Originalnoten des Rainermarsches gehen an Salzburger Landesarchiv

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Im Bild von links: Landtagsabgeordneter Josef Schöchl, Oskar Dohle, Direktor des Salzburger Landesarchivs, und Markus Lechner, Obmann des Salzburger Rainerbundes,
Im Bild von links: Landtagsabgeordneter Josef Schöchl, Oskar Dohle, Direktor des Salzburger Landesarchivs, und Markus Lechner, Obmann des Salzburger Rainerbundes, - © LMZ/Neumayr/SB
Der Rainerbund Salzburg übergab am Dienstag bei einem feierlichen Festakt neben den Originalnoten des Rainer-Marsches von Hans Schmid die Noten des Schilhawsky-Marsches desselben Komponisten sowie andere historische Schriftstücke des Rainer-Regiments, unter anderem die Regimentstagebücher des Ersten Weltkriegs, an das Salzburger Landesarchiv.

Das absolute “Prunkstück” unter den heute übergebenen Materialien stellt die von Hans Schmid persönlich beschriftete Mappe mit den Original-Notenblättern dar, die, wie angenommen, anlässlich der Uraufführung am 11. September 1915 im Hof des Schlosses Olyka, der heutigen Ukraine, verwendet wurden.

Originalnoten des Rainer-Marsches feierlich ans Landesarchiv übergeben

Der Rainerbund Salzburg übergab bei einem feierlichen Festakt neben den Originalnoten des Rainer-Marsches von Hans Schmid die Noten des Schilhawsky-Marsches desselben Komponisten sowie andere historische Schriftstücke des Rainer-Regiments, unter anderem die Regimentstagebücher des Ersten Weltkriegs, an das Salzburger Landesarchiv.

Schöchl: “Unschätzbarer Wert”

“Das ist historisches Quellenmaterial von geradezu unschätzbarem Wert. Ich bin überzeugt, dass hier ein reiches Betätigungsfeld für Zeithistoriker vorliegt. Auf das Ergebnis der dadurch angestoßenen Forschungen dürfen wir alle gespannt sein”, so LAbg. Josef Schöchl (ÖVP), der sich in Vertretung des Landeshauptmannes beim Rainerbund Salzburg für dessen großes, langjähriges Engagement um die Traditionspflege sowie seine stolze, lehrreiche Geschichte bedankte.

Zu den übergebenen Archivalien gehören auch 33 Bände “Monatliche Bataillons-Kommando-Befehle” (1915-1918), vier Bände “Ersatzbataillons-Befehle” des Infanterie-Regiments Nummer 59 vom September 1914 bis März 1915 sowie zehn Bände Regimentstagebücher.

“Durch den Erhalt der insgesamt zehn Bände Regimentstagebücher kann man den Ersten Weltkrieg quasi Tag für Tag belegen. Hinter der nüchternen militärischen Sprache verbirgt sich der triste Alltag der Soldaten und das letztlich unvorstellbare Leid der Gefallenen und Verwundeten – abseits von jeder patriotischen Verherrlichung. Dies macht das Regimentstagebuch zu einem zeitlosen Zeugnis der Sinnlosigkeit jeden Krieges”, so Oskar Dohle, Direktor des Salzburger Landesarchivs.

Historisches zum Rainer-Marsch

Der Rainermarsch ist der Regimentsmarsch des ehemaligen K.u.k. Infanterieregimentes Nr. 59 Erzherzog Rainer. Das nach seinem langjährigen Inhaber Erzherzog Rainer benannte Regiment hatte durch Rekrutierungsbezirk und Standort einen besonderen Bezug zu Salzburg, sodass das Stück heute über Salzburgs Grenzen hinaus als dessen zweite Landeshymne bekannt ist.

Der Marsch wurde während des Ersten Weltkriegs vom Musik-Feldwebel Hans Schmid am Abend des 15. August des Kriegsjahres 1915 an der galizischen Front in Rudno (Ukraine) komponiert und von ihm als neuer Kapellmeister des Regiments am 11. September 1915 in Olyka uraufgeführt.

Nach dem Krieg wurde dem Text des Rainermarsches eine weitere, vierte Strophe hinzugefügt. Deren sprachliche Tonlage ist jedoch ganz anders, als jener der ersten drei Strophen, die uns heute bei genauem Nachlesen eher fremd sind. Diese vierte Strophe hingegen lässt jegliche Kriegsbegeisterung vergessen. Sie hält dafür die Erinnerung an mehr als 5.000 Kameraden des Regiments wach, die aus einem verheerenden Weltkrieg nicht wieder nach Hause zurückgekehrt sind.

 

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