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31. August 2012 14:50; Akt.: 31.08.2012 14:50

Online-Vergabe soll zur Regel werden: Millionenersparnis für Salzburg

Künftig sollen noch mehr Projekte unter den "Online-Hammer" kommen. Künftig sollen noch mehr Projekte unter den "Online-Hammer" kommen. - © Bilderbox
Weil die Angebote von Baufirmen für notwendige Straßenarbeiten mehrfach deutlich über dem von der Stadt geschätzten Preis lagen, hat die Salzburger Baustadträtin Claudia Schmidt (V) im Frühjahr erstmals Online-Auktionen ins Leben gerufen.

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Im März 2012 startete der sechsmonatige Testbetrieb für ein elektronisches Beschaffungsportal. Jetzt soll die Stadt die dazu notwendige Software fix anschaffen – und sich in Zukunft mehrere Millionen Euro sparen.

Beschluss noch im September

Der dazu notwendige Beschluss soll laut Schmidt in der nächsten Gemeinderatssitzung im September fallen. Das Programm “vemap” dient der Vereinfachung des Vergabeverfahrens von Bauaufträgen bis zu Einkäufen und ermöglicht elektronische Versteigerungen. Das soll nicht nur die Kosten für Bauaufträge verringern, sondern auch im Verwaltungsbereich Kosten senken.

Einfache Online-Vergabe

Firmen können sich sämtliche Ausschreibungsunterlagen auf einer Plattform herunterladen, und senden ihre Angebote nicht mehr wie bisher in Papierform ein, sondern laden sie im Internet hoch. Die Software vergleicht die Angebote und weist die Bestbieter aus. Die Stadt kann später den Preis mit einer Online-Auktion weiter drücken: 20 Minuten vor Beginn der Auktion erfahren Anbieter den Bestpreis, danach können Mitbieter ihre Angebote in drei Minuten Schritten nach unten nachbessern.

Stadt profitiert

Schon die erste, im neuen Modus durchgeführte Ausschreibung samt folgender Auktion – es handelte sich um Straßensanierungs- und Asphaltierungsarbeiten im ganzen Stadtgebiet mit einem Auftragsvolumen in der Höhe von 1,24 Mio. Euro – brachte fast 50.000 Euro Ersparnis gegenüber dem Ausrufungspreis. In einem zweiten Fall – der Asphaltierung des Max-Reinhartsplatzes in der Altstadt – lag der Betrag um 352.000 Euro günstiger, als der von der Stadt geschätzte Betrag von 920.000 Euro.

“Wir wollen damit Druck auf Firmen ausüben, um angemessene Preise zu erzielen”, so Schmidt, die in der Vergangenheit mehrfach Kartellverdacht bei manchen Ausschreibungen äußerte. “Das neue Prozedere fördert den gesunden Wettbewerb. Wir müssen mit dem Geld der Steuerzahler so sparsam wie möglich umgehen.”

Mehr Firmen zeigen Interesse

Laut Christian Bratka vom Baucontrolling der Stadt habe sich in der Testphase gezeigt, dass wesentlich mehr Firmen als bisher Angebote abgeben. “Dadurch wird der Markt zugunsten des Auftraggebers belebt.” Zudem bekomme die Stadt eine große Datenbank möglicher Firmen. “Außerdem haben wir einen ganzen Rattenschwanz weiterer Einsparmöglichkeiten: Das aufwendige Archivieren der Ausschreibungsunterlagen entfällt. Das spart Arbeitskraft und schafft Raum.”

Die EU will das Vergabeprozedere bis 2016 generell auf den elektronischen Weg umstellen. Laut einer Studie beträgt das Einsparungspotenzial fünf bis 20 Prozent des Auftragsvolumens. In der Stadt Salzburg rechnet Baustadträtin Schmidt für 2013 mit rund 2,5 Millionen Euro Ersparnis durch den Einsatz der neuen Vergabepraxis: “Geld, das wir in andere Projekte investieren können.”

System kostet 30.000 Euro

Die jährlichen Kosten für die “vemap”-Software von rund 30.000 Euro werden sich die Bauabteilung der Stadt, der zentrale Einkauf und die stadteigene Immobiliengesellschaft SIG teilen. Bei der ersten Online-Aktion hat die unterlegene Bietergemeinschaft noch den Zuschlag beeinsprucht, der Vergabekontrollsenat des Landes Salzburg wies die Beschwerde allerdings ab. Die Idee, Bauarbeiten online zu versteigern, hatte Schmidt allerdings breite Proteste von Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Baugewerkschaft beschert.

(APA)



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