauen: Ein Problem aller Schichten

Nach Schätzungen der Polizei werden in Österreich rund 90 Prozent aller Gewalttaten in der Familie und im sozialen Umfeld ausgeübt. In neun von zehn aller Fälle sind die Frauen betroffen, und die Gewalt wird von den Partnern ausgeübt. Frauen aus allen sozialen Schichten – unabhängig vom Bildungsstand, religiöser und ethnischer Zugehörigkeit, Einkommen, Alter und Familienstand – können von Gewalt betroffen sein, hieß es vom Land Salzburg in einer Aussendung.

“One Billion Rising steht im Zeichen eines respektvollen und gewaltfreien Miteinander von Frauen und Männern. Wir Mädchen und Frauen wollen uns zuhause und im öffentlichen Raum sicher fühlen. Mehr noch: Wir wollen gleichberechtigte Partnerinnen sein in unseren Beziehungen, in der Arbeit und in der Politik. Dafür müssen wir gemeinsam einstehen. Dafür setze ich mich mit voller Kraft ein”, betonte Frauenlandesrätin Martina Berthold.

Gewalt in der Familie? Hier könnt ihr Hilfe holen

Häusliche Gewalt ist kein privates Problem. Jeder Mensch hat das Recht auf ein körperlich und psychisch unversehrtes Leben. Für Gewalt gibt es keine Rechtfertigung. Das Gesetz schützt alle Gewaltopfer und stellt klar: Jede Form von Gewaltanwendung ist verboten. Im Bereich des Gewaltschutzes ist Salzburg sehr breit aufgestellt. Im akuten Fall ist die Polizei unter den Nummern 133 oder 112 sowie per SMS unter 0800 133133 schnell erreichbar.

Das Gewaltschutzzentrum Salzburg, berät mit einem professionellen Team aus Juristinnen, Sozialarbeiterinnen und Pädagoginnen unter der Telefonnummer 0662 870100. Auch www.frauenhelpline.at gibt unter der Telefonnummer 0800 222555 professionelle Unterstützung. Alle Angebote sind muttersprachlich und kostenlos. Die Einrichtungen sind zur Vertraulichkeit und Geheimhaltung verpflichtet.

Die Rechtsberaterinnen des Referats Frauen, Diversität, Chancengleichheit des Landes informieren und beraten Frauen in allen Bezirken Salzburgs in Familien- und Eherechtsfragen. Die Beratung ist vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym. Die Beratung wird auch in den Sprachen bosnisch, serbisch und kroatisch angeboten. Die telefonische Beratung unter +43 662 8042-3233 ist jeden Dienstag und Donnerstag von 14.30 bis 16.30 Uhr erreichbar. Die persönliche Beratung wird nach Vereinbarung in jedem Bezirk ein- bis zweimal im Monat angeboten.

Frauenhäuser in Landeshauptstadt, Tennengau und Pinzgau

Schutz und Unterstützung für von Gewalt betroffene Frauen, bieten die drei Salzburger Frauenhäuser in Stadt Salzburg, im Tennengau und im Pinzgau. Auf Initiative von Landesrätin Berthold werden derzeit neue Nachfolgewohnungen aufgebaut. Diese werden den Frauen für die Zeit nach dem Aufenthalt im Frauenhaus angeboten und entlasten damit die Frauenhäuser. Erste Wohnungen konnten bereits mobilisiert werden. Weitere Nachfolgewohnungen entstehen mit dem Caritas-Projekt “Mein Zuhaus”.

Jährlich eine Million Frauen von Gewalt betroffen

Weltweit sind alljährlich rund eine Milliarde Frauen von Gewalt betroffen. Mehr als 600 Millionen Frauen leben in Ländern, in denen häusliche Gewalt nicht einmal als Verbrechen angesehen wird. Die weltweite Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau im Alter zwischen 15 und 44 Jahren vergewaltigt wird oder häusliche Gewalt erfährt, ist höher als an Krebs oder Malaria zu erkranken oder in einen Verkehrsunfall zu geraten, so die UN-Statistik. Darüber hinaus verhindert auch Gewalt in Form von struktureller Benachteiligung, dass Frauen vielfach gleichgestellt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

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