Otto Konrad im Sonntags-Talk: “Mein Leben ist wie ein Mosaik”

Von Moritz Naderer
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Salzburgs Vorzeige-Tormann und jetzt Politiker Otto Konrad spricht im Sonntagstalk über sein Leben.
Salzburgs Vorzeige-Tormann und jetzt Politiker Otto Konrad spricht im Sonntagstalk über sein Leben. - © APA/SALZBURG24
Als Tormann bei Casino Salzburg machte der gebürtige Grazer Otto Konrad schon früh auf sich aufmerksam. Später verschlug es ihn in das Unternehmertum, dann landete er in der Politik, wo der Sportler eigentlich gar nicht hin wollte. Über die einzelnen Lebensabschnitte und seine Pläne für die Zukunft spricht Otto Konrad im Sonntags-Talk.




SALZBURG24: Du bist ein äußerst umtriebiger Mensch, engagiert im Sport, als Unternehmer und Politiker. Was würdest du als deinen größten Erfolg bezeichnen?

OTTO KONRAD: In sportlicher Hinsicht waren die Erfolge mit dem Verein, dann die Trainertätigkeit. Tormanntrainer vom Nationalteam zu werden war etwas, dass ich immer machen wollte. Am Ende des Tages war der Erfolg aber der, dass ich verschiedenste Dinge gemacht habe, die sich wie ein Puzzle zusammensetzen lassen und immer wieder Neues gebracht haben. Auch die Entscheidung in die Politik zu gehen, fällt für mich in diesen Bereich. Mein Leben ist eigentlich wie ein Mosaik, in dem viele Bausteine letztendlich ein schönes Bild ergeben. Das würde ich rückblickend als meinen größten Erfolg bezeichnen.

Hast du noch Kontakt zu deinen früheren Kollegen von Casino Salzburg?

Ja, schon nächste Woche treffe ich wieder Christian Fürstaller. Wir waren ja damals sieben Salzburger, fünf Österreicher und drei gute Legionäre. Somit hört und sieht man sich immer wieder. Letztes Jahr beispielsweise hatten wir kurzfristig eine Weihnachtsfeier – Quehenberger war da, Pfeifenberger, das war wirklich eine geile Geschichte!

Dein Weg hat dich dann aber auch in die Politik geführt. Wie kommt man als Sportler in die Politik?

Ich wollte ja eigentlich überhaupt nicht in die Politik. Es gab da aber ein Interview in Graz. Bei dem wurde die Frage gestellt, mit wem ich am liebsten einmal frühstücken würde. Zu der Zeit war auch gerade die Sache mit Stronach aktuell, also habe ich geantwortet ‚mit Frank Stronach‘. Nicht weil ich in die Politik wollte, sondern weil ich den Mensch interessant fand. Drei Tage später bekam ich einen Anruf, eineinhalb Wochen darauf habe ich mich mit Stronach getroffen. Bei dem Gespräch ging es dann überhaupt nicht um Politik, ich habe von der Familie und Sorgen bezüglich der Zukunft erzählt. Er hat dann gesagt ‚weißt du was, melde dich mal bei Kathrin Nachbauer. So Leute wie dich könnten wir schon gebrauchen.‘ Das hat den Stein dann ins Rollen gebracht. Ich habe aber dennoch irrsinnig lange überlegt, ob ich sie anrufen sollte.

Wie blickst du nach den Zerwürfnissen mit dem Team Stronach auf die Partei zurück?

Mittlerweile ist das Team Stronach ja eigentlich eine blaue Fraktion geworden. Die Idee von Frank Stronach unterschreibe ich aber heute noch, wie sicherlich viele andere auch. Er hatte in so vielen Dingen recht. Einiges davon ist im Nachhinein umgesetzt worden, weil es einfach keinen anderen Weg mehr gab. Auf Bundesebene hat er aber gerade bei personellen Fragen oft kein glückliches Händchen bewiesen, keine Frage. Was mich persönlich getroffen hat, war, dass innerhalb der Partei gelogen und übergangen wurde, wie das etwa mit Naderer (Team Stronach, Abgeordneter im Salzburger Landtag bis Juni 2013, Anm. d. Redaktion) der Fall war. Ich habe dann gesagt, ich lasse mich nicht mehr anlügen. Letztendlich haben in der Partei eigentlich die richtigen Leute gefehlt.

Welche Qualitäten braucht man als Sportler und als Politiker?

Du musst dich eigentlich permanent selbst hinterfragen. Grundsätzlich muss man in der Lage sein, das was man tut auch authentisch rüberzubringen. Das gilt für den Sport und die Politik. Das hat mir in der Politik einerseits geholfen, andererseits hat es aber auch zu übermäßiger Kritik an meiner Person geführt. Man hat mich als Fußballer gekannt, da schauen die Leute natürlich nochmal genauer hin, wenn man den Weg in die Politik geht.

Du bist auch stark beim Verein Austria Salzburg engagiert. Was ist deine Motivation dahinter?

Es war für mich natürlich eine wunderschöne Zeit bei dem Verein und da komme ich auch her. Diejenigen, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute zu einem gewissen Teil bin, das waren die Fans. Wenn man sich heute anschaut, wie viele Steine man dieser Gruppe in den Weg gelegt hat, beziehungsweise sie sich selbst in den Weg gelegt haben, und dann trotzdem noch immer so viel Herzblut dahintersteckt, dann ist das schon beeindruckend. Ich denke daher kommt meine Motivation.

Was muss passieren, dass du Obmann bei Austria Salzburg wirst?

Das entscheidende ist derzeit meine eigene Lebensplanung. Es stehen noch ein paar Entscheidungen an, das zieht sich derzeit leider noch etwas hin. Wenn ich es aber mache, dann will ich das auf jeden Fall gut machen und auch die Zeit dafür haben. Was den Verein angeht, wird das Geld über längere Zeit noch nicht da sein, aber die Prognosen sind einmal positiv. Das hat vor ein paar Monaten noch anders ausgesehen. Auch die Entwicklung was die ‚Problemfans‘ angeht, ist positiv. Dass das nie ein Mädcheninternat wird ist auch klar, das will ich auch gar nicht. Aber sie müssen sich ihrer Konsequenzen bewusst sein.

In der Politik und bei Austria Salzburg stehst du in der Öffentlichkeit. Wie findest du Ausgleich und Entspannung in deinem Leben?

Ausgleich finde ich sicher in der Familie durch meine Frau und die Töchter. Ich komme gerne heim und die restliche Zeit verbringe ich mit ein bisschen Sport und Gartenarbeit. Schon in Graz war ich immer gern im Garten. Deshalb habe ich nun auch 200 Quadratmeter Grund bei meinem Haus dazugekauft. Wenn ich also wirklich einen Ausgleich brauche, dann widme ich mich dem Garten. Es freut mich wenn ich sehe, dass etwas wächst.

Was schätzt du als gebürtiger Grazer an Salzburg?

Von der geographischen Lage her kann Graz nicht ganz mit Salzburg mithalten. Ich mag die Berge, die Seen, die Nähe zu Deutschland und Bayern. Ich komme ja aus der Grazer Innenstadt, muss aber sagen, dass sie in Salzburg wirklich wunderschön ist. Was die Leute betrifft, Grazer uns Salzburger kann man glaube ich nur sehr schwer vergleichen. Hier ist es eben klein aber fein kann, das kann genauso herzig sein.

Was möchtest du in deinem Leben noch erreichen?

Also ich muss ehrlich sagen, ich habe mir beispielsweise nie als Ziel gesetzt, um jeden Preis Fußballer zu werden. Ich habe mich nie nur darauf konzentriert, andere Dinge nebenbei haben immer Platz haben müssen. Das will ich mir beibehalten. In der Politik möchte ich erreichen, dass ich als jemand gesehen werde, der Rückgrat hat. Sonst habe ich ja gerade erst vor zwei Monaten geheiratet, bin mittlerweile am dritten Bildungsweg – ich bin eigentlich rundum glücklich. 

Bei allen Aktivitäten und Interessen – wirst du wirklich jemals zu Ruhe kommen und in Pension gehen?

Nein, nein ganz und gar nicht!

Nun haben wir noch ein paar Entweder-oder-Fragen, bist du bereit?

Los geht’s!

Anzug oder Lederhose? Lederhose

Fleisch oder Vegetarisch? Fleisch

Bier oder Wein? Bier

Auto oder Fahrrad? Auto

Frühaufsteher oder Langschläfer? Frühaufsteher

Süß oder Sauer? Sauer

Aufzug oder Treppe? Treppe

Berge oder Strand? Strand

Bar oder mit Karte zahlen? Mit Karte

Bitte vollende diesen Satz: „Wir, nur wir, wir sind die Sieger! Wir“: Die Champions der Liga!

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