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Paradigmenwechsel im Paradies

Die Luxus-Resorts sind legendär – es gibt aber auch die "normalen" Inseln der Einheimischen Die Luxus-Resorts sind legendär – es gibt aber auch die "normalen" Inseln der Einheimischen - © VN / Jörg Brosche
Die Malediven sind nicht nur durchgestylte Luxus-Resortinseln ohne Alltagsleben.

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Wenn man Glück hat und keine Monsunwolken die Sicht behindern, offenbart sich schon beim Landeanflug auf den internationalen Flughafen von Malé die ganze Pracht und Schönheit des Inselstaates Malediven: Wie eine verschmitzte Laune der Natur leuchten im tiefen Blau des Indischen Ozeans verstreut farbenprächtige Kreise in allen erdenklichen Ultramarin-, Smaragd-, Hellblau-, Türkis- und Grüntönen.

Der Pilot fliegt barfuß

Angesichts dieser Wunder der Natur vergisst man die Strapazen des Nachtfluges. Nur schnell landen und die Füße auf dieses Paradies setzen! Weiter geht es per Wasserflugzeug – und hier begegnet man erstmals der entspannten Lebensart der Malediver: Der Pilot ist barfuß! Jede andere Fußbekleidung wäre hinderlich im weichen, weißen, mehlfeinen Sand der Inseln. Willkommen an der Endstation Sehnsucht, am Ziel aller (Reise-)Träume! Die, die schon da waren, kommen immer wieder. Wie das Ehepaar aus Innsbruck, das bereits zum 15. Mal auf ihrer Lieblingsinsel urlaubt. In nur zwölf Jahren!

Die hohe Kunst des gepflegten Nichtstuns an den Gestaden türkis schillernder, fischreicher Lagunen ist einfach zu schön! Rund 790.000 Touristen pro Jahr genießen die totale Entspannung eines legeren, aber perfekt umsorgten Barfuß-Luxus-Urlaubs.

Sie lieben es, sich beim Schnorcheln von den Wellen schaukeln zu lassen, mit Mantas zu schwimmen, Freundschaft mit Clownfischchen Nemo zu schließen, die bizarre Welt der Korallen zu bestaunen, zwischendurch auf einer einsamen Robinson-Insel zu stranden, sich unter Palmen massieren zu lassen oder sich nächtens dem gewaltigen Sternenhimmel hinzugeben.

Fische schauen, barfuß gehen

Wer meint, das klingt langweilig, der war noch nie da! Selbst hartgesottene, ewigumtriebige Workaholics finden hier zur Ruhe und empfinden das Luxusnichtstun sehr bald als völlig ausreichende Tagesaktivität. Die Malediven öffneten sich 1972 mit einem strikten Konzept dem Tourismus: Touristische Infrastruktur darf nur auf unbewohnten Inseln entstehen, bewohnte „Fischerinseln“ jedoch sind für Gäste tabu (nur mit einem einheimischen Guide zu besichtigen). Nacktbaden ist auf den Hotelinseln strengstens verboten – aus Rücksicht auf die Angestellten. Man darf nicht vergessen: Die Malediven sind ein zu 100 Prozent islamischer Staat, keine andere Religion ist zugelassen und der Koran Grundlage aller Gesetze.

Die Gelder aus dem Internationalen (Luxus-)Tourismus sind der wichtigste Wirtschaftsfaktor, der Deviseneingang wird mit einer „Betten-Steuer“ und einem gefinkelten Leasing-System für die Resort-Inseln optimiert: Bauerlaubnis für ein freies Eiland bekommt jene Gesellschaft, die das höchste Gebot für die Inselpacht sowie das beste Hotelkonzept vorlegt. Zahlreiche Auflagen seitens der Regierung lenken das Geschehen in eine möglichst sozial- und umweltverträgliche Richtung.

Die echten Malediven

Die Malediven sind aber nicht nur Luxusresorts, ein Halbtagsausflug bringt uns auf die Einheimischeninsel Hithaadhoo, ein 1250-Seelen-Mini-Eiland. Es gibt kein einziges Auto, Kinder wetzen herum, hin und wieder knattert ein Mofa vorbei, alte Männer sitzen auf Hängematten-Stühlen. Zwischendurch wuchert üppiges Grün, ein entscheidendes Endspiel irgendeiner Malediven-Fußball-League findet gerade unter Palmen statt. Das Dorf macht einen einfachen, aber blitzsauberen Eindruck, die Menschen leben offensichtlich nicht im materiellen Überfluss, dafür aber wesentlich entspannter als in unseren Breiten. So sehen die echten, wirklichen Malediven aus. Und hier bahnt sich gerade ein Paradigmenwechsel an: Was bisher Usus war – also die strikte Trennung von Tourismus und Alltagsleben – wurde jüngst aufgehoben. Urlauber dürfen endlich auch dem Leben der Einheimischen nahe kommen – den Schach spielenden Fischern, den Kokosnussverkäufern mit ihren Handwagen, den Handwerkern vor ihren Häusern. Die Malediven (bzw. ihr junger Präsident Mohamed Nasheed) wollen sich nicht länger nur als tropische Robinson-Urlaubseilande positionieren, sondern auch als Ziel für kulturbeflissene Reisende mit Interesse an Alltag, Kultur und Tradition der Einheimischen. Künftig wird es also auch Urlaub auf den „echten“ Malediven geben – zwar einfacher, aber auch um weit weit weniger Kauri-Muscheln als auf den isolierten Luxusinseln!

REISEINFOS

Anreise: Emirates fliegt täglich via Dubai auf die Malediven – von München ab 800 Euro (www.emirates.at).
Austrian Airlines fliegen von November bis April ein- bis zweimal wöchentlich nonstop ab Wien (jeden Mittwoch; zwischen 23. Dezember 2011 und 29. Februar 2012 auch freitags). Air Berlin bedient im Winterflugplan Malé einmal pro Woche (Montag) nonstop ab München: ab 800 Euro (www.airberlin.com).
Hoteltipp: Coco Palm Dhuni Kolhu 4,5*, Baa-Atoll: Musterbeispiel für ein „ecofriendly“-Hotel und Mitglied von „Small luxury Hotels of the World“ (www.cocopalm.com).
Tauchen: Tauchschulen gibt es so gut wie auf jeder Ferieninsel (www.dive-ocean.com; „Fischkunde“ auf www.malediven-guide.de/fische.htm)
Weitere Informationen: Auf www.visitmaldives.com/de findet man jede Menge Infos sowie Gästehäuser auf Einheimischeninseln.



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