Pariser Picasso-Museum wird wiedereröffnet

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Presse warf erste Blicke ins ausgebaute Museum
Presse warf erste Blicke ins ausgebaute Museum
Nach fünfjähriger Schließung sperrt das Picasso-Museum in Paris wieder auf. Dazu wird am Samstag auch Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande erwartet. Das Ereignis fällt auf den 133. Geburtstag von Pablo Picasso, der am 25. Oktober 1881 in Malaga geboren wurde. Das Musee Picasso im Marais-Viertel besitzt die größte Sammlung des spanischen Künstlers.


Rund 5.000 Gemälde, Papierarbeiten und Skulpturen sowie das Archiv des Kubisten befinden sich im Besitz des Musee Picasso. Dank des Ausbaus konnte das Museum seine Ausstellungsfläche auf etwa 3.700 Quadratmeter vergrößern. Statt vorher rund 200 Werken sind nun mehr als 450 zu sehen. Wegen Missmanagementvorwürfen und mehrmaliger Verzögerungen bei der Wiedereröffnung war das Haus in den vergangenen Monaten wiederholt in die Schlagzeilen gekommen. Die Kosten von rund 52 Millionen Euro wurden zu einem großen Teil vom Museum selbst aufgebracht, das 21 Ausstellungen mit Picasso-Hauptwerken auf der ganzen Welt organisiert hatte.

Lang hat die Öffentlichkeit auf die Wiedereröffnung des Museums warten müssen. Mehrmals wurde sie verschoben. Zuletzt konnten Besucher die Meisterwerke des spanischen Malers im Jahr 2009 bewundern. Doch das lange Warten hat sich gelohnt. Von diesem Samstag an können doppelt so viele Werke von Pablo Picasso gezeigt werden wie früher.

In frischem Weiß erstrahlen die Säle, zu denen Besucher von nun an direkt Zugang haben. Früher ging es vom Ticketverkauf über den Hof in den Ausstellungsbereich. Statt früher 200 Werken sind von nun an 450 auf den verschiedenen Stockwerken zu entdecken.

Der Um- und Ausbau von 1.600 auf 3.600 Quadratmeter Ausstellungsfläche war mit vielen Problemen verbunden, denn das Hotel Sale, ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, steht unter Denkmalschutz. Das Obergeschoß wurde umfassend ausgebaut. Es zeigt Picasso als Sammler von Henri Matisse, Max Ernst und Paul Cezanne. Kopfzerbrechen bereitete vor allem der Ausbau des Untergeschoßes. “Die Erde musste abgetragen und das Museum abgestützt und stabilisiert werden”, wie Picasso-Spezialistin Anne Baldassari bei der Pressevernissage erklärte.

Baldassari kennt das Museum in- und auswendig. Im Jahr 1992 kam sie an die Spitze der Verwaltung der Picasso-Archive und im Jahr 2005 an die Spitze der Einrichtung. Im Mai dieses Jahres wurde Baldassari aber wegen schlechten Arbeitsklimas von der damaligen Kulturministerin Aurelie Filippetti vorzeitig gekündigt. Die Entlassung sorgte für heftiges Rauschen im französischen Blätterwald. Man einigte sich jedoch darauf, dass die neue Hängung der Dauerausstellung noch von ihr kuratiert werden sollte.

Von den 52 Millionen Euro Umbaukosten übernahm der französische Staat 19 Millionen. Der Hauptanteil wurde durch das Museum und die Ausstellungen erbracht, mit denen Baldassari um die Welt reiste. Während der mehrjährigen Schließung fanden über 20 bedeutende, von ihr organisierte Picasso-Werkschauen statt, darunter in Helsinki, St. Petersburg, Richmond und San Francisco.

Die neue Dauerausstellung illustriert die künstlerische Entwicklung Picassos. Neben bekannten Werken sind auch viele unbekannte zu entdecken. Im Erdgeschoß hat Baldassari einige Werke vereint, die den Einfluss der afrikanischen Kunst auf Picassos Bildsprache zeigen. Darunter ist auch “Trois figures sous un arbre” – ein in warme Farben getauchtes Bild, auf dem sich die Frauengestalten und der Baum langsam in geometrische Formen auflösen.

Das Museum besitzt nur wenige Arbeiten aus dem Jahr 1909. Die größten Meisterwerke aus dieser Zeit seien eine Klarinette und Gitarre aus Karton, wie Baldassari erklärte. Beide Miniatur-Arbeiten liegen im Museum in einer Vitrine aufbewahrt. Wegen ihrer Fragilität könnten sie schon lange nicht mehr ausgeliehen werden.

Paris ist in dieser Woche Mittelpunkt der Kunst. Am Montag war die von Frank Gehry erbaute Kulturstiftung Louis Vuitton eröffnet worden, am Donnerstag die Kunstmesse FIAC. An diesem Samstag steht zudem die Eröffnung des Musee de la Monnaie mit einer Ausstellung des US-amerikanischen Künstlers Paul McCarthy an.

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