Ausnahmezustand in den Alpen: Höchste Lawinenwarnstufe

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Die enormen Schneefälle, die noch bis in die Nacht auf Dienstag anhalten sollten, haben die Lawinengefahr im Westen Österreichs erstmals seit Jahren wieder auf die höchste Warnstufe 5 ansteigen lassen. Fatale Abgänge blieben bis zum frühen Nachmittag aus. Zahlreiche Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschlossen, dort war die Stimmung aber durchaus gut.

Die Experten des Landes stuften das Lawinenrisiko in Tirol verbreitet mit Stufe “4” der fünfteiligen Skala ein, gebietsweise herrschte aber auch “sehr große” Lawinengefahr, die höchste Stufe. Diese war in Tirol zuletzt 1999 ausgegeben worden, im Jahr der Lawinenkatastrophe von Galtür. Ein Hubschrauber wurde in die Landecker Pontlatzkaserne verlegt. Zudem waren noch drei weitere Transport-Hubschrauber des Bundesheeres zur Stationierung in Landeck angefordert worden. Das Land Tirol riet in allen Gebieten mit Lawinenwarnstufe “5”, ab sofort keine Outdoor-Veranstaltungen mehr durchzuführen sowie nicht notwendige Autofahrten und den Aufenthalt im Freien zu vermeiden. Aufgrund der hohen Lawinengefahr war das hintere Paznauntal im Tiroler Oberland mit den Tourismusorten Kappl, Ischgl und Galtür am Montag nicht erreichbar. Rund 10.000 Urlauber waren vorerst im Tal eingeschlossen.

Tausende Urlauber sitzen fest

In Vorarlberg saßen am Montag geschätzte 10.000 Urlauber in den Vorarlberger Arlberg-Orten Lech, Zürs und Stuben sowie in Gargellen (Montafon) fest. Die entsprechenden Zufahrtsstraßen – die Arlbergstraße (L197), die Lechtalstraße (L198) sowie die Gargellener Straße (L192) – blieben wegen Lawinengefahr gesperrt, eine Freigabe der Verbindungen noch am Montag schien unwahrscheinlich. Auch die Arlbergbahnstrecke war zwischen Bludenz und Landeck-Zams noch bis mindestens Dienstagvormittag nicht befahrbar. In der Region Gargellen wurde erstmals seit Jahren die höchste Lawinenwarnstufe 5 (“sehr große Gefahr”) ausgerufen, in den anderen Bergregionen des Landes bestand große Lawinengefahr der Stufe 4.

Lawinensituation weiter verschärft

Die Lawinensituation in Oberösterreichs Alpenraum hat sich weiter verschärft. Der Warndienst des Landes hat für Höhen ab 1.400 Meter Lawinenwarnstufe 4 gegeben. Die Lage sei “sehr angespannt und kritisch”, da sich der Neuschnee noch nicht setzen konnte. Der Pyhrnpass wurde für den Straßenverkehr gesperrt. In Teilen der Steiermark herrschte am Montag ebenfalls große Lawinengefahr, Schneefälle und Wind hatten die Situation verschärft. Auf fast allen Bergstraßen war Kettenpflicht für alle Fahrzeuge verhängt, die Straße zwischen dem salzburgischen Filzmoos und der steirischen Ramsau war wegen drohender Lawinen gesperrt. Auf den schneeglatten Fahrbahnen gab es etliche Unfälle.

In den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberggebiet oberhalb von 1.200 Metern wurde das Risiko mit Stufe 4 auf der fünfteiligen Skala beurteilt. Darunter und in den Türnitzer Alpen galt Stufe 3 (“erheblich”), teilte der Warndienst Niederösterreich mit. Die spontane Lawinenaktivität stieg an.

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