Oö. Firma setzt 30-Stunden-Woche um: Für Salzburger Wirtschaftskammer “unvorstellbar”

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Ein oberösterreichisches Unternehmen prescht in Sachen 30-Stunden-Woche vor: Die Firma in Bad Leonfelden (Bez. Urfahr-Umgebung) kürzt ab Herbst bei vollem Gehalt die Arbeitszeit. Für die Salzburger Wirtschaftskammer ist ein solches Modell flächendeckend nicht vorstellbar.




Knapp dreißig Prozent der Österreicher sind derzeit auf eine 30-Stunden-Basis beschäftigt. Das ergab eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer, deren Ergebnisse am Montag veröffentlicht worden sind. Jene 30 Prozent werden für die Teilzeitstelle allerdings auch entsprechend geringer bezahlt.

30-Stunden-Woche für Wirtschaftskammer “unvorstellbar”

Eine Online-Marketing-Firma im oberösterreichischen Bad Leonfelden will nun (wie berichtet) die Arbeitszeit generell auf 30 Stunden pro Woche beschränken – bezahlt wird allerdings auf Vollzeitbasis. Finanzieren will man dies über Prozess-Optimierungen und zum Teil durch Reinvestitionen aus dem Gewinn, erklärte Geschäftsführer Klaus Hochreiter sein Vorhaben.

Was bei einem Großteil der SALZBURG24-User – rund 85 Prozent (Stand: Donnerstag, 12 Uhr) stimmten in einer Umfrage für das Modell – Anklang findet, scheint für die Salzburger Wirtschaftskammer (WKS) unvorstellbar.

“Wir als Wirtschaftskammer sind entschieden gegen eine gesetzliche Arbeitszeitminderung”, erläutert Lorenz Huber aus dem Bereich Sozial- und Arbeitsrecht die Position der WKS. Der Weg jener Firma aus Oberösterreich sei flächendeckend nicht verwirklichbar, ist er überzeugt. Die Finanzierung sei nicht in jeder Branche so einfach möglich. Exakt aus diesem Grund scheiterte auch ein Testlauf im schwedischen Göteborg. Im Jänner 2017 wurde dieser nach zwei Jahren eingestellt.

Flexibilität – Das Stichwort am modernen Arbeitsmarkt

Vom typischen Acht-Stunden-Tag wird man in Bad Leonfelden trotz allem nicht komplett ablassen. Die Arbeitszeit soll sich ab Oktober in dem Betrieb zwar auf 8 bis 14 Uhr beschränken. Man wolle aber die Flexibilität der Mitarbeiter erhalten und fallweise auch längere Tage ermöglichen, wird der Chef zitiert.

Flexibilität ist auch das Stichwort für die Salzburger Wirtschaftskammer: Dort fordert man allerdings statt der Verkürzung der Arbeitszeit analog zum Regierungsprogramm der schwarz-blauen Koalition einen leichteren Zugang zum Zwölf-Stunden-Tag. “Wer geballt arbeitet, hat auch über einen längeren Zeitraum frei”, sieht Huber einen immensen Vorteil, denn die Öffnung sei nicht mit einer allgemeinen Arbeitszeitverlängerung gleichzusetzen. Gerade für Eltern ergebe sich laut WKS dadurch eine Chance wieder früher in die Arbeitswelt zurückzukehren. “Die Betreuung für einen kompletten Tag auf die Beine zu stellen, ist für viele einfacher als für zwei halbe Tage”, so Huber und verweist dabei auf mehrere Fälle aus seiner Beratungstätigkeit.

Die Initiatorinnen des aktuellen Frauenvolksbegehrens sehen diesen vermeintlichen Vorteil allerdings nicht. Sie plädieren wiederum für eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung. Immerhin 100.000 Unterschriften sind dafür bis Mittwoch bereits eingelangt.

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