Passanten in Salzburg mit Softguns beschossen: Diversion für Lehrling

Die Opfer hatten Glück im Unglück: Auch Softguns können zu schweren Verletzungen führen.
Die Opfer hatten Glück im Unglück: Auch Softguns können zu schweren Verletzungen führen. - © Bilderbox
Ein heute 19-jähriger Lehrling beschoss im Juni Passanten mit seiner Softgun, drei Personen wurden verletzt. Für den Salzburger war es damals „Jux und Tollerei“.

Um die Reichweite seiner Softguns zu testen, hat ein Lehrling am 26. Juni vor einem Salzburger Hotel auf Passanten gezielt. Die sechs Millimeter-Plastikkugeln trafen eine Hotelangestellte und zwei brasilianische Urlauber und verletzten sie leicht. Dem 19-jährigen Salzburger wurde am Montag bei einem Prozess eine Diversion angeboten. Er muss 45 Stunden für eine gemeinnützige Organisation arbeiten.

„Jux und Tollerei“

Der Angeklagte, der zur Tatzeit 18 Jahre alt war, zeigte sich reumütig geständig. Er habe damals nicht an die Konsequenzen gedacht – dass er von der Polizei abgeholt werde, sagte er bei der Verhandlung am Landesgericht Salzburg zu Jugendrichterin Bettina Maxones-Kurkowski. Zuvor hatte der Verteidiger erklärt, sein Mandant habe aus “Jux und Tollerei” geschossen.

Reichweite ausprobiert

Der bisher unbescholtene Bursch gab zur Mittagszeit die Schüsse mit den Long Airsoft Electric Guns (AEG) von einem Fenster im letzten Stock eines Hauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite ab. “Ich wollte nur ausprobieren, ob die Bioplastikkugeln so weit reichen”, schilderte der 19-Jährige. Er sei an jenem Tag erst um 11.00 Uhr aufgestanden und “nicht ganz bei Sinnen” gewesen. Anfangs habe er einen Laternenmasten und ein Verkehrsschild ins Visier genommen, erklärte der Beschuldigte.

Salzburg: Reuiger Schütze

Die Entfernung auf die lebendigen Zielscheiben betrug dann seiner Schätzung nach 30 bis 40 Meter. “Ich hab mir gedacht da kann nicht viel passieren, weil es aus einer gewissen Distanz war und ich auf den unteren Bereich des Körpers von der Hüfte abwärts gezielt habe. Ich wollte ihnen keinen Schmerz zufügen”, beteuerte der Lehrling.

Lehrling entschuldigt sich

Heute schien der Angeklagte klüger. Als ihn die Richterin über die Folgen eines Treffers befragte, zögerte er nicht mit seiner Antwort. “Das kann vom ganz leichten Schnalzer bis zum Verlust des Augenlichtes führen.” Die zwei Urlauber erlitten Hautrötungen am Oberarm und am Ellbogen, die Hotelangestellte ein Hämatom am rechten Oberschenkel. Der Lehrling entschuldigte sich bei ihr vor dem Gerichtssaal.

45 Stunden gemeinnützige Arbeit

Das symbolische Schmerzensgeld von 100 Euro, das die Angestellte verlangte, überreichte ihr die Mutter des Beschuldigten. Diese musste dann nochmals in die Geldtasche greifen, um die 50 Euro Pauschalkosten für das Gerichtsverfahren zu zahlen, welche die Richterin vom Angeklagten gefordert hatte. Er nahm die Diversion an. Auch Staatsanwalt Tomas Schützenhofer war damit einverstanden.

Das Verfahren wegen dreifacher Körperverletzung wurde anschließend vorläufig eingestellt. Wenn der Bursch innerhalb von sechs Monaten die gemeinnützige Leistung im Rahmen der außergerichtlichen Erledigung erbringt, wird das Verfahren endgültig eingestellt. Er ist dann nicht vorbestraft. (APA)

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